Klaus Mertsching

Die Entstehung gewerkschaftlicher Verbände in Südwestdeutschland - Vorläuferorganisationen des DGB-Landesbezirks Baden-Württemberg in der französischen und amerikanischen Besatzungszone

Das heutige Bundesland Baden-Württemberg wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zweigeteilt. Der nördliche Teil, Nordwürttemberg, wurde der amerikanischen Besatzungszone und der südliche Teil, (Süd-) Baden und (Süd-) Württemberg und Hohenzollern, der französischen Besatzungszone zugeteilt. Die Gewerkschaftspolitik der Militärregierungen wurde nach der Auflösung des Alliierten Oberkommandos (14.7.1945) weitgehend von der eigenen Interessenlage bestimmt. So kam es in den drei süddeutschen Ländern auch zu Abweichungen beim Wiederaufbau der regionalen Gewerkschaftsbünde.

In der späteren amerikanischen Besatzungszone wurde schon am 31.5.1945 der Württembergische Gewerkschaftsbund in Stuttgart1 gegründet und die Richtlinien zum Aufbau der Gewerkschaften am 30.8.1945 von der amerikanischen Militärregierung gebilligt. In Nordbaden, welches ebenfalls zur amerikanischen Besatzungszone gehörte, vollzog sich der gewerkschaftliche Aufbau auf der Grundlage von Bezirksstellen mit den Hauptsitzen in Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe. Zur Koordinierung einer gemeinschaftlichen Gewerkschaftsarbeit trafen sich am 5.2.1946 in Karlsruhe2 die badische Gewerkschaftsleitung und der Vorstand des Württembergischen Gewerkschaftsbundes. Diese Konferenz beschloss einstimmig einen Zusammenschluss beider Gewerkschaftsbünde und die Gründungsversammlungen der württembergisch-badischen Industrieverbände.3 Nach den Verbandstagen und deren Beschlüssen, sich dem Gewerkschaftsbund für Württemberg-Baden anzuschließen, wurde am 1.9.1946 in den Salamander-Werken in Kornwestheim die Gründung des Gewerkschaftsbundes Württemberg-Baden vollzogen. Zum Präsidenten wurde Markus Schleicher4 und zum stellvertretenden Präsidenten Adolf Engelhardt5 gewählt.

Der Gewerkschaftsaufbau in der französischen Besatzungszone war gekennzeichnet durch die Bildung von örtlichen Berufsvereinen und deren Zusammenschlüssen zu Ortsausschüssen. Nicht immer wurden diese Gründungsversammlungen bis Anfang 1946 von der Militärregierung genehmigt. Erst mit der Verfügung Nr. 54 des Administrateur Général zur Bildung örtlicher und provinzialer Zusammenschlüsse von Gewerkschaften vom 12.4.1946 wurde die Möglichkeit gegeben, die beruflichen Landesverbände in einer Landesorganisation der Gesamtbewegung zusammenzufassen. Auf dieser Rechtsgrundlage fand am 2. Juni 1946 die erste Landeskonferenz der badischen Gewerkschaften in Offenburg statt. In einer Sitzung am 30.12.1946 haben die Vorsitzenden der bis zu diesem Zeitpunkt genehmigten Landesverbände beschlossen, sich zu einem Gewerkschaftsbund zu vereinigen.

Es wurde der provisorische Badische Gewerkschaftsbund in Leben gerufen, der dann offiziell auf der Tagung der in Südbaden gebildeten Landesvereinigungen der Berufsgewerkschaften am 1./2.3.1947 im Freiburger Gewerkschaftshaus gegründet wurde. Der bisherige provisorische Vorsitzende Wilhelm Reibel6 wurde zum Vorsitzenden und zu seinem Stellvertreter Josef Vogel7 gewählt.8

