Autobiographische Quellen zur Geschichte der Arbeiterbewegung im AdsD

Ilse Fischer

 

"Notitzkalender für Arbeiter 1900" mit Tagebucheinträgen von Theodor Thomas

In zahlreichen Beständen des AdsD finden sich autobiographische Aufzeichnungen. Nicht immer stammen sie von prominenten Politikern oder Politikerinnen; häufig handelt es sich um Erinnerungen von Mitgliedern von SPD und Gewerkschaften, die an der Basis ihrer Organisationen mitgearbeitet haben. Sie vermitteln oft einen sehr lebendigen Eindruck von den politischen Erfahrungen und Lebensumständen ihrer Verfasser und Verfasserinnen und können eine aufschlussreiche Quelle für die Erforschung von Alltagsgeschichte sein, aber auch wichtige Detailinformationen über lokale Vorgänge oder Organisationen enthalten. Im übrigen sind für die Lebensläufe von Sozialdemokraten und Gewerkschaftern in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Aufstiegskarrieren vom einfachen Arbeiter oder Gesellen hin zu politischen Mandaten oder Ämtern ja nicht untypisch, so dass auch autobiographische Aufzeichnungen bekannterer Funktionsträger häufig Kapitel enthalten, in denen die Autoren über ihre Herkunft aus dem Arbeitermilieu und ihre Erfahrungen mit proletarischen Lebensbedingungen berichten. Ein Beispiel dafür sind die aus den Beständen unseres Archivs inzwischen edierten Lebenserinnerungen des Zigarrenarbeiters und späteren SPD-Reichstagsabgeordneten Hermann Molkenbuhr.1

Bei dem Versuch, sich einen Überblick über die im AdsD aufbewahrten autobiographischen Quellen zu verschaffen, findet man allein bei Recherchen in der im AdsD zur Verfügung stehenden Archiv-Datenbank FAUST rund 100 Einträge, die sich auf Lebenserinnerungen von unterschiedlichem Umfang und unterschiedlicher Aussagekraft beziehen. Daneben gibt es weitere unverzeichnete Bestände bzw. noch nicht digitalisierte Findmittel, die gleichfalls entsprechende Dokumente enthalten. Eine größere Anzahl autobiographischer Texte ist in der Sammlung „Kleine Erwerbungen“ sowie in verschiedenen Nachlässen oder Deposita enthalten, aber auch in den Akten des SPD-Parteivorstandes und anderen Organisationsakten finden sich entsprechende Quellen. Zu den in Form von Lebenserinnerungen vorliegenden autobiographischen Dokumenten kommen Tagebücher oder tagebuchartige Aufzeichnungen, die in ca. 25 Beständen, vermutlich aber noch häufiger, enthalten sind. Biographische Unterlagen (Presseausschnitte, Artikel, Reden, aber auch Lebensläufe und autobiographische Texte) sind ferner in der „Sammlung Personalia“ enthalten – einem 700 laufende Meter umfassenden Bestand in alphabetischer Ordnung, der in den 1970er Jahren immer wieder mit Nachlass-Splittern angereichert wurde. In den letzten Jahren wurden im Rahmen einer Überarbeitung der Sammlung bereits Unterlagen herausgezogen und namentlich abgelegt, doch ist nicht auszuschließen, dass dort noch weiter „ungehobene“ Schätze schlummern.2

Die im AdsD vorhandenen Aufzeichnungen stammen in ihrer Mehrzahl nicht aus der Feder prominenter Politiker oder Gewerkschafter; es handelt sich häufig um Dokumente von Menschen, die sich einfach als „Zeitzeugen“ sahen und ihre persönlichen Erlebnisse und politischen Erfahrungen festhalten wollten – und dabei zunächst an eine Anreicherung des Familienarchivs oder an Informationen für die eigenen Kinder dachten.

