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FES / AdsD / Das Historische Stichwort / Juni / Paul Löbe zum Reichstagspräsidenten gewählt

25.06.1920: Paul Löbe zum Reichstagspräsidenten gewählt

Am 25. Juni 1920 wurde Paul Löbe mit 397 von 420 Stimmen zum Präsidenten des Reichstages gewählt. Löbe, 1875 in Schlesien geboren, trat mit zwanzig Jahren der SPD bei, gründete 1898 den SPD-Ortsverein Ilmenau und wurde 1899 Vorsitzender der SPD in Mittelschlesien. Nach dem Tode Friedrich Eberts trug ihm der Reichsvorstand der SPD die Kandidatur zum Reichspräsidenten an, was er jedoch ablehnte. Das Amt des Reichstagspräsidenten übte er mit einer kurzen Unterbrechung bis 1932 aus. Er erwarb sich durch seine maßvolle Amtsführung Achtung und Sympathie sowohl bei seinen politischen Freunden, als auch bei seinen gemäßigten Gegnern. Nachdem die Nationalsozialisten bei den Juli-Wahlen 1932 stärkste politische Kraft in Deutschland wurden, drängte der Nationalsozialisten Herrmann Göring Paul Löbe aus dem Amt.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde er als „führender Sozialdemokrat“ für sechs Monate inhaftiert und nahm nach seiner Freilassung Kontakt zum Widerstandskreis um Carl Friedrich Goerdeler auf. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er aufgrund dieser Verbindung erneut verhaftet und in das Konzentrationslager Groß-Rosen gebracht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte er sich maßgeblich am Wiederaufbau der SPD und wurde Mitglied des Berliner Zentralausschusses der Partei. Dabei lehnte er die Zwangsvereinigung mit der KPD zur SED in der sowjetischen Besatzungszone strikt ab. Er verließ deshalb den Zentralausschuss der (Ost-)Berliner SPD und engagierte sich in der SPD der Westsektoren, die selbständig blieb. 1947 wurde er zum Vorsitzenden des Außenpolitischen Ausschusses der SPD ernannt.
Von 1949 bis 1953 war Löbe Mitglied des Deutschen Bundestages und dessen erster Alterspräsident.

Paul Löbe starb 1967 im Alter von 92 Jahren in Bonn