Im französischen Teil Württembergs fanden bis Januar 1946 nur wenige Gründungsversammlungen von örtlichen Berufsgewerkschaften statt. Da sich die französische Militäradministration weigerte, einen einheitlichen Gewerkschaftsbund für ganz Württemberg zuzulassen, wurde vom Württembergischen Gewerkschaftsbund ein Koordinierungsausschuss gebildet, der sich für die gewerkschaftlichen Neugründungen in der französischen Besatzungszone einsetzen sollte.9 Mit Genehmigung der Militäradministration fand am 17.5.1946 in Balingen die erste Landeskonferenz der bislang zugelassenen Gewerkschaften statt. Auf einer zweiten Landeskonferenz der Berufsgewerkschaften am 10.10.1946 in Tuttlingen wurden organisationspolitische Entscheidungen getroffen zum Aufbau eines Landesbundes. Die konstituierende Versammlung bzw. 1. ordentliche Bundes-Generalversammlung des Gewerkschaftsbundes Süd-Württemberg und Hohenzollern fand am 15.2.1947 in Tuttlingen statt. Zum Bundesvorsitzenden wurde Fritz Fleck10 und zu seinem Stellvertreter Ludwig Becker11 gewählt.

In dem ebenfalls zur französischen Besatzungszone gehörenden Rheinland-Pfalz entwickelte sich eine zahlenmäßig starke und geeinte Gewerkschaftsbewegung. Die relativ späte Gründung des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes Rheinland-Pfalz am 2./3.5.1947 in Mainz führte zu keiner Benachteiligung der gewerkschaftlichen Entwicklung.12 Am 8.11.1946 fand in Mainz eine erste Konferenz der Gewerkschaftsvertreter der französischen Besatzungszone statt, auf der ein Zonenausschuss gebildet wurde, der zukünftige gewerkschaftliche Zusammenkünfte auf Zonenebene koordinieren und Kontakt zur französischen Militäradministration aufnehmen sollte. Bei der zweiten Zonenkonferenz am 28./29.6.1947 wurde eine Entschließung verabschiedet, die einen Zusammenschluss der drei Bünde zu einem einheitlichen Bund zum Ausdruck brachte. Am 28.8.1947 traf sich die französische Militäradministration mit den Vertretern der drei Gewerkschaftsbünde, um ein konsultatives Gewerkschafts-Zonenkomitee zu errichten. Gleichzeitig wurde auch ein gewerkschaftliches Zonensekretariat beim Ortsausschuss der Baden-Badener Gewerkschaften errichtet, da die französische Zonenregierung dort ebenfalls ihren Sitz hatte. Bis zu seinem Tode am 29.10.1947 leitete Matthias Schneider13 das Sekretariat, anschließend übernahm den Vorsitz Otto Franke.14

Auf der Zonenkonferenz der Gewerkschaftsbünde aus Bayern, Hessen und Württemberg-Baden am 23.11.1946 im Münchner Gewerkschaftshaus wurden Richtlinien für die Zusammenarbeit der Gewerkschaften in der amerikanischen Besatzungszone verabschiedet. Darin war auch die Errichtung eines gewerkschaftlichen Zonensekretariats vorgesehen mit Sitz in Stuttgart, dessen Sekretär Fritz Tarnow15 wurde. Nach der konstituierenden Sitzung des Bizonalen Gewerkschaftsrates am 6.11.1947 in Frankfurt/M. wurde er gleichberechtigter Sekretär für die amerikanische neben Ludwig Rosenberg16 für die britische Besatzungszone.