Bei der Suche nach autobiographischen Niederschriften, die persönliche Reflexionen über politische Situationen, ihre Auswirkungen auf das private Leben sowie Berichte über das Miterleben von Zeitgeschichte, das Sich-Einsetzen für die eigene Überzeugung oder das Leiden an politischen Zuständen enthalten, sollte man sich allerdings nicht allein an der „klassischen“ Form der Lebenserinnerungen orientieren. Ausführliche und oft sehr anschauliche Schilderungen individueller Lebenswege und Erlebnisse finden sich auch in „bescheidenerer“ Form, z.B. in Briefen, vor allem dann, wenn diese in bestimmten Lebenssituationen geschrieben wurden. Beispiel dafür sind die in vielen Beständen enthaltenen Korrespondenzen, die während des Krieges zur Kontaktaufnahme von in unterschiedlichen Ländern lebenden Emigranten entstanden sind oder nach dem Krieg zur Wiederanknüpfung alter Kontakte verfasst wurden. Sie enthalten nicht selten Rückblicke auf Lebenswege und Einzelschicksale. Und natürlich sind in den Beständen des AdsD auch Briefe aus der Haft oder aus den Konzentrationslagern enthalten – in dem folgenden Überblick sollen jedoch die eingangs genannten Quellen im Vordergrund stehen.

Für alle diese autobiographischen Zeugnisse gilt, dass sie von den Autoren selbst, ihren Nachkommen oder Freunden an das AdsD gegeben wurden. Eigene Oral-History-Projekte des Archivs, in denen systematisch Befragungen durchgeführt oder Lebenserinnerungen angeregt und gesammelt wurden, gab es nicht, doch wurden natürlich mehrfach einzelne Personen, mit denen oft langjährige Kontakte bestanden, ermutigt, Erinnerungen aufzuschreiben.

Emma Döltz, 1938 © AdsD Der Zeitraum, aus dem die autobiographischen Quellen im AdsD stammen, reicht von einigen frühen Ausnahmen abgesehen in etwa vom letzten Drittel des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Zu den frühesten Aufzeichnungen gehören Notizen des Buchbinders Wilhelm Taute (1836 – 1899) über seine Wanderjahre und die Anfänge der lassalleanischen Arbeiterbewegung in Leipzig. Neben Aufzeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg gibt es in verschiedenen Beständen Erinnerungen an die Revolutionszeit, an die Auseinandersetzung mit den Nationalsozialisten, an Widerstand und Emigration, an KZ-Haft und Folter, an Kriegserlebnisse, an die Jahre in Kriegsgefangenschaft, Flucht und die Nachkriegsjahre, an politische Arbeit in der alten Bundesrepublik und – in geringerem Umfang – auch Aufzeichnungen über politische und persönliche Erfahrungen in der DDR. Unter diesen pauschal skizzierten Materialien befinden sich natürlich auch Dokumente prominenterer Sozialdemokraten oder Menschen bürgerlicher Herkunft, die innerhalb der Sozialdemokratie tätig waren. Häufig allerdings schildern sie den Werdegang und die politische Sozialisation von Arbeitern und – seltener – Arbeiterinnen im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie geben Einblick in Arbeiter-Elternhäuser, soziale Not und schwierige Kindheitsjahre, z.B. eine Kindheit im Waisenhaus (Selmar Müller) oder das Aufwachsen bei einer alleinerziehenden Mutter, die zugleich engagierte Sozialdemokratin war (Elfriede Trautmann), oder in Lebensgeschichten, die durch die illegale Arbeit der sozialdemokratischen Eltern gegen das NS-Regime und die Haft des Vaters, nach dem Krieg durch die erneute Verhaftung der Eltern durch die sowjetischen Behörden und durch die Erfahrung mit Enteignungen in der DDR geprägt waren (Ruth Schmidt). Viele Aufzeichnungen schildern Arbeitsabläufe oder Arbeitsbedingungen in verschiedenen Berufen, z.B. bei Josef Simon (1865 – 1949) die Situation als Schusterlehrling und Bauernknecht, die Tätigkeit als Kellner in verschiedenen europäischen Ländern bei Hugo Pötsch (1863 – 1946), die Tarifbewegungen der Bierbrauer bei Eduard Backert (1874 – 1960) oder Erfahrungen in einer Vielzahl von Arbeitsstellen und Berufen auf der Wanderschaft z.B. bei dem späteren sächsischen Oberpräsidenten und Reichsbanner-Vorsitzenden Otto Hörsing (1874 – 1937), dessen nur bis 1904 reichende Erinnerungen geradezu exemplarisch die politische und gewerkschaftliche Sozialisation eines jungen Arbeiters zeigen – mit detaillierter Beschreibung der Militärdienstjahre und einer sechsjährigen Wanderschaft bis hin zur Wahl zum gewerkschaftlichen Werkvertrauensmann in Kiel.3

