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Karl Okonsky

Karl Okonsky

Bestand: 0,50 lfd.m.
Laufzeit: 1903 - 1974

Lebensdaten: * 12.10.1880 † 8.5.1974

Karl Okonsky wurde am 12. 10. 1880 in Rummelsburg/Berlin als Sohn von Josefa Dudzinska und Josef Okonsky, beide Landarbeiter, geboren. Er starb am 8.5.1974 in Kuznia Raciborska, dem früheren Ratiborhammer.
Okonsky arbeitete seit seinem elften Lebensjahr bei einem Bauern. Mit vierzehn Jahren verließ er die Volksschule und begann in Herzfelde eine Gärtnerlehre. Bis 1901 arbeitete er als Gärtner, Kutscher und Bauarbeiter in Berlin, Hamburg und Lehrte. Er absolvierte bis 1903 seinen Wehrdienst im ostpreußischen Allenstein. Von 1904 bis 1910 arbeitete er als Bauarbeiter in Berlin. Er wurde Mitglied der SPD und war gewerkschaftlich aktiv, so auch im Vorstand des Bauarbeiterverbandes Friedenau.
1910 bis 1918 arbeitete Okonsky als Redakteur bei der "Volkswacht" in Breslau, während des ersten Weltkrieges war er allerdings als Soldat in Frankreich stationiert. Von 1919 bis 1924 war Okonsky in der Redaktion des oberschlesischen "Volkswille", von 1925 bis 1927 für die „Kattowitzer Zeitung" tätig.
1919/1920 gehörte Okonsky der Deutschen Nationalversammlung an, von Juli 1920 bis Mai 1924 war er Abgeordneter der SPD im Reichstag für den Wahlkreis Oppeln (als Nachfolger des Abgeordneten Kubetzko, dessen Mandat für ungültig erklärt worden war). Von 1928 bis 1933 war er Mitglied des preußischen Staatsrats. 1931 trat er zur SAP über (vgl. Gestapo-Vermerk, A Potsdam, St. 3/925).
In den Jahren 1928 bis 1945 führte Okonsky eine Gärtnerei in Ratiborhammer, wo er 1928 einen sozialdemokratischen Wahlverein gründete. Er zog in den Kreistag von Ratibor ein und blieb bis 1933 Gemeindevorsteher.
1933 reichte er eine besondere „Liste Okonsky" ein, deren Wahlergebnis allerdings nach den Wahlen für ungültig erklärt wurde. Ebenfalls 1933 wurden bei einer Hausdurchsuchung zahlreiche Schriften beschlagnahmt, die Okonskys „kommunistischen Bestrebungen" (Anklageschrift, 1. Strafsenat Breslau, 30.3.36) belegen sollten.
Am 29.2.1936 wurde Okonsky wegen angeblicher abfälliger Äußerungen über Reichskanzler und Reichsregierung gegenüber einem Angehörigen der Wehrmacht von der Gestapo in Ratibor festgenommen und nach Lichtenburg überstellt. Am 15. Mai 1936 wurde er am Oberlandesgericht Breslau des Hochverrats angeklagt, saß in Torgau in Untersuchungshaft, wurde aber wegen Mangels an Beweisen im September 1936 freigesprochen. Dennoch verbrachte er nach eigener Aussage noch mehr als ein Jahr in Lichtenburg.
1944 wurde er wegen angeblicher Verbreitung kommunistischer Flugschriften erneut verhaftet und von der Gestapo verhört. Er blieb bis zum Ende des Krieges unter polizeilicher Aufsicht.
Karl Okonsky war Zeit seines Lebens politisch aktiv, kam dadurch u.a. mit Rosa Luxemburg, August Bebel und dem Ehepaar Kautsky zusammen, stand nach dem Zweiten Weltkrieg mit hohen DDR-Funktionären in Kontakt.
Darüber hinaus war er als freier Schriftsteller tätig. Bereits in den zwanziger Jahren, aber auch nach 1947 wurden einige seiner Arbeiten, darunter "Kain" und "Z karabinem na bakier" in deutscher Sprache, bzw. in polnischer Übersetzung verlegt

Der Nachlass Karl Okonsky wurde dem AdsD im Juli 1994 vom Abt em. Dr. Adalbert Kurzeja aus Maria Laach, der bis zu Okonskys Tod mit diesem in brieflichen Kontakt gestanden hatte, übergeben. Dr. Kurzeja hatte die Dokumente 1993 vom Schwiegersohn Okonskys, Ernst Kuiczek, erhalten, von dem sie das AdsD übernahm. Manuskripte Okonskys, die Dr. Kurzeja dem Literaturarchiv der oberschlesischen Kulturstiftung in Ratingen übergeben hatte, wurden als Kopie hinzugefügt. Des weiteren wurde der Bestand durch Kopien der im Bundesarchiv gelagerten Gerichtsakten aus dem Jahre 1936 ergänzt.
Der Nachlass Karl Okonsky wurde in vier Aktengruppen aufgegliedert. Da es sich um einen kleineren Bestand handelt, wurde eine Einzelblattverzeichnung durchgeführt. Dabei wurde die Korrespondenz Okonskys chronologisch geordnet. Auf Grund der Überschneidungen im Bereich der Manuskripte - sie tragen zum Teil autobiographische Züge - wurde eine Aktengruppe Autobiographisches / Manuskripte gebildet. Hinzu kommen die Aktengruppen Persönliche Unterlagen, die hauptsächlich Ausweise und Mitgliedskarten, aber auch Gerichtsunterlagen enthalten, und die Aktengruppe Sammlungen, die alle nicht oder nur schwer zuzuordnenden Objekte enthält.

  • Korrespondenz
  • Autobiographisches / Manuskripte (Manuskripte, Veröffentlichungen, autobiographische Schriften)
  • Persönliche Unterlagen
  • Sammlung