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Josef Felder

Josef Felder

Bestand: 4,10 lfd.m.
Laufzeit: 1924 - 2000

Lebensdaten: * 24.8.1900 † 28.10.2000

Josef Felder wurde am 24.8.1900 in Augsburg als erstes von vier Kindern eines Kaufmanns und einer Schneiderin geboren. Ab 1917 arbeitete er im erlernten Beruf als Buchdrucker und Schriftsetzer. Nach Krieg und Revolution schloss sich Felder im Juli 1919 der USPD an, wechselte aber 1920 zur SPD. Bald hatte er deren Jugendgruppen im Allgäu und im Donautal zu betreuen. 1923 heiratete Josef Felder seine Arbeitskollegin Maria Klein, mit der er bis zu ihrem Tod 60 Jahre zusammen blieb. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor. 1924 wurde Felder in Augsburg Redakteur der sozialdemokratischen "Schwäbischen Volkszeitung". Im selben Jahr trat er dem republikanischen Kampfverband "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold" bei. Nach einem Mandat im Stadtrat ab 1929 kandidierte er erfolgreich bei der Reichstagswahl am 6.11.1932. Josef Felder lehnte bei der Abstimmung im Reichtag am 23.3.1933 über Hitlers "Ermächtigungsgesetz" dieses Gesetz zusammen mit seiner Fraktion ab. Nach dem endgültigen Verbot der SPD im Juni 1933 ging Felder nach Österreich, kehrte 1934 aber heimlich zu seiner Familie zurück. Im November 1934 wurde er verhaftet und ins KZ Dachau eingeliefert, wo er zahlreiche Quälereien und Schikanen erdulden musste. Im Januar 1936 kam er auf Betreiben des Skisportlers Willy Bogner frei, in dessen Firma er arbeiten konnte. Nach Ende der NS-Herrschaft, ab Mai 1946, wirkte Felder zusammen mit einem CSU-Vertreter als Lizenzträger des "Südost-Kurier" in Bad Reichenhall am Wiederaufbau einer freien Presse mit. 1955 bis 1957 modernisierte er als Chefredakteur das SPD-Parteiblatt "Vorwärts" in Bonn. Nachdem er einen Herzinfarkt überstanden hatte, zog er 1957 über die Landesliste Bayern in den Bundestag ein. 1969 kandidierte Felder aus Altersgründen nicht mehr. Sein "Unruhestand", angefüllt mit Vorträgen über seine politischen Erfahrungen und zahlreichen Ehrungen, wurde 1994 von einem Schlaganfall überschattet, der ihn an den Rollstuhl fesselte. Am 28. Oktober 2000 starb Josef Felder in München.

Unterlagen zu Veröffentlichungen Felders über die Situation der Abstimmung über das Ermächtigungsgesetz 1933, zur Arbeit für den "Südost-Kurier", aus Zeit als Abgeordneter des Deutschen Bundestages, u.a. Bundestagsausschuß für Verteidigung; persönliche Unterlagen; Korrespondenz; Notizkalender

Josef Felder im Online-Katalog Bibliothek der FES