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Flucht vor Hitler oder Widerstand

Am 8. Januar 1938 analysierte die Geheime Staatspolizei

"Die Haltung der Sozialdemokraten im Inland war 1937 die gleiche wie in den vorhergegangenen Jahren. Man stand auf dem Standpunkt abwarten, der Anstoß zum Umschwung kommt von außen. Aber man muß sich für diesen kommenden Fall vorbereiten, um dann in gegebener Form die frühere Tätigkeit wieder aufnehmen zu können. Entsprechend dieser inneren Einstellung und dem Wunsche der Parteileitung, keine festen Organisationen aufzustellen, ist auch das Verhalten und der Zusammenhalt der Illegalen im Lande. Man sitzt abends nach Betriebsschluß zusammen und trinkt ein Glas Bier. Man trifft sich mit seinen früheren Gesinnungsgenossen in den Wohngebieten, man hält den Zusammenschluß durch Familienbesuche aufrecht. Man vermeidet irgendwelche Organisationsformen und sucht in der geschilderten Weise nur, die Freunde bei ihrer Gesinnung zu halten. Bei diesen Zusammenkünften spricht man natürlich über die politische Lage, tauscht die erhaltenen Nachrichten aus und betreibt die sogenannte Flüsterpropaganda, welche z.Zt. die wirksamste illegale Arbeit gegen den Staat, seine Einrichtungen und Maßnahmen und gegen die Partei darstellt." (Bundesarchiv, Bestand R58, Band 2242, Blatt 229)