Digitale Geschichtsquellen auf einen Blick
Das Portal zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung

Meik Woyke

Das Internetportal zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung

Der historische Arbeitsbereich der Friedrich-Ebert-Stiftung sichert, erhält und präsentiert das gedruckte und ungedruckte Erbe von Sozialdemokratie und Gewerkschaften und wertet es aus. Mit dem vor kurzem freigeschalteten „Portal zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung“ steht neuerdings ein weiteres leistungsstarkes Informationsmedium und Rechercheinstrument im Internet zur Verfügung: http://www.portal-arbeiterbewegung.de .

Das Internetportal, das kontinuierlich erweitert wird, versammelt Textdokumente, Archivdatenbanken, Online-Zeitschriften, Bestandsverzeichnisse und Netz-Quellen zur Geschichte und Geschichtsschreibung der deutschen Arbeiterbewegung. Kurze, leicht verständliche Texte führen in die verschiedenen „Epochen“ vom Vormärz bis zur deutsch-deutschen Vereinigung 1990 ein. Über die Anfänge der Sozialdemokratie und Gewerkschaftsbewegung sowie das „Sozialistengesetz“ (1878) finden sich ebenso einschlägige Informationen wie über die Novemberrevolution von 1918 und das politische Wirken von Repräsentanten der Arbeiterbewegung in Staat, Partei und Verwaltung während der Weimarer Republik. Breiten Raum nehmen zudem die Verfolgungserfahrungen unter der nationalsozialistischen Herrschaft und der Widerstand dagegen ein. Für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg richtet das „Portal zur Geschichte der Arbeiterbewegung“ den Fokus auf die vier Besatzungszonen, die 1949 gegründeten beiden deutschen Staaten und den rechtlichen wie alltäglich erfahrbaren Sonderstatus von Berlin.

Alternativ zu dieser chronologischen Ordnung nach „Epochen“ kann der Einstieg in das Internetportal auch über einen thematischen Zugriff erfolgen. Es liegen digitale Geschichtsquellen zu mehr als 20 besonders relevanten und interessanten Stichwörtern vor, darunter: Marx und Engels, Gewerkschaften, soziale Reformen, internationale Arbeiterbewegung, Biografisches, Frauenbewegung und sozialistische Gruppen und Parteien. Darüber hinaus werden zentrale Ereignisse, die auch in der Chronologie zu finden sind, wie die Friedliche Revolution 1989/90 historisch eingeordnet, und dazu passende Materialien und Internetlinks bereitgestellt. Die Stichwörter erscheinen in dem Themenportal als „Wortwolke“. Sind bereits viele Einträge hinter einem Stichwort verzeichnet, wird es rot und in großer Schrift dargestellt, ansonsten entsprechend weniger auffällig.

Das „Portal zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung“ ist ein nützliches Informationsmedium für die historisch-politische Bildung, das kontinuierlich ergänzt und weiter ausgebaut wird. Lehrer wie Schüler bekommen einen leicht zugänglichen, fundierten Überblick über die Entwicklung von Sozialdemokratie und Gewerkschaften in den vergangenen zwei Jahrhunderten, die eng mit der Herausbildung des heutigen demokratisch-pluralistischen Staates verwoben ist. Auch die geschichtlich interessierte Öffentlichkeit kann sich mit Hilfe des Internetportals kostenlos über historische Ereignisse, Strukturen und Prozesse vertiefend informieren. Für deutsche und ausländische Wissenschaftler stellt es zudem ein wertvolles Rechercheinstrument dar, um neue Quellen zu erschließen und gegebenenfalls sogar im Volltext auszuwerten.

Nicht zuletzt bietet das Portal die Möglichkeit, eigenständig Quellen und Links zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung einzustellen. Hierfür ist eine Anmeldung erforderlich. Die E-Mail-Adresse der Redaktion lautet: Portal.Arbeiterbewegung@fes.de.