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FES / AdsD / Das Historische Stichwort / Januar / Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet

15.01.1919 - Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet

Portraitfoto Rosa Luxemburg 1890 Portraitfoto Karl Liebknecht 1907

Karl Liebknecht, Sohn des SPD-Politikers Wilhelm Liebknecht, war von 1912 bis 1916 Reichstagsabgeordneter und gehörte dem linken Flügel der SPD an. Als erster stimmte er 1914 im Reichstag offen gegen die Kriegkredite und brach im Laufe der innerparteilichen Auseinandersetzungen um die Haltung zum Krieg mit der SPD. Wegen Protesten gegen den Krieg wurde er festgenommen und verurteilt. Ab 1916 stand er mit Rosa Luxemburg an der Spitze der politisch heterogenen "Spartakusgruppe", die sich anfänglich der von der SPD abgespaltenen Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei (USPD) anschloss. Wie Luxemburg wurde Karl Liebknecht dann einer der Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).

Rosa Luxemburg entstammte einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie. Aufgrund ihres Engagement für die Arbeiterbewegung musste sie das damals von Russland beherrschte Polen verlassen und wurde 1898 preußische Staatsbürgerin. Als führende Persönlichkeit des linken SPD-Flügels setzte sie auf spontane Aktionen und Massenstreiks als Mittel der sozialen Revolution. Von 1916 bis 1918 war sie mehrfach wegen ihrer Anti-Kriegs-Haltung in Haft.

Gegen den Widerstand von Karl Liebknecht und Luxemburg lehnte die KPD auf ihrem Gründungsparteitag am 31.12.1918/1.1.1919 mit großer Mehrheit die Beteiligung an den Wahlen zur Nationalversammlung ab und setzte auf revolutionäre Agitation auf der Straße. Enttäuschung bei vielen Arbeitern über die Entwicklung seit dem Sturz der Monarchie und dem Waffenstillstand im November 1918 und die wachsende Konfrontation mit der von der SPD geführten Regierung der Volksbeauftragten kumulierten ab 5. Januar 1919 im sogenannten "Spartakusaufstand", dessen Ziel die Eroberung der "Macht des revolutionären Proletariats" war.

Nach der blutigen Zerschlagung des Aufstandes durch Regierungstruppen unter Führung der alten Offiziere wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Haft genommen, befragt und misshandelt. Bei der Überführung in das Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit wurden sie von Mitgliedern der Gardekavallerie-Schützendivision erschossen. Die Leiche von Rosa Luxemburg warfen ihre Mörder in den Landwehrkanal. Sie wurde erst am 31. Mai 1919 gefunden.

Zuerst hieß die offizielle Verlautbarung, dass Karl Liebknecht auf der Flucht erschossen und Rosa Luxemburg durch eine aufgebrachte Menge ermordet worden sei, doch schon wenig später ergaben Ermittlungen, dass ihre jeweiligen Bewacher die beiden politischen Führer töteten. Die blutigen Ereignisse um den Spartakusaufstand und die Morde wurden zu einer schweren Belastung für die junge Demokratie der Weimarer Republik.

Bei einem Prozess fanden die an den Morden Beteiligten im Mai 1919 äußerst milde Richter und kamen mit geringen Freiheitsstrafen davon oder wurden freigesprochen.

Weitere Informationen zu Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht finden Sie unter Bestände / Nachlässe und Deposita für Rosa Luxemburg bzw. Karl Liebknecht .