Bank für Gemeinwirtschaft (BfG)
Bank für Gemeinwirtschaft (BfG)
Bestand: 16,00 lfd.m.
Laufzeit: 1948 - 2000
(Stand: 30.6.2003)
Zur Organisationsgeschichte
Die Entstehung der Bank für Gemeinwirtschaft AG (BfG) ist eng verknüpft mit einer langen Tradition gemeinwirtschaftlicher Unternehmen und Arbeitnehmerbanken im Rahmen der deutschen Arbeiterbewegung. Die Mitte des 19. Jahrhunderts gegründeten Arbeitnehmer - Selbsthilfebanken (meist lokale Spar- und Darlehenskassen) als auch die nach dem Ersten Weltkrieg entstandenen Gewerkschaftsbanken (z.B. "Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten AG" mit Sitz in Berlin) gelten als Vorläuferorganisationen der gemeinwirtschaftlich orientierten BfG.
Mit der Neubildung von Gewerkschaften und Konsumgenossenschaften als überparteiliche Einheitsverbände nach dem Zweiten Weltkrieg reiften auf beiden Seiten Pläne zur Wiedererrichtung eigener Bankinstitute. Dezentralisierungsauflagen der westlichen Alliierten sowie nicht ausreichende Wiedergutmachungsleistungen zwangen beide Organisationen zum Aufbau gemeinsamer regionaler Kreditinstitute, so dass in den Jahren 1949 und 1950 sechs regionale Kreditinstitute gegründet wurden, , die von vornherein als universale Geschäftsbanken mit einer gemeinwirtschaftlichen Zielsetzung konzipiert waren. Im einzelnen erfolgten Gründungen in Frankfurt am Main, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart. 1953 wurde die Bank für Wirtschaft und Arbeit in Berlin als siebtes Institut gegründet. Als die regionale Begrenzung der Niederlassungsbereiche für Kreditinstitute aufgehoben wurde, schlossen sich die sechs Gemeinwirtschaftsbanken im Dezember 1958 zur Bank für Gemeinwirtschaft mit Sitz in Frankfurt am Main zusammen. Das Berliner Institut wird nach der Fusion 1963 als Niederlassung geführt. Bis Mitte der achtziger Jahre hielt der DGB mit seinen Einzelgewerkschaften über die 1974 gegründete Beteiligungsgesellschaft für Gemeinwirtschaft (BGAG) die Aktienmehrheit am Unternehmen, seit 1987 wurde die Aachener und Münchener Beteiligungs-Aktiengesellschaft (AMB) mehrheitlich an der BfG beteiligt. 1992 wurde diese Aktienmehrheit durch den Eintritt der Crédit Lyonnais S.A. & CO OHG in den Aktionärskreis der BfG übernommen. Zu Beginn des Jahres 2000 hat der schwedische Finanzkonzern Skandinaviska Enskilda Banken AB (SEB) 100 Prozent der Aktienanteile der BfG Bank übernommen, seit Ende März 2001 ist die BfG Bank AG in SEB AG umfirmiert worden.
Zum Bestand
Die Archivalien befinden sich seit November 2001 im AdsD. Der Bestand enthält umfangreiche Gründungsunterlagen der Regionalbanken in Hamburg, Stuttgart, Hannover und Frankfurt für den Zeitraum 1949 - 1953. Dokumentiert sind für den Zeitraum 1949 - 1957 die Geschäftsberichte der sechs Regionalbanken, für den Zeitraum 1952 - 1962 die Geschäftsberichte des Berliner Institutes. Die Fusionsverhandlungen mit der Berliner Regionalbank sind für die Jahre 1958 bis 1963 belegt, eine umfangreiche allgemeine Presseausschnittssammlung mit Schwerpunkt auf den Regionalbereichen Frankfurt, Düsseldorf und Berlin für den Zeitraum 1950 - 1970 schließen den Bestandsbereich der Regionalbanken ab.
Die Gremien der BfG sind durch Korrespondenzakten des Vorstands für den Zeitraum 1985 - 1993 sowie durch Aufsichtsratberichte der Jahre 1989 - 1992 repräsentiert, Korrespondenzen mit der BGAG sowie der AMB belegen den Zeitraum 1985 - 1993.
Umfangreiche Presseberichte dokumentieren für den Zeitraum 1961 - 1982 das Wirken von einzelnen Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern der BfG und der BGAG, unter anderem Gerhard Neuenkirch, Dietrich Hoffmann, Hans Matthöfer, Ernst Breit und Heinz - Oskar Vetter. Besonders hervorzuheben sind hier Presseausschnittssammlungen über Walter Hesselbach, die einen Zeitraum von 1961 - 1985 dokumentieren.
Neben den komplett überlieferten Geschäftsberichten von 1958 - 2000 befindet sich eine Tarifvertragssammlung für den Zeitraum 1963 - 1985 sowie eine Sammlung der unterschiedlichen Satzungen von 1950 - 1987 im Bestand.
Aus dem Bereich Sammlungsgut ist eine umfangreiche Foto- und Diasammlung hervorzuheben.
Gebundene Ausgaben der "Annalen der Gemeinwirtschaft" (1955 - 1989), der "Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen" (1978 - 1989) sowie des "Archivs für öffentliche und frei gemeinwirtschaftliche Unternehmen" (1954 - 1975) runden den Bestand ab.
Der Bestand hat einen Umfang von 16 lfd.m., die Aktenlaufzeit reicht von 1948 bis 2000.
