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FES / AdsD / Das Historische Stichwort / Februar / Franz Mehring geboren

27.02.1846: Franz Mehring geboren

Franz Mehring wurde am 27. Februar 1846 in einem protestantischen Elternhaus in Schlawe/Pommern geboren. Er studierte in Leipzig klassische Philologie und Geschichte und arbeitete als Journalist bei verschiedenen Tages- und Wochenzeitungen, u.a. bei der Berliner Tageszeitung „Die Zukunft“, „Frankfurter Zeitung“, „Die Waage“. 1882 promovierte Mehring in Leipzig. Seine politische Einstellung in jungen Jahren war bürgerlich-demokratisch und eher distanziert von der Sozialdemokratie, kurzzeitig sympathisierte er auch mit den Nationalliberalen. In den Jahren von 1871-1874 berichtete Franz Mehring für das Oldenberg’sche Korrespondenzbüro über Reichs- und Landtagssitzungen und wurde in dieser Zeit zu einem bekannten Parlamentsberichterstatter. Begegnungen mit August Bebel und Wilhelm Liebknecht allerdings prägten ihn und er begann die Schriften Karl Marx zu lesen. Vor allem die Empörung über das Sozialistengesetz und Bismarcks Sozialgesetzgebung sowie die Aneignung marxistischer Gedanken näherten Mehring der sozialdemokratischen Position an. 1884 wurde er Chefredakteur der liberalen „Volks-Zeitung“ und wurde dort zum Sprachrohr gegen das Sozialistengesetz. Darüber hinaus entwickelte er ein freundschaftliches Verhältnis gegenüber Bebel und Liebknecht. 1891 trat Mehring in die SPD ein.

Er wurde Chefredakteur der „Neuen Zeit“ und der „Leipziger Volkszeitung“ und verfasste zudem Beiträge für den „Vorwärts“ und den „Wahren Jacob“, wodurch er zu einer der bekanntesten sozialdemokratischen Journalisten seiner Zeit wurde.

Neben dem Journalismus arbeitete Mehring auch als Historiker und verfasste unter anderem eine „Geschichte der Deutschen Sozialdemokratie“ und eine wissenschaftliche Betrachtung der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. 1906 wurde er Lehrer an der SPD-Parteischule.

Ab 1912 kommt es zu innerparteilichen Meinungsverschiedenheiten zwischen Traditionalisten wie Franz Mehring und Karl Liebknecht sowie Revisionisten wie Eduard Bernstein und Friedrich Ebert. In dieser Zeit wurde Mehring trotz seiner bürgerlichen Herkunft und späten Besinnung zur Arbeiterbewegung, zu einem der vehementesten Verteidiger von Marx Intentionen und des traditionellen Klassenkampfes. In der Folge distanziert sich Mehring vom Parteivorstand und während des Ersten Weltkriegs auch immer mehr von der SPD und beteiligt sich 1916 an der Gründung der Spartakusgruppe, weswegen er für vier Monate inhaftiert wurde. 1917/18 wird Mehring Mitglied des Preußischen Landtages und ist ende 1918 an der Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands beteiligt.

Am 29. Januar 1919 starb Franz Mehring nach schwerer Krankheit in Berlin. Sein Grab befindet sich auf dem Berliner Zentralfriedhof Friedrichsfelde in der Gedenkstätte der Sozialisten.

Weitere Informationen zu Franz Mehring finden Sie direkt hier, unter Bestände / Nachlässe und Deposita.