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16.01.1931: Johannes Rau geboren

Johannes Rau, 1986

„Versöhnen statt Spalten“ war einer seiner Wahlsprüche und sein Hauptanliegen als Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Johannes Rau, Journalist, Verleger, Oberbürgermeister, Ministerpräsident und Bundespräsident, wäre am 16. Januar 2011 80 Jahre alt geworden.

Johannes Rau, der auch oft „Bruder Johannes“ genannt wurde, war fast 50 Jahre Mitglied in der SPD und 20 Jahre Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. In dieser Zeit prägte er als Landesvater NRWs durch seinen tief verwurzelten christlichen Glauben und seine menschliche Art, des Daseins, Zuhörens und Anteilnehmens an den Problemen des Landes seine Zeit als Ministerpräsident. Viele Bürger NRWs erhielten auch handgeschriebene Glückwünsche z.B. zum Geburtstag oder Hochzeitstag ihres Ministerpräsidentens.

In seiner Zeit als Wissenschaftsminister des Landes NRW reformierte er u.a. das Hochschulwesen, als Ministerpräsident holte er drei mal hintereinander die absolute Mehrheit der Wählerstimmen für die SPD. 1999 wurde seine lange Politikerkarriere, angefangen als Kommunalpolitiker in Wuppertal, über Oberbürgermeister, Landesminister und Ministerpräsident mit der Wahl zum Bundespräsidenten gekrönt. In seiner Antrittsrede sagte Rau: „Jeder meiner Vorgänger hat in seiner Zeit dem Amt des Bundespräsidenten eine eigene Prägung gegeben... Jeder hat seine besonderen Fähigkeiten und Gaben in das Amt einzubringen versucht und doch waren sie Repräsentanten des ganzen Deutschland. .. Ich will das mit meinen Gaben und auf meine Weise tun.“

Die 1997 von seinem Amtsvorgänger Roman Herzog eingeführten ‚Berliner Reden’ setzte er fort und hielt sie im jährlichen Turnus. Als Bundespräsident unternahm Johannes Rau 76 Auslandsreisen, wobei die wahrscheinlich wichtigste seiner Amtszeit ihn im Februar 2000 nach Israel führte, wo er als erster deutscher Politiker eine Rede auf Deutsch vor der Knesset hielt. In dieser bat er das jüdische Volk um Vergebung für die Verbrechen des Nationalsozialismus, was seine jahrelangen Bemühungen um die Versöhnung zwischen Juden und Deutschen untermauerte. Bei der Wahl 2004 trat er für eine zweite Amtszeit nicht mehr an und wurde am 29. Juni 2004 mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet.

Nicht nur als Politiker, sondern auch privat engagierte sich Johannes Rau, z.B. als Schirmherr der Initiative „Schüler helfen Leben“, der „Deutschen Stiftung Denkmalschutz“ oder der Bürgerinitiative „Gesicht zeigen!“, sowie in der Evangelischen Kirche.

1982 heiratete er Christina Delius, mit der er drei Kinder, Anna Christina , Philip Immanuel und Laura Helene, hatte und seinen Urlaub immer auf der Insel Spiekeroog verbrachte, wo auch die kirchliche Hochzeit der beiden stattfand und die drei Kinder getauft wurden.

Johannes Rau wurden zahlreiche Auszeichnungen verliehen, u.a. die Ehrendoktorwürden der Universitäten Düsseldorf, Hagen Bochum, Berlin, Dortmund, Beerscheba, Haifa und Nanjing, Ehrenbürgerwürden von Wuppertal, Bonn, Berlin, Spiekeroog und Maroldsweisach, sowie verschiedene Ehrenmitgliedschaften, Ehrensenatorenwürde, Preise und Orden.

Johannes Rau verstarb am 27. Januar 2006, wenige Tage nach seinem 75. Geburtstag in Berlin.

Das Historische Stichwort zum Todestag von Johannes Rau finden Sie hier, das Stichwort zur Ministerpräsidentenwahl hier, das Stichwort zur Bundespräsidentenwahl hier, sowie weitere Informationen hier unter Bestände / Nachlässe und Deposita.

Die Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung ehrte Johannes Rau mit einer Gedenkveranstaltung zum 80. Geburtstag und einer Buchvorstellung hier

Weitere Links:

Rezension des Buches „Johannes Rau: Ein Politikerleben in Briefen, Reden und Bildern“

Zeitleiste zu Johannes Raus Leben

WDR-Bericht zur Gedenkfeier des Landes NRW

Bildergalerie Johannes Rau

Johannes Raus Reden