Auflösungskongress des Gewerkschaftsbundes Süd-Württemberg und Hohenzollern in Ravensburg, 1949  © AdsDNachdem die amerikanische Militärregierung bereits im Februar 1948 die trizonalen Vereinigungsbestrebungen der Gewerkschaften unterstützte, gewährte Anfang 1949 auch die Militäradministration im Koordinierungsausschuss der Gewerkschaften in der französischen Besatzungszone ihre Unterstützung. Dennoch hatten die Vertreter der Gewerkschaftsbünde Süd-Württemberg und Hohenzollern (Fritz Fleck) und Südbaden (Wilhelm Reibel) zahlreiche Bedenken geltend gemacht und als Voraussetzung für die Zustimmung die Beibehaltung selbständiger Landesleitungen und weitgehende Autonomie ihrer Landesverbände gefordert. Diese Forderungen wurden in der Satzung des neuen Bundes abgelehnt, und es gelang den beiden Bünden nur im begrenzten Maße sie im späteren DGB-Landesbezirk durchzusetzen. Um dem trizonalen Gewerkschaftsbund beitreten zu können, mussten vor dem Gründungskongress des DGB am 12. bis 14.10.1949 in München die Gewerkschaftsbünde sich auflösen. Die entsprechenden Ordentlichen Bundestage fanden statt: für den Gewerkschaftsbund Württemberg-Baden am 17./18.9.1949 in Kornwestheim, für den Badischen Gewerkschaftsbund vom 30.9. bis 2.10.1949 in Neustadt/Schwarzwald und für den Gewerkschaftsbund Süd-Württemberg und Hohenzollern vom 23. bis 25.9.1949 in Ravensburg.

Die beschlossene Satzung auf dem DGB-Gründungskongress sah vor, dass auf dem Gebiet eines Bundeslandes nur ein DGB-Landesbezirk existieren sollte. Für den südwestdeutschen Raum war dieses vorerst nicht möglich. An dem Sitz der jeweiligen Landesregierungen Baden in Freiburg und Württemberg-Hohenzollern in Tuttlingen mussten Verbindungsstellen zu den dortigen Landesregierungen vorhanden sein. Die Vorsitzenden der vorherigen selbständigen Gewerkschaftsbünde wurden als Bezirksleiter gewählt: Fritz Fleck (DGB-Bezirksstelle Südwürttemberg-Hohenzollern) und Wilhelm Reibel (DGB-Bezirksstelle Baden). Beide gehörten dem Vorstand des DGB-Landesbezirks Württemberg-Baden an.17

Nach dem Tod von Markus Schleicher wurde auf einer außerordentlichen Landesbezirkskonferenz am 21.5.1951 in Reutlingen Wilhelm Kleinknecht18 zum neuen Landesbezirksvorsitzenden und Wilhelm Reibel zu seinem Stellvertreter gewählt. Richard Knobel19 wurde neuer Bezirksleiter für Südbaden.

Nachdem in einer Volksabstimmung am 6.12.1951 die Bürger mehrheitlich für die Gründung eines Südweststaates gestimmt hatten, am 9.3.1952 die Verfassunggebende Versammlung gewählt worden war, diese sich 1953 für Baden-Württemberg entschieden hatte und die neue Verfassung am 19.11.1953 in Kraft getreten war, beschloss der Landesbezirksvorstand in seiner Sitzung am 7.12.1953 die Umbenennung des Landesbezirks Württemberg-Baden in DGB-Landesbezirk Baden-Württemberg.

Durch den Wegfall der ehemaligen Landesregierungen in Südbaden und Württemberg-Hohenzollern und die Überleitung ihrer Geschäfte auf die Regierung des neuen Bundesstaates in Stuttgart, war auch eine Vertretung des DGB in diesen beiden Landesteilen nicht mehr erforderlich. In der Landesbezirksvorstandssitzung am 14.4.1954 wurden beide Bezirksstellen aufgehoben und deren Abbau bis zum 1.1.1955 abgeschlossen20. Damit bekam der DGB-Landesbezirk seine heutige Struktur. Die bis heute stattgefundenen gewerkschaftspolitischen und organisationspolitischen Veränderungen sind in den Landesbezirkskonferenzen bzw. Tätigkeitsberichten des Landesbezirksvorstands umfangreich dokumentiert und sollen hier nicht weiter ausgeführt werden.21

