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08.10.1992: Willy Brandt gestorben
Nachdem Willy Brandt bereits 1991 schwer erkrankt war, starb er am 8. Oktober 1992 in seinem Privathaus in Unkel bei Bonn.
An der offiziellen Trauerfeier im Berliner Reichstag am 17. Oktober 1992 nahmen mehr als 1.600 Gäste aus aller Welt teil, um dem neben August Bebel bedeutendsten sozialdemokratischen Politiker die letzte Ehre zu erweisen. Bereits am Vorabend des offiziellen Staatsaktes versammelten sich Berliner Sozialdemokraten in der Eissporthalle im Wedding. Spontane Trauerkundgebungen tausender von Menschen fanden zudem in Berlin und vielen anderen deutschen Städten statt.
Willy Brandt erwarb in all seinen Ämtern und Funktionen - als Regierender Bürgermeister von Berlin, als Außenminister der Großen Koalition, als Bundeskanzler, Parteivorsitzender und Ehrenvorsitzender der SPD, als Präsident der Sozialistischen Internationale (SI) und Vorsitzender der Nord-Süd-Kommission - weit über die Grenzen der eigenen Partei hinaus Ansehen und Respekt. Für seine Politik der kleinen Schritte und für die Aussöhnung mit den Ländern des ehemaligen Ostblocks erhielt Willy Brandt 1971 den Friedensnobelpreis.
Es war die Erfüllung seiner Vision, dass er die deutsche Einheit noch selbst erleben durfte.
In den letzten Monaten seines Lebens war der deutsche Einigungsprozess das dominierende politische Gestaltungsfeld für Willy Brandt. Bei der Öffnung der innerdeutschen Grenze war er es, der am Brandenburger Tor in Berlin am 10. November 1989 verkündete: "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört."

Willy Brandts Ruhestätte befindet sich auf dem Waldfriedhof in Berlin-Zehlendorf.
Weitere Informationen zu Willy Brandt finden Sie direkt hier, unter Bestände / Nachlässe und Deposita.
