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FES / AdsD / Das Historische Stichwort / September / Johannes Rau Ministerpräsident

20.09.1978: Johannes Rau Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen

Johannes Rau, 1993

Am 20. September 1978 wurde Johannes Rau als Nachfolger von Heinz Kühn Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Kühn, der nach Fritz Steinhoff (1956 - 1958) als zweiter sozialdemokratischer Ministerpräsident von NRW zwölf Jahre dieses Amt bekleidete, war zuvor aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten.

Auf einem Sonderparteitag hatte sich zuvor der SPD-Landesvorsitzende und NRW-Wissenschaftsminister Johannes Rau überraschend gegen den NRW-Finanzminister Diether Posser mit elf Stimmen Mehrheit als SPD-Kandidat durchgesetzt. Zwei Jahre später, am 11. Mai 1980 stellte sich Rau erstmalig als Ministerpräsident den Wählern und erzielte für die SPD die absolute Mehrheit der Stimmen im Landtag. Seit dieser Zeit galt er in seiner Partei als "Mann für höchste Ämter", eine Einschätzung, die sich zwei Jahre später bestätigte, als er zum stellvertretenden Parteivorsitzenden des SPD-Vorstandes gewählt wurde. Bei der Landtagswahl am 12. Mai 1985 konnte die SPD in Nordrhein-Westfalen mit ihrem Regierungschef die absolute Mehrheit von 52,1 % der Stimmen weiter ausbauen. Erstmalig bei der Landtagswahl am 14. Mai 1995 wurde dieses Ziel verfehlt. Als Koalitionspartner boten sich BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN an, die ihr Ergebnis mit 10 % der Stimmen gegenüber der vorherigen Wahl nahezu verdoppelt hatten. Mit deren Stimmen wurde Rau zum fünften Mal in Folge zum Ministerpräsidenten gewählt.

Am 1. März 1998 kündigte Rau an, den Landesvorsitz, den er seit 1977 innehatte, und das Amt des Ministerpräsidenten von NRW abzugeben. Entsprechend Raus Vorschlag wurde während eines Sonderparteitages im Mai 1998 der NRW-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement zum Ministerpräsidenten und der SPD-Bundesgeschäftsführer Franz Müntefering zum Landesvorsitzenden gewählt. Als "wahrer Landesvater" und Urheber eines "Wir-Gefühls" in Nordrhein-Westfalen wurde Rau von seinen Landsleuten hoch geschätzt. Die "Landesinitiative Zukunftstechnologien" (1984 - 1988), der Beschluss für eine öffentlich geförderte Beschleunigung des wirtschaftlichen Strukturwandels im Ruhrgebiet (Montan-Konferenz, Februar 1988) sowie ein umfassendes Umweltschutzprogramm stammen aus seiner Regierungszeit. Am 23. Mai 1999 wurde Johannes Rau von der Bundesversammlung in Berlin zum Nachfolger Roman Herzogs in das Amt des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Am 1. Juli des Jahres wurde er in Bonn vereidigt.

Das Historische Stichwort zum Todestag von Johannes Rau finden Sie hier, das Stichwort zum Geburtstag hier, das Stichwort zur Bundespräsidentenwahl hier, sowie weitere Informationen hier unter Bestände / Nachlässe und Deposita..