Zu Bestand und Benutzung

Die Akten zu der hier beschriebenen Entwicklung befinden sich im Bestand DGB-Landesbezirk Baden-Württemberg; sie wurden nach dem Beschluss des DGB von 1966, das bestehende Archiv zu einem gewerkschaftshistorischen Archiv in Düsseldorf auszubauen, übernommen. Sie befinden sich heute im DGB-Archiv des AdsD. Dieses gilt insbesondere für die Überlieferung des gewerkschaftlichen Wiederaufbaus in den drei süddeutschen Ländern bis 1955. Durch die organisatorische Zuordnung des Archivs zur Abteilung Werbung beim DGB-Bundesvorstand fiel der Archivaufbau in den Zuständigkeitsbereich des damaligen Geschäftsführenden Bundesvorstandsmitglieds Werner Hansen.22 Dieter Schuster23, seit dem 1.1.1966 Leiter des Archivs und der Bibliothek des DGB, schrieb im Auftrag von Werner Hansen an Gewerkschafter, gewerkschaftshistorische Materialien aus ihrem persönlichen Bereich – Korrespondenzen, Manuskripte, Aufzeichnungen – dem aufzubauenden Archiv zur Verfügung zu stellen“.

Ein wesentlicher Grundstock für den vorliegenden Bestand ist die Aktenabgabe von Fritz Fleck. Aufbereitet von einer ehemaligen Mitarbeiterin Flecks wurden die insgesamt 190 Akten und Mappen zum ehemaligen Gewerkschaftsbund Süd-Württemberg und Hohenzollern, dem nachfolgenden DGB-Bezirk, sowie aus seiner Tätigkeit als stellvertretender Bürgermeister von Tuttlingen und Landtagsabgeordneter, im September 1967 dem Archiv übergeben. Besonders erwähnenswert ist hierin die Korrespondenz mit dem damaligen Landrat Fritz Erler24 zwischen 1945 und 1949 zum Aufbau der SPD und der Gewerkschaften sowie zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung im Landkreis Tuttlingen. Es folgten weitere Abgaben von Otto Franke, Wilhelm Kleinknecht und Wilhelm Reibel, zum Badischen Gewerkschaftsbund, den gewerkschaftlichen Zonensekretariaten Baden-Baden und Stuttgart, dem Gewerkschaftsbund Württemberg-Baden. Hinzu kommen persönliche Akten von Wilhelm Kleinknecht und Wilhelm Reibel, Sitzungsprotokolle des Landesbezirksvorstands, und des DGB-Bundesvorstand und -Ausschuss. Seit Beginn der 70er Jahre erhielt das Archiv regelmäßig die Sitzungsprotokolle der Landesbezirksvorstandssitzungen.25 Da es keine Abgabepflicht der Landesbezirke gegenüber dem DGB-Bundesvorstand bzw. dem DGB-Archiv gibt, sind die weiteren Aktenabgaben eher zufällig und sporadisch. Die Aktenüberlieferung des DGB-Landesbezirks mit einer Laufzeit bis 2005, einschließlich dessen Vorläufer, Gewerkschaftsbund bzw. DGB-Landebezirk Württemberg-Baden, sind Ende 2005 dem AdsD/Arbeitsgruppe Gewerkschaften übergeben worden.

Ergänzende Materialien zum Landesbezirk befinden sich in den Aktenüberlieferungen der ehemaligen Landesbezirksvorsitzenden Karl Schwab26 und Lothar Zimmermann27, die sich im DGB-Archiv befinden. Bei der Aktenabgabe von Fritz Fleck befanden sich auch Materialien des Bürgermeisteramtes Tuttlingen und des Landtags Württemberg-Hohenzollern. Diese Akten bzw. Mappen wurden bei der Verzeichnung nicht aus der Gesamtüberlieferung herausgenommen.

Der Bestand, der mit Ausnahme der Protokolle des DGB-Bundesvorstands bzw. –Bundesausschusses bereits in Düsseldorf erschlossen worden war, ist inzwischen neu bearbeitet und verzeichnet. Recherchen sind anhand des Findbuchs sowie in elektronischer Form möglich. Die Gesamtüberlieferung des Bestands beträgt 14.30 lfm. Mit 359 Signaturen.


