Aktion „Lesezeichen“ – Öffentlichkeitsarbeit zu den Problemen der Bestandserhaltung in Archiven und Bibliotheken

Am 2. September 2005, dem Jahrestag des verheerenden Brandes in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar, findet eine bundesweite Aktion von Bibliotheken und Archiven statt. Durch diese Kampagne soll in der Öffentlichkeit ein Problembewusstsein für die Bedrohung von Archiv- und Bibliotheksbeständen geschaffen und das Interesse an Fragen der Bestandserhaltung und damit der Sicherung des schriftlichen Kulturgutes geweckt werden. Denn auch in feuer- und wassersicheren Magazinen deutscher Bibliotheken und Archive sind große Teile des Schriftgutes gefährdet. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Probleme wie Schimmelschäden, Tintenfraß, Schädigung durch säurehaltige Papiere und sauren Leim, Beschädigung historischer Einbände, Verschleiß durch die tägliche Benutzung und das Fotokopieren, Datenverluste bei der Archivierung moderner Medien. Schätzungen gehen von über 60 Millionen geschädigter Schriften aus.

Auch Bonner Bibliotheken und Archive beteiligen sich an dieser Aktion.

Am Freitag, 2. September 2005, 15.00 Uhr

findet im Festsaal der Bonner Universität eine Veranstaltung zur „Aktion Lesezeichen“ statt. Auf der Tagesordnung steht ein einleitender Vortrag von Dr. Marcus Stumpf (Landesarchiv Nordrhein-Westfalen) zum Thema

„Kulturelles Erbe in Archiven und Bibliotheken bewahren: effiziente Bestandserhaltung bei knappen Ressourcen“.

Anschließend werden in kurzen Beiträgen die anstehenden Probleme jeweils aus der Sicht der sich beteiligenden Institutionen (Universitätsbibliothek Bonn, Universitätsarchiv, Stadtarchiv Bonn sowie Archiv der sozialen Demokratie und Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung) dargestellt. Dabei haben Besucher der Veranstaltung die Möglichkeit, sich in einer kleinen Ausstellung im Senatssaal der Universität Bonn selbst einen Eindruck von geschädigtem Archiv- und Bibliotheksgut zu verschaffen.