Neue Bestände

Akten der Verwaltungsstelle Bochum der Industriegewerkschaft Metall (IG Metall)

Im August und Oktober 2005 übernahm das AdsD die archivalischen Überlieferungen der Verwaltungsstelle Bochum der Industriegewerkschaft Metall (IG Metall). Der Gesamtumfang beläuft sich auf 38 lfd.m. mit einer Hauptlaufzeit von 1946 bis 2005, wobei ein kleiner Teil des historischen Sammlungsguts bis in das Jahr 1911 zurückreicht. Neben den Organakten, die bemerkenswert dicht überliefert sind, stellen die Akten der Betriebsbetreuung – hauptsächlich Adam Opel AG und Nokia – hinsichtlich Umfang und Laufzeit den bedeutendsten Teil des Bestandes dar.

Akten des DGB-Bezirks Baden-Württemberg

Durch den Zugang der Überlieferungen des DGB-Bezirks Baden-Württemberg Ende 2004 / Anfang 2005 ist das AdsD um einen weiteren, historisch sehr wertvollen Bestand im gewerkschaftlichen Bereich ergänzt worden. Hervorzuheben sind vor allem die dicht und breit überlieferten Organ- und Korrespondenzakten der ersten Nachkriegsjahre, die den Beginn des gewerkschaftlichen Aufbaus und die Zusammenarbeit mit den Alliierten in dieser Region anschaulich dokumentieren. Der Bestand hat einen derzeitigen Umfang von 38 lfd.m. und deckt den Zeitraum von 1945 bis 2004 ab. Im Januar 2006 beginnen die Erschließungsarbeiten.

Nachlass Hans Beckers

Im Oktober 2005 wurden von Herrn Werner Ortmann (Korschenbroich) Unterlagen aus dem Nachlass Hans Beckers übernommen. Hans Beckers (1892 – 1971) war einer der Wortführer der Matrosen, die im August 1917 – getrieben von dem Wunsch nach Frieden und aus Protest gegen die schlechte Behandlung an Bord – auf der Deutschen Hochseeflotte rebellierten. Ein unerlaubter Landgang von der in Wilhelmshaven liegenden „Prinzregent Luitpold“ wurde als Meuterei gewertet. Während Max Reichpietsch und Albin Köbis zum Tode verurteilt und in der Wahner Heide bei Köln erschossen wurden, wurde Hans Beckers mit zwei weiteren Angeklagten zu Zuchthaus „begnadigt“. Die Revolution von 1918 brachte ihm die Freiheit. In der Weimarer Republik betrieb Hans Beckers einen Buchverleih in seinem Heimatort Alsdorf bei Aachen, engagierte sich in der SPD, bei den Gewerkschaften und in der Friedensbewegung. 1928 schilderte er in einem kleinen Bändchen „Wie ich zum Tode verurteilt wurde“, welch entwürdigenden Zuständen die einfachen Matrosen auf den Marineschiffen ausgesetzt waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der überzeugte Pazifist und Freidenker bis zu seiner Pensionierung 1957 als Archivar des DGB in Düsseldorf tätig, schloss sich erneut der Friedensbewegung an und beriet Kriegsdienstverweigerer. 1971 starb er in Düsseldorf.

Der Nachlass umfasst ca. 2,20 lfm. sowie ca. 5 lfm. Bücher, Broschüren und Zeitschriften. Er enthält nur einige wenige Unterlagen aus der Zeit vor 1945, der größte Teil der Materialien stammt aus der Nachkriegszeit (persönliche Unterlagen, Korrespondenz, Presseausschnitte, Manuskripte und Unterlagen der zweiten Ehefrau Mathilde Beckers).