1 Zu diesem Zeitpunkt war Stuttgart noch von den französischen Truppen besetzt.

2 Vgl. Bericht der provisorischen Gewerkschaftsleitungen über den Aufbau der württembergischen und badischen Gewerkschaften vom Mai 1945 bis August 1946, hrsg. vom Gewerkschaftsbund Württemberg-Baden, Stuttgart 1946, S. 27ff.

3 Vgl. Württembergisch-Badische Gewerkschaftszeitung Nr. 1 und 2/1946.

4 Markus Schleicher (25.4.1884-11.3.1951), Tischler, ab 1901 Mitglied des Deutschen Holzarbeiterverbandes (DHV), 1904-1920 Bevollmächtigter/Leiter der Verwaltungsstellen Wilhelmshaven und Stuttgart, 1920-1933 Sekretär im Hauptvorstand des DHV, 1933 verhaftet, ab 1946 Präsident des Gewerkschaftsbundes Württemberg-Baden, Vorsitzender des gewerkschaftlichen Zonenausschusses für die amerikanische Zone, Mitglied des Gewerkschaftsrates für die Bizone, Vorsitzender der IG Holz, Vorsitzender des DGB-Landesbezirks Württemberg-Baden. Siehe auch Nachlass im DGB-Archiv 1/MSAB.

5 Adolf Engelhardt (17.10.1889-15.6.1967), Maler, ab 1907 Mitglied des Verbandes der Maler, Lackierer, Tüncher und Weißbinder, 1919-1933 Bezirksleiter des Fabrikarbeiterverbandes und Vorsitzender des ADGB-Ortsausschusses Heidelberg, 1933 und 1944 verhaftet, 1945-1949 Vorsitzender des Ortsausschusses Heidelberg, stellvertretender Präsident des Gewerkschaftsbundes Württemberg-Baden, 1949-1954 ehrenamtlicher Vorsitzender des DGB-Kreisausschusses Heidelberg, Stadtrat, Vorsitzender der Geschäftsführung der LVA Baden.

6 Wilhelm Reibel (22.4.1897-17.1.1963), Schriftsetzer, ab 1915 Mitglied, 1923-1932 ehrenamtlicher Bezirksvorsteher in Lahr, 1932/33 Vorsteher des Gaues Oberrhein des Verbandes der Deutschen Buchdrucker, während der NS-Zeit mehrfach inhaftiert, 1946 Vorsitzender der Landesvereinigung der Gewerkschaften des graphischen Gewerbes Süd-Baden, 1947-1949 Vorsitzender des Badischen Gewerkschaftsbundes, ab 1950 stellvertretender Vorsitzender und ab 1960 Vorsitzender des DGB-Landesbezirks Baden-Württemberg.

7 Josef Vogel (21.11.1983-8.3.1975), Schlosser, ab 1901 Mitglied der christlichen Gewerkschaften, ab 1904 Mitglied des Christlichen Bundes der Postboten, nach 1918 Mitglied im Hauptvorstand des Reichsverbandes der deutschen Post- und Telegraphenbeamten, Vorsitzender des Ortskartells Freiburg und Beisitzer im Bundesvorstand des Deutschen Beamtenbundes, 1933 entlassen, 1946 Vorsitzender der Landesvereinigung des Post- und Telegraphenwesens in Südbaden, stellvertretender Vorsitzender des Badischen Gewerkschaftsbundes, 1949 2. Vorsitzender der Deutschen Postgewerkschaft, 1950 bis 1956 Leiter des Bezirkes Südbaden der Deutschen Postgewerkschaft.

