Gertrud Lenz
Depositum Heide Simonis im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Mit Unterzeichnung des Depositarvertrages am 18. April 2005, einen Monat und einen Tag nach der fehlgeschlagenen Wahl von Heide Simonis zur Ministerpräsidentin des Landes Schleswig-Holstein, wurde das im Archiv der sozialen Demokratie unter ihrem Namen eingerichtete kleine Depositum durch umfangreiche Materialien ergänzt. Es umfasst nun ca. einhundert laufende Meter und dokumentiert mit Schriftgut, Fotos, Videos und sonstigen Materialien den persönlichen, beruflichen und politischen Werdegang von Heide Simonis - und hier in erster Linie ihr Wirken als Finanzministerin des Landes Schleswig-Holstein in der Regierung Engholm und als Ministerpräsidentin des Landes Schleswig-Holstein, ein Amt, das sie zwölf Jahre lang inne hatte.

Die Akten aus ihrer persönlichen politischen Arbeit beleuchten facettenreich und mit hoher Vollständigkeit Anfang und Ende von siebzehn Jahren sozialdemokratischer Regierungsverantwortung im nördlichsten Bundesland – in alleiniger Verantwortung und in der Koalition mit Bündnis 90/ DIE GRÜNEN. Sie enthalten u. a. die Terminpläne und Terminkalender, Büro Ministerpräsidentin, von 1993 bis 2005, Unterlagen zu internen Diskussionsrunden wie zum Beispiel des sogenannten Trios (Interne Diskussionsrunde Ministerpräsidentin, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein und SPD-Landesvorsitzender Schleswig-Holstein), des sogenannten Roten Kabinetts (Interne Diskussionsrunde der SPD-Regierungsmitglieder) und der Strategierunde Staatskanzlei sowie Unterlagen zu den Sitzungen der Gemeinsamen Verhandlungskommission (GVK) von SPD und Bündnis 90/Die GRÜNEN 1996 und 2000 sowie die entsprechenden Koalitionsverträge in ihrer Entstehungsgeschichte.

Auch die Geschehnisse, die mit dem Wahlabend am 20. Februar 2005 ihren Anfang nahmen und mit dem Ausscheiden von Heide Simonis aus dem Amt der Ministerpräsidentin am 27. April 2005 endeten, sind aktenmäßig engmaschig belegt, u.a. die Sondierungsgespräche mit der CDU unter der Führung von Peter Harry Carstensen, die Koalitionsverhandlungen mit dem Bündnis 90/DIE GRÜNEN und die Tolerierungsverhandlungen mit dem Süd-Schleswigschen Wählerverband (SSW) sowie der Tag der Wahl der Ministerpräsidentin bzw. des Ministerpräsidenten am 17. März 2005. Das Depositum enthält auch eine Presseausschnittsammlung. Einen weiteren Aktenschwerpunkt bilden die Landtagswahlkämpfe in Schleswig-Holstein zwischen 1993 und 2005.

Die Akten sind durch ein Findbuch erfasst. Sie sind gesperrt, wie Heide Simonis mitteilte, ist sie aber gerne bereit, ihr Depositum im Einzelfall für die Forschung zu öffnen.

Kontakt: Gertrud.Lenz@fes.de