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FES / AdsD / Das Historische Stichwort / Juni / Zusammenschluss der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) der Bundesrepublik und der ASF der DDR in Hannover

23.06.1990: Zusammenschluss der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) der Bundesrepublik und der ASF der DDR in Hannover

„In Zukunft nur noch gemeinsam“: Unter diesem Motto schlossen sich die ASF in West und Ost am 23. Juni 1990 in Hannover zusammen. Damit war die Arbeitsgemeinschaft die erste SPD-Parteigliederung, die vor der entgültigen Vereinigung von der SPD in der Bundesrepublik mit der SPD (vorher: SDP) in der DDR Ende September 1990 fusionierte. Die ASF in der DDR hatte sich bereits am 10. Februar 1990 auf einer Versammlung der weiblichen Delegierten zur Vorbereitung des bevorstehenden Parteitags der SPD in der DDR in der Französischen Friedrichsstadtkirche von Berlin gegründet; ihre Vorsitzende wurde Eva Kunz. Unterstützt wurde die Gründung zu diesem Zeitpunkt von der Vorsitzenden der ASF in der Bundesrepublik, Inge Wettig-Danielmeier, und der stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden, Herta Däubler-Gmelin. Ende Februar konnte die ASF (DDR) den bisher größten Erfolg ihrer westdeutschen Schwester wiederholen und die Frauenquote im Statut der SPD in der DDR auf dem Leipziger Parteitag durchsetzen. Anfang März 1990 riefen die westdeutsche und die ostdeutsche ASF anlässlich einer Veranstaltung zum Internationalen Frauentag in Berlin gemeinsam dazu auf,. Fraueninteressen auf dem Weg zur deutschen Einheit zu sichern. Frauen- und familienpolitische Errungenschaften der ostdeutschen Arbeitsgesellschaft, wie etwa die höhere Erwerbsquote und bessere Berufsaussichten, die Fristenregelung beim Schwangerschaftsabbruch und die vorhandene Kapazität von Plätzen in Kindergärten und -krippen, sollten erhalten und auch in der Bundesrepublik ausgebaut werden. Die vereinigte ASF startete so zum Beispiel im August 1990 die Kampagne „Kinder brauchen Plätze“. Die Bilanz allerdings fiel 1992 zunächst ernüchternd aus: Frauen wurden als die Verliererinnen der Einigung Deutschlands wahrgenommen, ein beträchtlicher frauenpolitischer Rückschritt wurde konstatiert. Dies betraf nicht nur die Frauen in den neuen Bundesländern, die überdurchschnittlich von Massenentlassungen betroffen waren, sondern auch die längst erreichten frauenpolitischen Standards in den alten Bundesländern, die zunehmend wieder in Frage gestellt wurden.