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24.12.1901: Fritz Sänger geboren

Fritz Sänger, 1958Am 24. Dezember 2001 vor einhundert Jahren wurde Fritz Sänger geboren

Fritz Sänger war ein außergewöhnlicher Mann, ein bedeutender Sozialdemokrat und herausragender Journalist. Pressefreiheit und Demokratie waren Maxime seines Handelns, auch in Deutschlands schwierigster Zeit. Wir erinnern uns seiner in Freundschaft und Hochschätzung.
Nach Kriegsende übernahm Fritz Sänger wichtige Aufgaben als Journalist und in der SPD und half, unsere Demokratie aufzubauen und zu festigen. So ab 1955 als Chefredakteur der späteren "Deutschen Presseagentur" (dpa), der er wichtige Impulse mit auf den Weg gab. Zuvor war er Chefredakteur und Wiederbegründer des Sozialdemokratischen Pressedienstes (ab 1947).
In der SPD war er hauptamtlich mit Vorarbeiten für das Godesberger Programm betraut und er war Sekretär der "Zentralen Wahlkampfleitung" Willy Brandts. Von 1961 bis 1969 war er Mitglied des Deutschen Bundestages.
In seiner Tätigkeit als freier Publizist und Buchautor setzte er sich nicht nur mit der Presse und dem Journalismus im Nationalsozialismus auseinander, er gab auch das inzwischen zum Standard gehörende Werk "Handbuch des Deutschen Bundestages" heraus, veröffentlichte Arbeiten zum Parteiprogramm und zu Wahlen.
Willy Brandt ehrte ihn so: "Er hat den Journalisten von heute vorgelebt, dass dieser Beruf wie kaum ein anderer Mut zum Risiko verlangt. Er hat sie ermuntert, mutig zu schreiben, die Dinge beim Namen zu nennen, sich gegen Unrecht zu wehren, dem Übermut der Bürokraten und der Arroganz der Macht die Stirn zu bieten, für die Schwachen Partei zu ergreifen".
Fritz Sänger war früh zur SPD gekommen und hatte die journalistische Arbeit von der Pike auf gelernt. Er war Redakteur der "Preußischen Lehrerzeitung", Geschäftsführer des Provinzkartells Pommern im Deutschen Beamtenbund, ab 1927 Bundessekretär in der Leitung des Deutschen Beamtenbundes in Berlin.
In der Zeit des Nationalsozialismus arbeitete er als Journalist, hielt damit Kontakt zum Widerstand, zu Carl Mierendorff, Theodor Haubach, Wilhelm Leuschner, Julius Leber. Aus seiner persönlichen Erfahrung als Redakteur der "Frankfurter Zeitung" und den damit verbundenen Einblicken in das Goebbelsche Propagandasystem entstand 1975 sein Buch zum "Missbrauch der Presse im Dritten Reich".
Fritz Sänger, am 24.12.1901 in Stettin geboren, starb am 20. Juli 1984 in München.

Weitere Informationen zu Fritz Sänger finden Sie direkt hier, unter Bestände / Nachlässe und Deposita.