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FES / AdsD / Das Historische Stichwort / November / Revolution und Proklamation der Republik

07.11.1918: Revolution und Proklamation der Republik in Bayern

Demonstration der USPD in München (Kurt Eisner im offenen Wagen)

Am 7. November 1918 rief Kurt Eisner, der Vorsitzende der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei (USPD), in München vor dem Landtagsgebäude den republikanischen "Freien Volksstaat Bayern" aus.
Eisner, der 1910 als Journalist nach München gekommen war, hatte zu Beginn des Ersten Weltkrieges als SPD-Mitglied noch die Kriegskredite befürwortet. Im Laufe des Weltkrieges entwickelte er sich jedoch zu einem erbitterten Kriegsgegner. Als mehrere SPD-Mitglieder sich 1916 gegen die weitere Bewilligung von Kriegskrediten aussprachen und somit die Spaltung der SPD und die Gründung der USPD herbeiführten, trat Eisner der USPD bei und wurde 1917 deren Vorsitzender in Bayern.
Das agrarisch geprägte Bayern wurde durch die Dauer des Krieges hart getroffen. Viele Bauern waren in den Krieg gezogen, so dass die Frauen, Kinder und die Alten die harte Landarbeit zu leisten hatten. Die Menschen in Bayern litten Hunger und Not, da die knappen Nahrungsmittel durch die Zentralgewalt in Berlin über das gesamte Reich verteilt wurden. Dieses förderte die Kriegsmüdigkeit in der Bevölkerung. Am 7. November riefen SPD und USPD zu einer Demonstration auf. Seitens der SPD war eine Veranstaltung geplant, auf der zwar der Unmut und die Kriegsmüdigkeit der Bevölkerung zum Ausdruck gebracht und Reformen angemahnt werden sollten. Keineswegs aber sollte an den bestehenden Machtverhältnissen durch eine Revolution gerüttelt werden. Die Unabhängigen hingegen forderten deutlich die Abdankung des Bayerischen Königs Ludwig III. und die Errichtung einer freien Republik. Die aufgebrachten Massen drängten sich um die Redner und so wurde Kurt Eisner nach seiner Ansprache mit den Worten "Hoch Eisner! Hoch die Weltrevolution" gefeiert.
Dem nachträglichen Zug durch die Stadt schlossen sich immer mehr Menschen an. Kasernen wurden gestürmt, deren Soldaten sich den Massen ebenso anschlossen, wie die von den Aufständischen befreiten politischen Gefangenen.
König Ludwig III., der den Aufstand anfänglich nicht ernst nahm, geriet zunehmend unter Druck und entschloss sich schließlich, die Landeshauptstadt für einige Tage zu verlassen.
Am späten Abend wurden unter dem Vorsitz von Kurt Eisner die ersten Soldatenräte gewählt. Anschließend begaben sich die Ratsmitglieder zum Landtag, wo Eisner die Bayerische Republik ausrief und zugleich deren provisorischer Ministerpräsident wurde.
Damit wurde zwei Tage vor der Revolution im Deutschen Reich in Bayern die Monarchie durch eine Republik ersetzt - und das ohne Blutvergießen.