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FES / AdsD / Das Historische Stichwort / Mai / Hermann Müller geboren

18.05.1876: Hermann Müller geboren

Als Sohn des Schaumweinfabrikanten Georg Müller und seiner Frau Karoline wurde Hermann Müller am 18. Mai 1876 in Mannheim geboren.

Nach dem frühen Tode des Vaters musste er aus finanziellen Gründen die Schule abbrechen und begann eine Lehre als Handlungsgehilfe.

Möglicherweise war es der Umstand, dass im Kaiserreich Wohlstand die Voraussetzung für Bildung darstellte, der den siebzehnjährigen Müller Mitglied der SPD werden ließ.

 Der SDP-Parteivorstand 1909 (sitzend v.l.n.r.: Alwin Gerisch, Paul Singer, August Bebel, Wilhelm Pfannkuch, Hermann Molkenbuhr; stehend v.l.n.r.: Luise Zietz, Friedrich Ebert, Hermann Müller, Robert Wengels)
  © AdsD 1897 siedelte er nach Breslau über, war Mitarbeiter bei der sozialdemokratischen Zeitung „Breslauer Volkswacht“ und anschließend Redakteur der „Görlitzer Volkszeitung“.

In Görlitz sammelte er auch erste politische Erfahrungen als Stadtverordneter, wodurch die Parteizentrale in Berlin auf ihn aufmerksam wurde. 1906 wählte man ihn in den Parteivorstand, wo er zusammen mit Friedrich Ebert an der Modernisierung der Partei arbeitete.

Während des Ersten Weltkrieges zählte Müller zu den Befürwortern der - auch in der SPD umstrittenen - „Burgfriedenspolitik“, die eine kritische Auseinandersetzung mit anderen Parteien zugunsten einer „vaterländischen Verteidigung“ angesichts des Krieges unterbinden sollte.

1916 wurde er in Schlesien in den Reichstag gewählt und trat 1918/19 als stellvertretender Vorsitzender des Zentralrates der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands für eine parlamentarische Demokratie ein.

 Hermann Müller und Johannes Bell, 1919
© AdsDIm Juni 1919 wurde Hermann Müller neben Otto Wels zum SPD-Vorsitzenden gewählt und übernahm zugleich das Amt des Außenministers im Kabinett von Gustav Bauer (SPD). In dieser Tätigkeit oblag ihm am 28. Juni 1919 die Unterzeichnung des Friedensvertrages im Schloss von Versailles.

Nach dem Rücktritt Gustav Bauers am 26. März 1920 bildete Müller als Reichskanzler bis zur Reichstagswahl am 6. Juni 1920 ein Übergangskabinett und übernahm nach der Wahlniederlage der SPD den Vorsitz der SPD-Reichstagsfraktion.

Bei der Reichstagswahl im Juni 1928 errang die SPD ihr bestes Ergebnis seit 1919. Mit der Regierungsbildung beauftragt, begründete Müller nach zähen Verhandlungen eine Große Koalition mit der Deutschen Demokratischen Partei (DDP), dem Zentrum, der Bayrischen Volkspartei (BVP) und der Deutschen Volkspartei (DVP).

Nach der Erkrankung des neuen Außenministers Stresemann (DVP) übernahm Müller im September des Jahres die Verhandlungen mit den Siegermächten in Genf und erreichte die vorzeitige Räumung des Rheinlandes durch die Franzosen sowie die entgültige Regelung der Reparationsfrage.

Hermann Müller, 1924
©AdsDTrotz dieser außenpolitischen Erfolge kam es innenpolitisch zu großen Konflikten zwischen der SPD und den Koalitionspartnern. Einerseits war die SPD gezwungen, von ihren Wahlversprechen abzurücken, um die Koalition nicht zu gefährden. Andererseits führte der „Schwarze Freitag“ der New Yorker Börse zu einer weltweiten Wirtschaftskrise, welche die deutsche Haushaltssituation dramatisch verschärfte.

Am 27. März 1930 scheiterte die Regierung Müller an der Erhöhung des Beitrages zur Arbeitslosenversicherung.

Ein knappes Jahr nach seinem Rücktritt verstarb Hermann Müller am 20. März 1931. Mit seiner Amtszeit endete die letzte parlamentarische Regierung der Weimarer Republik.