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FES / AdsD / Das Historische Stichwort / Februar / Friedrich Ebert zum Reichspräsidenten gewählt

11.02.1919 Friedrich Ebert zum Reichspräsidenten gewählt

Foto einer Zeichnung mit handschriftlichem Gruß an den Jugendfreund Karl Seppich, 1919
		Rechteinhaber nicht ermittelbar

Vom Sattler zum Reichspräsidenten: Friedrich Ebert (1871-1925)

Friedrich Ebert absolvierte nach Abschluss der Volksschule 1885 eine Lehre als Sattler. Um den sozialen Ungerechtigkeiten des Deutschen Kaiserreichs zu begegnen, schloss er sich der SPD und der Gewerkschaft an. In Bremen erhielt er 1893 eine Festanstellung als Redakteur bei der örtlichen SPD-Zeitung. Schon ein Jahr später wurde er zum Parteivorsitzenden gewählt. Außerdem fungierte er in Bremen als Vorsitzender des Sattlerverbandes und war Mitglied der Bürgerschaft.

SPD-Parteivorstand, Reichstagsarbeit und Erster Weltkrieg

1905 zog Friedrich Ebert nach Berlin und wurde in den SPD-Parteivorstand gewählt, 1912 errag er ein Mandat im Reichstag. Nach August Bebels Tod im Jahr 1913 wurde Ebert neben Hugo Haase zum Vorsitzenden der SPD gewählt.

Der Erste Weltkrieg spaltete die Partei zunehmend. Obwohl Ebert bis 1916 beharrlich versuchte, für einen Ausgleich zu sorgen, führten die Konflikte um die Bewilligung der Kriegkredite schließlich zur Parteispaltung in MSPD und USPD.

Novemberrevolution

Friedrich Ebert, Emil Barth, Otto Landsberg, Hugo Haase, Wilhelm Dittmann und Philipp Scheidemann, 1918
		© AdsDAm 9. November 1918 traten in Berlin zahlreiche Arbeiter in den Streik und demonstrierten für eine grundlegende Neugestaltung der politischen Verhältnisse. Reichskanzler Max von Baden erklärte eigenmächtig den Rücktritt von Kaiser Wilhelm II. und übergab sein eigenes Amt dem Vorsitzenden der SPD-Reichstagsfraktion, Friedrich Ebert, um die Bevölkerung zu beruhigen. Dieser machte sich für eine demokratisch zu wählende Nationalversammlung stark.

Am darauffolgenden Tag konnte der neue Reichskanzler den sechsköpfigen Rat der Volksbeauftragten als provisorische Staatsspitze durchsetzen. Den Vorsitz dieses Gremiums teilte sich Ebert mit Hugo Haase, mittlerweile USPD-Vorsitzender. Nach einer zweiten Revolutionswelle, dem sogenannten „Spartakusaufstand“, ging die SPD aus der Nationalversammlungswahl am 19. Januar als stärkste Fraktion hervor. Erstmals hatten auch Frauen wählen dürfen.

Reichspräsident aller Deutschen

Am 6. Februar eröffnete Friedrich Ebert die Nationalversammlung in Weimar. Fünf Tage später, am 11. Februar 1919, wurde er zum Reichspräsidenten gewählt. Ebert sah sich als Reichspräsident aller Deutschen. Für ihn war klar: „Demokratie braucht Demokraten“.

In den massiven Krisen, die den deutschen Staat in den folgenden Jahren erschütterten, traf Ebert manch unpopuläre Entscheidung, immer jedoch mit dem Ziel, die parlamentarische Demokratie zu bewahren. So gelang es ihm, die Währung zu stabilisieren, die Erleichterung der Reparationen zu befördern und die Staatsausgaben in den Griff zu kriegen.

Verleumdungsprozess

Von der Mitteldeutschen Presse in einen Verleumdungsprozess verwickelt, verschleppte Ebert 1924 die medizinische Behandlung einer Blinddarmentzündung. Daran starb er am 28. Februar 1925. Nur wenige Tage später begründete der SPD-Vorstand die Friedrich-Ebert-Stiftung, um Arbeiterkindern ein Studium zu ermöglichen und die Demokratie und internationale Verständigung zu fördern.

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