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20.07.1944: Attentatsversuch gegen Hitler

Um die Mittagszeit des 20. Juli 1944 explodiert eine Bombe in dem Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ bei Rastenburg in Ostpreußen. Die Druckwelle reißt alle Anwesenden zu Boden. Der schwere Tisch zerbricht und die Decke stürzt herab. Vier Personen sterben. Viele sind verletzt. Adolf Hitler, dem dieses Attentat gilt, ist nur leicht verletzt. Durch die massive Tischplatte geschützt trägt er nur Hautabschürfungen, Blutergüsse und ein geplatztes Trommelfell davon.

Angesichts der drohenden militärischen Niederlage hatte sich im Verlauf des Zweiten Weltkriegs auch in der militärischen Führungsschicht eine Opposition gegen Adolf Hitler gebildet. Nachdem sich der Chef des Generalstabs beim Oberbefehlshaber des Ersatzheeres, Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg, dem Widerstand angeschlossen hatte, war vor allem er es, der den Umsturz mit größter Entschiedenheit voran trieb. Hatte Stauffenberg die Machtübernahme Hitlers 1933 noch begrüßt, so wuchs im Laufe der nationalsozialistischen Diktatur seine Empörung gegenüber Hitlers Terrorregime. Mit anderen Gleichgesinnten plante er einen Umsturz, der Hitler töten, seine Machtstrukturen beseitigen und eine rechtstaatliche neue staatliche Ordnung wiederherstellen sollte.

Der Plan der Verschwörer sah vor, nach dem Tode Hitlers den Alarmbefehl „Walküre“ auszugeben, der bereits in der Hitlerschen Regierungsstruktur verankert war und das Ziel hatte, bei inneren Unruhen das Ersatzheer zum Schutz des Regimes zu mobilisieren. Unter der Tarnung dieses Alarmbefehls sollte die Staatsgewalt übernommen und eine neue Regierung eingesetzt werden, die umgehend Friedensgespräche mit den Alliierten aufnehmen sollte.

Als Kanzler dieser neuen Regierung wünschte sich Stauffenberg den Sozialdemokraten und ehemaligen Reichstagsabgeordneten Julius Leber, der den Umsturz auf eine umfassende Volksbewegung gestützt sehen wollte. Lebers Ansicht, dass nur so die sozialen und demokratischen Kräfte lebensfähig seien, stieß jedoch bei vielen Mitverschwörern auf Kritik. So sollte schließlich der nationalkonservative Carl Friedrich Goerdeler das Amt des Reichskanzlers übernehmen. Als Vizekanzler war der Gewerkschafter und ehemalige hessische Innenminister Wilhelm Leuschner vorgesehen, der schon lange im Vorfeld des Umsturzversuchs Kontakte zu Militärs aus dem Umfeld seines früheren Ministeramtes und zu seinen früheren Gewerkschaftskollegen unterhielt. Julius Leber sollte hiernach mit dem Amt des Reichsinnenministers betraut werden, wurde aber schon vor dem Attentat am 5. Juli 1944 verhaftet.

Stauffenberg, der direkten Zugang zu Hitler hatte, führte das Attentat selber durch. In der Überzeugung, Hitler sei tot, flog er nach Berlin, um von dort den Umsturz zu leiten. In Berlin war jedoch bereits die Meldung angekommen, dass der Anschlag gescheitert sei. Dennoch wurde auf Drängen Stauffenbergs der Versuch unternommen, den Umsturz weiter durchzuführen, was aber nicht mehr gelang.

Stauffenberg und einige seiner Mitverschwörer wurden noch am Abend verhaftet und in der selben Nacht erschossen. In den folgenden Wochen verhaftete und folterte das Regime Tausende NS-Gegner. Etwa 200 Personen wurden im direkten Zusammenhang mit dem Attentat hingerichtet, unter ihnen Julius Leber, Carl Friedrich Goerdeler und Wilhelm Leuschner.