Auch die Motive und Anlässe für das politische oder soziale Engagement werden dargelegt. So wurde Josef Simon durch eine Rede Wilhelm Liebknechts in Offenbach für die Sozialdemokratie gewonnen. Die spätere Berliner Stadträtin Klara Weyl (1872 – 1941) erinnerte sich, dass es der Anblick einer jungen Frau mit Kind auf dem Arm war, die im grünen Polizeiwagen ins Gefängnis transportiert wurde, weil sie als Sozialistin nachts Plakate geklebt hatte. Auch die Arbeiterdichterin Emma Döltz (1866 – 1950) beschreibt, wie sie zu ihrem Engagement für Arbeiterkinder und zur Mitgründung des Vereins für Kinderschutz kam.4

Arno Kapp, 1920 © AdsDNicht immer belegen die Aufzeichnungen viele Jahrzehnte eines Lebens wie bei Franz Osterroth (1900 – 1986), der detailliert über Kindheit und Jugend, die Jahre in der Arbeiterjugendbewegung bis 1933, die Emigrationszeit und die Rückkehr nach Deutschland berichtet. Immer wieder stehen vor allem bestimmte Ereignisse im Mittelpunkt der Aufzeichnungen, z.B. im Fall des sozialdemokratischen Lehrers Arno Kapp (1882 – 1962), der in den Aufzeichnungen „Mein Tagebuch“ – einer Mischform aus Tagebuch und Lebenserinnerungen – die Situation in Leipzig vom ersten großen Bombardement im Dezember 1943 bis zum Einmarsch der Amerikaner im April 1945 schildert. Andere Aufzeichnungen sind gleichfalls Spezialthemen gewidmet oder enthalten Skizzen historischer Ereignisse in unterschiedlicher Intensität und Dichte. Häufig spiegeln sich in den Autobiographien punktuell oder für einen längeren Zeitraum sehr detailliert lokale oder regionale Besonderheiten. So geben die Erinnerungen von Gerhard Minkus Einblick in die Verhältnisse in Oberschlesien nach dem Ersten Weltkrieg, während der NS-Zeit und nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Aussiedlung des Verfassers in die Bundesrepublik 1980. Bei dem Schlosser Johann Kaiser (geb. 1908) stehen die Erfahrungen in der Gewerkschaftsjugend und kritische Rückblicke auf die Endphase der Weimarer Republik im Vordergrund, gipfelnd in der Beschreibung der Besetzung der Heimvolkshochschule Tinz durch die Nazis. Auch bei Friedrich Börth (1914 – 1988) geht es um Jugendarbeit, um die Arbeit in der Hamburger SAJ und die spätere illegale Tätigkeit, die ihm eine Zuchthausstrafe und die anschließende Internierung im KZ Sachsenhausen einbrachte. Erinnerungen an die Reichstagswahlen des Jahres 1932 und die Verhaftungswellen nach dem Reichstagsbrand finden sich bei Edwin Grützner wie bei einer Reihe anderer Autoren. Das Erlebnis der Massenarbeitslosigkeit Ende der zwanziger / Anfang der dreißiger Jahre ist ein Thema, das zwangsläufig häufig eine Rolle in den Lebenserinnerungen spielt. Nicht selten sind es gerade viele lebensgeschichtliche Details, oft sehr individuelle Umstände, die mitgeteilt werden, z.B. in den Erinnerungen der Blumenbinderin Lisa Seibt (geb. 1901) oder in den Erinnerungen von Gertrud Bruhn (geb. 1908) über „Unsere besten Jahre“, die von der Lehrlingsausbildung in einem Kaufhaus in der Weimarer Zeit berichten, die Überfälle der Nazis auf sozialdemokratische Demonstrationen schildern und gleichfalls durch die NS-Zeit und die ersten Nachkriegsjahre führen.5

Erinnerungen an Widerstand und Verfolgung sind in zahlreichen Aufzeichnungen ein zentrales Thema, auch die Erfahrungen der Kriegszeit, die Zeit in der Strafdivision („Bewährungsbataillon“) 999, z.B. bei Erich Knorr, Heinrich May, Karl Schneider (1906 – 1989). Erfahrungen im Ausland sind gleichfalls Gegenstand der Erinnerungen, so belegen die Lebenserinnerungen des tschechischen jüdischen Juristen Ernst Pollak (geb. 1910), der nach dem Einmarsch der Deutschen aus dem Staatsdienst entlassen wurde, dessen später politische Arbeit in Palästina und Israel. Die Erinnerungen von Heinz Umrath (1905 – 1987), SPD-Mitglied, später in der SAP und bei Neu Beginnen tätig, berichten u.a. über die Jahre der Emigration in den Niederlanden, wo Umrath als Jude die deutsche Besatzung überlebte. Eindrücke vom Internierungslager Gurs finden sich z.B. bei Eva Pfister (1910 – 1991).6

