Das Layout dieser Seite wird mit CSS umgesetzt. Wenn Sie diesen Hinweis sehen, kann Ihr Browser CSS nicht darstellen.
Die Seite bleibt trotzdem voll funktionsfähig.
Hier finden Sie einen standard-konformen Browser: www.mozilla.org.
FES / AdsD / Das Historische Stichwort / März / Annemarie Renger gestorben

03.03.2008: Ehemalige Bundestagspräsidentin Annemarie Renger im Alter von 88 Jahren gestorben

Annemarie Renger

Annemarie Renger, die am 7. Oktober 1919 als fünftes Kind in Leipzig geboren wurde ist am 3. März 2008 nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Sie wuchs in einer sozialdemokratisch geprägten Familie auf. Und trat der SPD 1945 bei. Zuerst wird sich in der Öffentlichkeit bekannt als engste Mitarbeiterin und Vertraute von Kurt Schumacher. Im September 1953 wurde Annemarie Renger in den Deutschen Bundestag gewählt, dem sie bis 1990 ununterbrochen angehört. Von 1969 bis 1972 fungierte sie als eine der vier parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Von 1972 bis 1976 bekleidete Annemarie Renger das zweithöchste Staatsamt der Bundesrepublik: als erste Frau und als erste Sozialdemokratin wurde sie zur Präsidentin des Deutschen Bundestags gewählt. In ihrer Antrittsrede erklärt sie: „Die Wahl einer Frau für dieses Amt hat verständlicherweise einiges Aufsehen erregt. Das Erstmalige und mithin Ungewohnte gerät in die Gefahr, zum Einmaligen und Besonderen erhoben zu werden. Damit wäre niemandem gedient...Ich meine, daß die Frauen unter den Mitgliedern des Hohen Hauses keine Ausnahmestellung wünschen."

Bis zur ihrem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag 1990 fungierte sie als Bundestagsvizepräsidentin. Annemarie Renger hatte zahlreiche Ämter inne: Präsidentin des Deutschen Rats der Europäischen Bewegung , Vizepräsidentin der Europa-Union Deutschlands, Vorsitzende des Deutschen Helsinki-Menschenrechtskomitees, Vorsitzende des Arbeiter-Samariter-Bundes, um nur einige zu nennen. Ab 1985 war sie Vorsitzende der Kurt-Schumacher-Gesellschaft. Bis ins hohe Alter engagierte sie sich für die deutsche Sozialdemokratie. In einer Zeit, in der der Frauenanteil in der SPD-Fraktion bei nur 5,4 Prozent lag, meldete sie selbstbewusst ihren Anspruch an und wartete nicht etwa darauf, angesichts der erstarkenden Frauenbewegung, von ihren männlichen Kollegen aus geschlechtsspezifischen Kalkül heraus gewählt zu werden. "Ich war der Meinung, daß man jedes Amt annehmen muß, das Frauen in den Stand setzt zu beweisen, Frauen können es genauso gut - vielleicht sogar besser als Männer." sagte sie in einem Interview 1998.

Annemarie Renger gehörte zu den Wegbereiterinnen des Erfolges der Frauen in der SPD.

Weitere Informationen zu Annemarie Renger finden Sie unter Bestände auf unserer Homepage und unter Historisches Stichwort

Meldungen zum Tod von Annemarie Renger finden Sie unter:
Spiegel-online
Tagesschau