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20.09.1985: Irmgard Enderle gestorben

Am 20. September 1985 verstarb die sozialdemokratische Politikerin, Gewerkschafterin und Journalistin Irmgard Enderle.

Die 1895 geborene Tochter eines Gymnasiallehrer absolvierte eine Ausbildung zur Lehrerin und studierte ab 1917 Volkswirtschaftslehre und Pädagogik an der Universität Berlin. 1918 schloss sie sich dem Spartakusbund an und später der KPD, wo sie ab 1919 hauptamtlich in der Land- später in der Gewerkschaftsabteilung tätig war.

1924 wurde sie Gewerkschaftsredakteurin der KPD-Tageszeitung ‚Klassenkampf’, ab 1927 beim Zentralorgan ‚Rote Fahne’. 1929 wurde sie aus der KPD ausgeschlossen und trat der KPO bei, 1932 dann der SAP.
1929 heiratete sie, den auch zur KPO gehörenden August Enderle. Gemeinsam mit ihrem Mann leitete sie nach der Machtübernahme der NSDAP 1933 zunächst die illegale Arbeit der SAP, bis sie im Juni 1933 verhaftet wurde und anschließend nach Schweden flüchtete. Von hier aus unterstützte sie die Widerstandsgruppen der Partei in Norddeutschland, war in der ‚Landesgruppe deutscher Gewerkschafter in Schweden’ und der ‚Bewegung für eine Volksfront’ aktiv. Weiterhin schrieb sie für die schwedische Gewerkschaftspresse und die schweizerische ‚Rote Revue’. Im November 1944 trat sie mit der schwedischen SAP-Landesgruppe der SPD bei.

Im Sommer 1945 kehrte Irmgard Enderle zusammen mit ihrem Mann nach Deutschland zurück, wo sie sich in Bremen niederließen und sich am Wiederaufbau der örtlichen SPD und der Bremer Gewerkschaften engagierte. Dort war sie auch Mitbegründerin des ‚Weser-Kuriers’, wo sie bis 1947 als Redakteurin arbeitete. Von 1947-1949 arbeitete sie als Redakteurin des ‚Bund’ und 1949-1951 bei der DGB-Zeitung ‚Welt der Arbeit’. Als freie Journalistin war sie u.a. in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit tätig.
Von 1946-1947 war sie auch Mitglied in der Bremischen Bürgerschaft, von 1948-1949 im Wirtschaftsrat der Bizone. 1950-1955 gehörte Irmgard Enderle dem Vorstand der IG Druck und Papier an und war zeitweise Vorsitzende der Deutschen Journalisten Union und des DGB-Frauenausschusses.