8 Zur Geschichte des Gewerkschaftsbundes siehe: Margit Unser, Der badische Gewerkschaftsbund, Marburg 1989.

9 Vgl. hierzu Wolfgang Hecker, Der Gewerkschaftsbund Süd-Württemberg-Hohenzollern, Marburg 1988, S. 59 bis 117.

10 Fritz Fleck (19.10.1890-9.10.1966), Werkzeugdreher, ab 1906 Mitglied, 1920-1933 Geschäftsführer der Verwaltungsstelle Reutlingen bzw. Tuttlingen des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes und Vorsitzender des ADGB-Ortsausschusses Tuttlingen, 1933 und 1944 verhaftet und KZ Heuberg, 1946/47 Beauftragter der Militäradministration zur Gründung des Gewerkschaftsbundes Süd-Württemberg und Hohenzollern, 1947-1949 deren Vorsitzender und bis 1953 Bezirksleiter, 1953-1955 Mitglied des Landesbezirksvorstandes Baden-Württemberg des DGB, 1945-1948 Bürgermeister von Tuttlingen, 1947-1952 MdL/SPD Württemberg-Hohenzollern.

11 Ludwig Becker (25.10.1892-1.4.1974), Goldschmied, ab 1906 Mitglied, 1930-1933 hauptamtlicher Bevollmächtigter des Deutschen Metallarbeiter Verbandes in Schwenningen, 1933-1945 Gefängnis bzw. KZ Buchenwald, 1945 Bevollmächtigter der Metallgewerkschaft in Schwenningen, 1947 stellvertretender Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes Süd-Württemberg und Hohenzollern, 1947 Vorsitzender der Landesberufsgewerkschaft Metall für Süd-Württemberg und Hohenzollern, 1953-1959 Bezirksleiter Baden-Württemberg der IG Metall, 1947-1952 MdL/KPD Württemberg-Hohenzollern, ab 1955 SPD.

12 Zur Entwicklung des Gewerkschaftsbundes vgl. Alain Lattard, Gewerkschaften und Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz unter französischer Besatzung 1945-1949, Mainz 1988.

13 Matthias Schneider (24.2.1896-29.10.1947), Schreiner, vor 1933 Vorsitzender des Deutschen Holzarbeiterverbandes und des ADGB-Gewerkschaftskartells in Baden-Baden, 1946 Vorsitzender des Gewerkschaftszentralbüros Baden-Baden und Umgebung, 1947 Vorsitzender der Landesvereinigung der Holzarbeiter Süd-Baden, Vorstandsmitglied des Badischen Gewerkschaftsbundes, Zonensekretär der Gewerkschaften der französischen Zone.

14 Otto Franke (?), bis Ende 1949 Zonensekretär, anschließend bis 1953 Vorsitzender des Ortsausschusses Baden-Baden.

15 Fritz Tarnow (13.4.1880-23.10.1951), Tischler, ab 1900 Mitglied im Deutschen Holzarbeiterverband (DHV), ab 1909 Sekretär in Stuttgart und Berlin, ab 1919 Vorstandsmitglied, 1920-1933 Vorsitzender des DHV, 1933-1945 verhaftet, dann Emigration Dänemark, Schweden, dort Mitglied des Landesgruppe deutscher Gewerkschafter, 1946 Rückkehr, gewerkschaftlicher Zonensekretär für die amerikanische Besatzungszone, November 1947 bis Oktober 1948 Sekretär des Gewerkschaftsrates für die Bizone. Siehe auch Nachlass im DGB-Archiv 1/FTAA.

16 Ludwig Rosenberg ( 29.6.1903-24.10.1977), kaufmännischer Angestellter, 1925 Mitglied, 1928-1930 Sekretär des Gewerkschaftsbundes der Angestellten (GdA) in Berlin, 1931-1933 Bezirksgeschäftsführer in Krefeld, Düsseldorf, Brandenburg-West, 1933 entlassen, Emigration nach Großbritannien, 1941 Mitbegründer der Landesgruppe deutscher Gewerkschafter, 1946 Sekretär im gewerkschaftlichen Zonensekretariat für die britische Besatzungszone in Bielefeld, 1948 Bizonales Zonensekretariat, 1949 Mitglied im Geschäftsführenden Bundesvorstand des DGB, Hauptabteilung Ausland, ab 1954 Hauptabteilung Wirtschaft, 1959-1962 stellvertretender DGB-Vorsitzender, 1962-1969 DGB-Vorsitzender. Siehe auch Nachlässe im DGB-Archiv 1/LRAD und im AdsD 1/LRAC.

