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FES / AdsD / Das Historische Stichwort / Juni / Friedensdemonstration in Bonn

10.06.1982: bisher größte Demonstration der Friedensbewegung in Bonn

Willy Brandt auf der Demonstration der Friedensbewegung in Bonn, 19841976 hatte die UdSSR unter Verweis auf eine steigende Anzahl von französischen und britischen Mittelstreckenraketen begonnen, ihre SS-4 und SS-5-Raketen, nach und nach gegen moderne SS-20-Raketen auszutauschen. Diese auf Westeuropa gerichteten Raketen besaßen eine höhere Reichweite, eine größere Zielgenauigkeit und konnten darüber hinaus mit atomaren Mehrfachgefechtsköpfen bestückt werden.

Die Nato-Verbündeten, die darin eine Gefahr hinsichtlich ihrer eigenen atomaren Abschreckungswirkung sahen, beschlossen darauf hin, moderne Raketen des Typs Pershing II und Cruise Missiles in Westeuropa zu stationieren, wobei die Pershing II-Raketen ausschließlich in Deutschland stationiert werden sollten. Begründet wurde die Stationierung vor allem damit, dass auf diesem Wege Druck auf die UdSSR ausgeübt werden könne. Man wolle die Stationierung der Raketen zurücknehmen, sollte die UdSSR ihrerseits auf die Einrichtung ihrer SS-20-Raketen verzichten. Ziel war es, die gesamten atomaren Sprengköpfe aus Europa zu verbannen

Kritiker sahen besonders in den westeuropäischen Mittelstreckenraketen eine große Gefahr, da hierdurch ein atomarer Krieg auf Europa begrenzt bleiben und somit die Abschreckung seitens der USA reduziert werden könne.

Tatsächlich gab es Ende der 1970er Jahre in den USA einen Wandel in der Sicherheitspolitik. Der militärische Sieg bei einem Einsatz atomarer Waffen in Europa wurde diskutiert und nicht zuletzt wegen der Zielgenauigkeit der neuen Raketen seitens der USA für möglich erachtet.

Nachdem die UdSSR im Dezember 1979 in Afghanistan einmarschierte, verschärfte sich der „Kalte Krieg“ zwischen den Supermächten. Zu Verhandlungen zwischen der Nato und dem Warschauer Pakt kam es vorerst nicht. Ein 1981 vorgeschlagener Kompromiss wurde vom amerikanischen Senat abgelehnt.

Am 10. Juni 1982 wurde in Bonn ein Nato-Gipfeltreffen durchgeführt. Dieses wurde von der Friedensbewegung zum Anlass genommen, um eine Demonstration gegen die Stationierung der Raketen in Westeuropa zu organisieren. Etwa 400.000 Menschen folgten dem Aufruf und versammelten sich zu verschiedenen Kundgebungen auf den Beueler Rheinwiesen. Diese friedliche Demonstration war die bisher größte ihrer Art in Deutschland.

1983 wurde die Stationierung der Persching II-Raketen auf deutschem Boden von der Bundesregierung genehmigt. Im Zuge der veränderten Innen- und Außenpolitik der UdSSR wurde 1987 wurde der Abbau aller Mittelstreckenraketen aus Europa von der UdSSR und den USA vertraglich beschlossen.

Auch in den Folgejahren versammelten sich Friedensaktivisten zu großen Demonstrationen in Bonn.