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FES / AdsD / Das Historische Stichwort / Juni / AdsD eröffnet

06.06.1969: Archiv der sozialen Demokratie (AdsD) der Friedrich-Ebert-Stiftung eröffnet

Alfred Nau spricht beim Richtfest des Erweiterungsbaues der Friedrich-Ebert-Stiftung am 18.12.1974Nach mehrjähriger Vorbereitung, die insbesondere von Alfred Nau, damals Schatzmeister der SPD und zugleich Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung, vorangetrieben wurde, konnte Willy Brandt am 6. Juni 1969 das "Archiv der sozialen Demokratie" eröffnen.

Das AdsD hatte bei seiner Gründung einen Aktenbestand von 300 lfm. Den Kern bildeten die Archivalien des Vorstands der SPD, die damit aus dem Parteiarchiv in ein der Öffentlichkeit zugängliches Archiv überführt wurden.

Inzwischen zählt das AdsD - auch im internationalen Vergleich - zu den größten Archiven in der Tradition der Arbeiterbewegung. Der Kreis der Bestände ist weit über das Sammelgebiet der deutschen Sozialdemokratie hinausgewachsen, die freilich nach wie vor einen Schwerpunkt bildet. Außerdem werden verstärkt Materialien der deutschen und internationalen Gewerkschaften betreut, so u.a. die des DGB, der DAG und der IG Metall. Zusätzlich sichert das AdsD die Archivalien einer Reihe von Organisationen, z.B. von Verbänden der Arbeiterkulturbewegung, der Friedensbewegung und des Deutschen Rats der Europäischen Bewegung sowie zahlreicher internationaler Gewerkschaften. Hinzu kommen über 1.000 Nachlässe und Deposita von Persönlichkeiten der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften; genannt seien hier Willy Brandt, Gustav Heinemann, Annemarie Renger, Helmut Schmidt, Hans-Jochen Vogel und Herbert Wehner.

Gegenwärtig beherbergt das AdsD über 40 lfd. km Akten. Die Überlieferung reicht von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart, wobei der Schwerpunkt in der Zeit nach 1945 liegt.

Die Schriftgut-Bestände werden durch umfangreiche Sammlungen von Fotos, Plakaten, Flugblättern, Fahnen sowie Film-, Video- und Tondokumenten ergänzt. Diese Sammlungen werden nach und nach digitalisiert und im Internet zugänglich gemacht.

Mit seinen reichhaltigen Beständen ist das AdsD zu einer zentralen Forschungsstätte für die Geschichte der Arbeiterbewegung und der deutschen Sozial- und Zeitgeschichte insgesamt geworden. Dank des Einsatzes elektronischer Datenverarbeitungssysteme hat das AdsD zusammen mit der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung einen großen Schritt auf dem Wege zum "digitalen Dienstleistungszentrum" getan.