17 Vgl. Geschäftsbericht 1950-1951 des DGB-Landesbezirks Württemberg-Baden, S.7ff.

18 Wilhelm Kleinknecht (16.1.1893-13.4.1966), kaufmännischer Angestellter, ab 1910 Mitglied, 1922-1926 ehrenamtlicher Bezirksleiter für Niederbayern und Oberpfalz des Zentralverbandes der Angestellten (ZdA), 1929-1933 Angestellter des Gesamtverbands in Stuttgart, 1933 verhaftet und KZ Heuberg, August 1945 Mitarbeiter der Fachgruppe Verkehr (...) des Württembergischen Gewerkschaftsbundes in Stuttgart, 1947 Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands des Gewerkschaftsbundes Württemberg-Baden, 1950-1960 Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands und Vorsitzender des Landesbezirks.

19 Richard Knobel (26.5.1909-16.10.1975), Mitglied der CDU, 1955-1972 Mitglied im DGB-Landesvorstand, zuständig für die Abteilungen Angestellte, Frauen, Sozialpolitik, Organisation und Personal, stellvertretender Landesbezirksvorsitzender.

20 Vgl. Tätigkeitsbericht 1952-1953 des DGB-Landesbezirks Baden-Württemberg, S. 5ff.

21 Siehe hierzu: Landesbezirkskonferenzen bzw. Tätigkeitsberichte des Landesbezirksvorstands 1956ff.

22 Werner Hansen (31.7.1905-15.6.1972), kaufmännischer Angestellter, 1956-1969 Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstands des DGB, zuständig für die (Haupt-)Abteilungen Angestellte, Jugend und Werbung; siehe auch Akten seines Vorstandssekretariats, Signatur: 5/DGDD, aber auch Nachlass 1/WHAB.

23 Dieter Schuster (geb. 22.11.1927), 1966-1992 Leiter des Archivs und der Bibliothek beim DGB-Bundesvorstand. Die Akte mit den Korrespondenzen zu den Aktenabgaben wurde nicht verzeichnet und diesem Bestand zugefügt, da Provenienz DGB-Bundesvorstand Archiv.

24 Fritz Erler (14.7.1913-22.2.1967),Verwaltungsangestellter, vor 1933 Mitglied der SPD und der Sozialistischen Arbeiterjugend, während der NS-Zeit im Widerstand, 1946-1949 Mitglied des Landtags von Württemberg-Hohenzollern, 1947-1949 Landrat in Tuttlingen, 1949-1967 Mitglied des Deutschen Bundestages, ab 1964 SPD-Fraktionsvorsitzender, stellvertretender SPD Vorsitzender, siehe hierzu auch Nachlass Fritz Erler im AdsD, 1/FEAB

25 Die Protokolle der Landesbezirkskonferenzen sowie die Geschäftsberichte wurden regelmäßig der DGB-Bibliothek übergeben, welche sich jetzt in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung befindet.

26 Karl Schwab (9.9.1920-25.6.2003), Bäcker, 1969-1975 Landesbezirksvorsitzender, (1974) 1975-1982 Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstands des DGB, zuständig für die Abteilungen Organisation, Jugend, Kulturpolitik und Ausländische Arbeitnehmer; siehe auch Akten seines Vorstandssekretariats, Signatur 5/DGCR.

27 Lothar Zimmermann (geb. 24.7.1929), Maschinenschlosser, 1978-1982 Landesbezirksvorsitzender, 1982-1993 Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstands, zuständig für die Abteilungen Organisation/Werbung, Medienpolitik, Kulturpolitik, Tarifpolitik; siehe auch Akten seines Vorstandssekretariats, Signatur 5/DGCZ.