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Ältere Nachlässe und Aktenbestände

Der Bereich "Ältere Nachlässe" umfaßt ebenso wie die Abteilung IV "Andere Organisationen und Institutionen" Bestände, die zeitlich von den Anfängen der Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs reichen. Originalbestände aus der Zeit vor 1918 sind nicht in allzu großer Zahl vorhanden, doch befinden sich darunter einige zentrale Quellen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, so der Bestand "Frühzeit der Arbeiterbewegung", in dem Dokumente aus der Arbeitervereinsbewegung und den Anfängen der Sozialdemokratie enthalten sind.Hinzu kommen einige Nachlässe, die im Rahmen einer systematischen Akquisitionstätigkeit nach 1945 und insbesondere nach der Gründung des Archivs der sozialen Demokratie 1969 erworben werden konnten (z.B. die Nachlässe Hermann Molkenbuhr, Alfred Henke, Max Quarck, Bruno Schoenlank und die Sammlung Originalbriefe und -dokumente). Dagegen wurden die bedeutendsten der im ehemaligen SPD-Parteiarchiv aufbewahrten Bestände während der NS-Zeit ausgelagert und 1938 an eine befreundete Institution, das Internationale Institut für Sozialgeschichte in Amsterdam, verkauft. Von den meisten dieser Bestände stehen dem Benutzer im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung Mikroverfilmungen zur Verfügung. Dabei handelt es sich insbesondere um die Nachlässe führender Persönlichkeiten der deutschen Sozialdemokratie im Kaiserreich, wie August Bebel, Georg von Vollmar, Julius Motteler u.a.

Bedeutende Zuwächse bei Beständen aus der Zeit vor 1918 erhielt das Archiv durch Verfilmungen von Aktenbeständen aus dem Russischen Staatlichen Archiv der sozialen und politischen Geschichte. Bei den verfilmten Fonds handelt es sich zum Teil um von der sowjetischen Besatzungsmacht bei Kriegsende aus deutschen Archiven entnommene Bestände, zum Teil um eigene Erwerbungen des Moskauer Archivs. Auf diese Weise konnte eine Reihe zum Teil sehr umfangreicher Bestände von führenden Persönlichkeiten der deutschen Arbeiterbewegung auf Mikrofilm erworben werden, zuletzt der im Original in Moskau aufbewahrte Nachlaß Ferdinand Lassalles. Auf dem gleichen Weg gelangten Mikrofilme des Fonds "Bund der Kommunisten", "Internationale und ausländischer Arbeiterassoziation" sowie die Bestände verschiedener staatlicher Polizeiarchive in das AdsD. Der Moskauer Marx/Engels-Bestand ist gleichfalls für die Verfilmung vorgesehen.

Die Zeit der Weimarer Republik ist im Nachlaßbereich durch eine Reihe bedeutender Bestände, darunter die Nachlässe von Carl Severing, Hermann Müller, Paul Levi u.a. dokumentiert. In größerem Umfang sind Nachlässe politischer Emigranten vertreten, ebenso persönliche Unterlagen, die Widerstandstätigkeit oder Verfolgung während der NS-Zeit belegen. Als weiterer Schwerpunkt sei erwähnt, daß neben dem Nachlaß Leonard Nelson auch das Archiv des von Nelson begründeten Internationalen Sozialistischen Kampfbundes (ISK) und zahlreiche weitere Nachlässe von Mitgliedern des ISK vertreten sind.