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FES / AdsD / Das Historische Stichwort / Mai / Zerschlagung der Gewerkschaften

02.05.1933: Zerschlagung der Gewerkschaften

Die gewaltsame Zerschlagung der freien Gewerkschaften am 2.5.1933 bildete einen Höhepunkt der bereits im Laufe des Frühjahrs 1933 in weiten Bereichen vollzogenen Unterdrückung und Verfolgung der organisierten Arbeiterschaft. Der Befehl für diese Zerschlagungsaktion wurde bereits am 21. April ausgegeben und deutete auch darauf hin, dass der ADGB mit diesem Zeitpunkt gedemütigt werden sollte. Der 1. Mai, erstmals als offizieller Feiertag begangen, diente zur Demonstration der vorgeblichen Einheit von Nationalsozialisten und Arbeiterschaft. Der ADGB hatte am 15. bzw. 19. April zur Teilnahme an den nationalsozialistischen Maifeiern aufgerufen. Einen Tag nach der gelungenen Inszenierung im gesamten Reich hofften manche Gewerkschafter, nun hätten die Gewerkschaften ihren anerkannten Platz im "Neuen Staat" gefunden, doch die Realität der Diktatur holte sie ein; die freien Gewerkschaften wurden zerschlagen, die anderen Richtungsgewerkschaften zur Gleichschaltung gezwungen. Bei der Besetzung der Gewerkschaftshäuser wurden die führenden Funktionäre verhaftet. Es kam dabei zu Brutalitäten und vereinzelt zu Morden an Gewerkschaftsfunktionäre. Außer den Verhafteten - Bundesvorstand, Verbandsvorsitzende und Bezirkssekretäre - mussten die meisten Gewerkschaftsangestellten nach den Besetzungsaktionen jedoch ihre Arbeit unter Aufsicht von NS-Kommissaren für einige Zeit fortsetzen, nicht zuletzt, um Unruhe und Widerstand unter den Mitgliedern zu verhindern.

Als Ersatzorganisation wurde am 10. Mai durch Robert Ley die "Deutsche Arbeitsfront" (DAF) gegründet, die die gleichgeschalteten Arbeiter- und Angestelltenverbände unter sich vereinte . Angestellte und hauptamtliche Funktionäre der Gewerkschaften wurden, soweit sie nicht inhaftiert oder emigriert waren, sich auf der Flucht befanden oder ermordet wurden, zumeist aus ihren bisherigen Beschäftigungsverhältnissen wegen "staatsfeindlicher Einstellung" entlassen.