Das Layout dieser Seite wird mit CSS umgesetzt. Wenn Sie diesen Hinweis sehen, kann Ihr Browser CSS nicht darstellen.
Die Seite bleibt trotzdem voll funktionsfähig.
Hier finden Sie einen standard-konformen Browser: www.mozilla.org.
FES / AdsD / Das Historische Stichwort / Januar / Willi Eichler geboren

7.1.1896 - Willi Eichler geboren

Zur Konfirmation von Willi Eichler, 15.4.1911

Willi Eichler wurde am 7. Januar 1896 in Berlin geboren. Er besuchte die Volksschule, danach die Handelsschule und machte eine kaufmännische Lehre. 1915 wurde er Soldat und war bis 1918 Kriegsteilnehmer im Ersten Weltkrieg. Eichler, der 1923 in die SPD eingetreten war, schloß sich dem Internationalen Jugendbund (IJB) an. Nach Ausschluß der Mitglieder des IJB aus der SPD gründete der Göttinger Philosophie-Professor Leonard Nelson 1925 den Internationalen Sozialistischen Kampfbund (ISK) . Eichler war bis zu Nelsons Tod 1927 als dessen Sekretär tätig. Bis 1945 war dann Eichler selbst Vorsitzender des ISK. Ab 1932 gab er in Berlin die Tageszeitung "Der Funke" heraus, die sich für die Bildung einer Einheitsfront der Arbeiterbewegung zur Verteidigung der Republik einsetzte.

Willi Eichler in seiner Kölner Wohnung 1950

1933 musste Eichler in die Emigration gehen, sein Weg führte ihn - über Paris und Luxemburg - kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nach England. Er war Herausgeber der "Reinhart-Briefe", die heimlich in Deutschland verbreitet wurden, und der Zeitschrift "Die Sozialistische Warte". In London wurde er Mitarbeiter an den Sendungen der BBC für deutsche Arbeiter und Herausgeber des Informationsdienstes "Europe Speaks". Ab 1941 engagierte er sich als Gründungs- und Vorstandsmitglied in der "Union deutscher sozialistischer Organisationen in Großbritannien", die nach Kriegsende in der SPD aufging. 1945 kehrte er nach Deutschland zurück und beteiligte sich am Wiederaufbau der SPD. 1946-1971 gab Eichler die Zeitschrift "Geist und Tat" heraus und war 1946-1951 zugleich Chefredakteur der "Rheinischen Zeitung" in Köln. Eichler wurde 1947 Mitglied des Parteivorstandes, dem er bis 1968 angehörte. Dort verantwortete er die Bereiche Kulturpolitik und Programmatik und leitete u.a. die Kommission zur Erarbeitung des Godesberger Programms, an dessen Durchsetzung er entscheidend mitwirkte. 1952-1958 fungierte er als eines der besoldeten Mitglieder des SPD-Parteivorstandes und danach als hauptamtliches Vorstandsmitglied der Friedrich-Ebert-Stiftung. Er war Vorsitzender des SPD Bezirks Mittelrhein von 1947 bis 1953, 1947-1948 Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtags, 1948-1949 Mitglied des Frankfurter Wirtschaftsrats und 1949-1953 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Willi Eichler, Herta Gotthelf und Susanne Miller, Aufenthalt in der Rhön 1948

Eichler, der mit Susanne Miller verheiratet war, starb am 17.10.1971 in Bonn.

Seit 1977 trägt ein Bildungswerk in Nordrhein-Westfalen seinen Namen.

Weitere Informationen zu Willi Eichler finden Sie hier unter Bestände / Nachlässe und Deposita.