Die Verfasser der Aufzeichnungen und Erinnerungen stammen auch aus verschiedenen politischen Richtungen der Arbeiterbewegung. So gibt es Erinnerungen von Willy Gengenbach an die kommunistische Agitation in der Weimarer Zeit im Raum Blaubeuren/Sindelfingen und Böblingen oder die Aufzeichnungen von Karl Dörpinghaus (1900 – 1968), der über sein Wirken als christlicher Gewerkschafter berichtet (ein Manuskript, das neben wenigen persönlichen Aufzeichnungen zahlreiche Abschriften von Dokumenten zur christlichen Textilarbeiterbewegung enthält). Bei einer Reihe von Autoren kam es im Laufe des Lebens zu Veränderungen in den politischen Einstellungen oder der Zugehörigkeit zu Organisationen. Die „Notizen eines Arbeiters“ von Fritz Parlow (1905 – 1983) zeichnen detailliert ein politisches Engagement nach, das den Verfasser, ursprünglich von der Sozialistischen Proletarier-Jugend der USPD kommend, in verschiedene linkskommunistische und syndikalistische Gruppen und zu den Proletarischen Freidenkern führte, nach dem Krieg in die SED und – nach seiner Flucht nach Westberlin – in die SPD.7

Oskar Wettig, 1973 (mit freundlicher Genehmigung von Frau Dr. Rothe)Die im AdsD enthaltenen Aufzeichnungen sind insgesamt von unterschiedlicher Dichte und Länge, sie reichen von wenigen Seiten, z.B. Werner Klutes Bericht über die Untertagearbeit als Arbeiter im Steinkohlebergbau des Ruhrgebiets, bis zu einer sechsbändigen Familiengeschichte (Karl Friedrich Saupe) mit dem Titel: „Von SM (Seiner Majestät) zu SM (Sozialdemokrat Magazin)“. Im übrigen ist die sozialdemokratische Familiengeschichte für viele Autoren ein Anlass, mit einem gewissen Stolz auf den Lebensweg der Vorfahren zurückzublicken, so z.B. bei Max Raloff (1904 – 1989), der seine Erinnerungen mit „110 Jahre sozialdemokratische Familiengeschichte 1870 – 1980“ überschrieben hat. Zu den umfangreicheren Aufzeichnungen gehören auch die Lebenserinnerungen von Rolf Reventlow (1897 – 1981), der u.a. über seine Erlebnisse im Spanischen Bürgerkrieg berichtete, oder von Oskar Wettig (1898 – 1980), einem ehemaligen Druckereibesitzer und Mitglied des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes (ISK), dessen Erinnerungen auf Tag und Stunde exakt wiedergegeben sind, so dass man dahinter (nicht mehr erhaltene) Tagebuchaufzeichnungen vermuten könnte.8

Tagebücher oder tagebuchähnliche Aufzeichnungen sind in den Beständen des AdsD nicht so umfangreich vertreten wie Autobiographien. In der Regel handelt es sich nicht um Tagebücher, die Jahre oder gar Jahrzehnte eines Lebens dokumentieren. Oft sind es zeitlich und inhaltlich begrenzte Aufzeichnungen. Sie können aber je nach Forschungsansatz eine aufschlussreiche Quelle für den Historiker sein. So sah sich der Englischlehrer Theodor Müller, der einen Teil seines Lebens in USA verbracht hatte, nach seiner Rückkehr nach Deutschland Anfang der zwanziger Jahre veranlasst, über die Krisenmonate des Jahres 1923 bewusst Aufzeichnungen zu machen, die er unter dem Titel „Lageberichte 1923“ zusammenfasste. Im Nachlass des Industriekaufmanns und späteren Ministerpräsidenten Alfred Kubel (1909 – 1999) sind Aufzeichnungen aus der Haft 1938 enthalten; auch die tagebuchartigen Notizbücher des Dachdeckers und Gewerkschaftsfunktionärs Theodor Thomas (1876 – 1955) seien hervorgehoben, die mit einer Zeitspanne von 60 Jahren vielleicht den längsten Zeitraum unter den hier vorliegenden Unterlagen dokumentieren. Tagebücher bzw. tagebuchartige Aufzeichnungen des ehemaligen evangelischen Pfarrers und sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Paul Göhre (1864 – 1928) oder des Redakteurs, späteren Reichstagsabgeordneten und Mitvorsitzenden der SPD, Artur Crispien (1875 – 1946), beziehen sich u.a. auf die Jahre des Ersten Weltkriegs. Häufig vertreten waren bei dieser Quellengattung „nichtproletarische“ Tagebuchschreiber und –schreiberinnen, wobei für die umfangreichsten vorliegenden Aufzeichnungen die Tagebücher des ADGB-Mitarbeiters und Redakteurs der Zeitschrift „Die Arbeit“, Lothar Erdmann (1888 – 1939) stehen, die inzwischen durch eine Auswahledition erschlossen sind.9

Der Zugang zu den Manuskripten bzw. Beständen ist unterschiedlich geregelt. Ein großer Teil ist für die Benutzung freigegeben. In manchen Fällen müssen Familienangehörige vor der Einsichtnahme ihre Zustimmung geben. Es ist allerdings auch eine Reihe von Aufzeichnungen vorhanden, bei denen die Zugangsvoraussetzungen nicht eindeutig geklärt sind. Das trifft besonders auf jene Fälle zu, in denen nicht mehr bekannt ist, auf welche Weise diese Unterlagen vor Jahrzehnten in unser Archiv oder in die Bestände, mit denen sie überliefert wurden, gelangt sind. Auch bei einigen mit Auflagen versehenen Beständen wurde in letzter Zeit festgestellt, dass die dort angegebenen Adressen nicht mehr zutreffen, d.h. die für die Erteilung von Benutzungsgenehmigungen benannten Personen vermutlich bereits verstorben sind. Dies sollte Benutzer allerdings nicht abschrecken, da sich das AdsD bemühen wird, im Einzelfall die Voraussetzungen für die Benutzung abzuklären.


1 Vgl. Braun, Bernd (Hrsg.): "Ich wollte nach oben!“ Die Erinnerungen von Hermann Molkenbuhr 1851 bis 1880, Bonn 2006 (Archiv für Sozialgeschichte, Beiheft 24); vgl. ders.: Arbeiterführer, Parlamentarier, Parteiveteran. Die Tagebücher des Sozialdemokraten Hermann Molkenbuhr 1905 bis 1927, München 2000 (Schriftenreihe der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, 8).

2 Vgl. Gerd Hochgürtel: Biographien von A-Z. Die „Sammlung Personalia“ im AdsD, in: Archiv-Nachrichten. Newsletter aus dem Archiv der sozialen Demokratie, 4, 2005 (http://www.fes.de/archiv/newsletter/NL%202005/NL%2004%202005/newsletter042005.html).

3 Vgl. Nachlässe Wilhelm Taute, Josef Simon (DGB-Archiv im AdsD), Hugo Pötsch, Eduard Backert, Otto Hörsing; Bestand Kleine Erwerbungen (Selmar Müller, Elfriede Trautmann, Ruth Schmidt).

4 Vgl. Nachlass Gerda und Klara Weyl; Nachlass Emma Klara Döltz.

5 Nachlässe Franz Osterroth, Arno Kapp, Johann Kaiser, Friedrich Börth, Lisa Seibt, Gertrud Bruhn. Zu Minkus und Grützner: Kleine Erwerbungen.

6 Zu Knorr und May: Kleine Erwerbungen; Depositum Karl und Gesa Schneider, Nachlässe Ernst Pollak, Heinz Umrath. Zu Pfister: Kleine Erwerbungen und Bestand Erich Lewinski.

7 Gengenbach: Kleine Erwerbungen; Nachlass Karl Dörpinghaus (DGB-Archiv im AdsD); Nachlass Fritz Parlow.

8 Zu Klute und Saupe: Kleine Erwerbungen; Nachlässe Max Raloff, Rolf Reventlow, Oskar Wettig.

9 Zu Müller: Kleine Erwerbungen; Nachlässe Alfred Kubel, Theodor Thomas, Paul Göhre, Artur Crispien, Lothar Erdmann; vgl. Ilse Fischer: Versöhnung von Nation und Sozialismus?. Lothar Erdmann (1888 – 1939): Ein „leidenschaftlicher Individualist“ in der Gewerkschaftsspitze. Biographie und Auszüge aus den Tagebüchern, mit CD-ROM (Archiv für Sozialgeschichte, Beiheft 23), Bonn 2004.