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FES / AdsD / Gesprächskreis Geschichte

Gesprächskreis Geschichte - Veranstaltungen im Rückblick

Gesprächskreis Geschichte am 24. Februar 2016 in Berlin
Hans-Rosenberg-Gedächtnispreis 2016


Am Mittwoch, den 24. Februar 2016 wurde in der Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin der Hans-Rosenberg-Gedächtnispreis 2016 verliehen. Die Historikerin Dr. Birgit Hofmann erhielt den Preis für ihre Dissertation „Der ‚Prager Frühling‘ und der Westen. Frankreich und die Bundesrepublik in der internationalen Krise um die Tschechoslowakei 1968“.

Nach der Begrüßung durch Kurt Beck, Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Laudatio von Professor Dr. Edgar Wolfrum, Universität Heidelberg überreichte Dr. Anja Kruke, Leiterin des Archivs der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung den Preis an Birgit Hofmann.

An der anschließenden Podiumsdiskussion „Vom Nutzen und Nachteil der Realpolitik“ nahmen neben Frau Hofmann auch Dr. Rolf Mützenich, MdB, stv. Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion für die Bereiche Außenpolitik, Verteidigung und Menschenrechte sowie
Karsten D. Voigt, 1983 bis 1998 außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und
Professor Dr. Heinrich August Winkler, Historiker teil.


„Der ‚Prager Frühling‘ und der Westen.
Frankreich und die Bundesrepublik in der internationalen Krise um die Tschechoslowakei 1968“

Birgit Hofmann untersucht in ihrer quellenstarken und multiperspektivischen Studie die Auswirkungen des „Prager Frühlings“ und seiner Niederschlagung auf die deutsch-französischen Beziehungen. Sie beleuchtet dabei die Perspektive außenstehender Akteure („Referenzakteure“) in internationalen Krisensituationen, analysiert deren Involvierung und ihre Handlungsspielräume. Sie zeichnet überaus anschaulich die Stränge wechselseitiger Einflussnahmen nach und spürt ihre normativen Grundlagen auf. Hofmanns Arbeit diskutiert am historischen Beispiel die Frage nach dem Handeln des Westens vis-à-vis diktatorischer und autokratischer Regimes und deren Völkerrechtsverletzungen, die auch nach dem Ende des Ost-West-Konflikts aktuell ist.

Mehr zur Verwanstaltung finden Sie hier:

Gesprächskreis Geschichte am 17. September 2014 in Berlin
Buchpräsentation: Was zusammengehört. Die SPD und die deutsche Einheit 1989/90


Wenn Dr. Hans-Jochen Vogel, Dr. Erhard Eppler, Dr. Wolfgang Thierse und Sigmar Gabriel gemeinsam auf einem Podium sitzen und ihre Diskussion von Dr. Jens Bisky moderiert wird, füllt sich der Konferenzsaal des Berliner Hauses der Friedrich-Ebert-Stiftung früher und schneller als sonst.


Eingeladen zur Buchvorstellung hatte das Archiv der sozialen Demokratie innerhalb seiner Reihe Gesprächskreis Geschichte, um dem 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution und der anschließenden deutsche Vereinigung zu gedenken.

Nach der Begrüßung durch Kurt Beck, dem Vorsitzenden der Friedrich-Ebert-Stiftung, und einem Grußwort von Dr. Tobias Winstel, Leiter der Herder-Publikumsverlage, stellte Professor Dr. Jürgen Kocka das Buch „Was zusammengehört. Die SPD und die deutsche Einheit 1989/90“ und die einzigartigen Ereignisse in der Geschichte Deutschlands, an der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten maßgeblichen Anteil hatten, vor. In der anschließenden Podiumsdiskussion unternahmen Hans-Jochen Vogel, Erhard Eppler und Wolfgang Thierse einen sehr lebendigen Rückblick auf die Jahre 1989/90 und sprachen mit dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel über dieses wichtige Stück deutscher und sozialdemokratischer Geschichte.

Mehr zur Verwanstaltung finden Sie hier:

Gesprächskreis Geschichte am 28. August 2014 in Berlin
Verschollener Brief vom Gründervater deutscher Sozialdemokratie gefunden Übergabe an das Archiv der sozialen Demokratie am 28.8.2014

Vor 150 Jahren, am 31. August 1864, verstarb Ferdinand Lassalle, der als einer der Gründerväter der deutschen Sozialdemokratie gilt. Mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV) schuf Lassalle eine Plattform, um die Forderungen der Arbeiterbewegung in Deutschland politisch durchzusetzen. In der Öffentlichkeit war er präsent wie kaum ein Zweiter und er diskutierte seine Ansichten vornehmlich in öffentlichen Debatten.

Erst vor kurzem ist in Unterlagen des Franz Neumann-Archivs, benannt nach dem früheren Berliner SPD-Vorsitzenden, ein verschollen geglaubter Originalbrief Lassalles an die Berliner „Volkszeitung“ vom September 1863 aufgetaucht, der bislang nur in einer Abschrift von Moses Hess bekannt war. In diesem Brief beschwert sich Lassalle darüber, dass in den Medien ein zu einseitiges Bild seiner Person und politischen Meinungen gezeichnet würde. Den vollständigen Wortlaut des Briefs finden Sie hier:

 

Den Fund nahm das Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Anlass, um an den „öffentlichen Intellektuellen“ zu erinnern. In der Veranstaltung übergab einer der beiden Finder, Dr. Siegfried Heimann, den Brief feierlich an die Leiterin  des Archivs der sozialen Demokratie, Dr. Anja Kruke. Dr. Manfred Rexin vom Franz-Neumann-Archiv konnte leider nicht anwesend sein. Nach der Begrüßung durch das FES-Vorstandsmitglied Professor Dr. Peter Brandt ging Professor Dr. Detlef Lehnert genauer auf das lassallesche Briefnetzwerk ein. Dabei stellte er den überreichten Brief in einen größeren Kontext: Lassalle hatte sich bereits seit längerer Zeit von den Medien gehetzt gefühlt und dies in privater Korrespondenz beklagt. Außerdem ging Lehnert auf den innerparteilichen Briefwechsel ebenso ein wie auf den zwischen Lassalle und Bismarck. Anschließend erörterte er die Bedeutung Lassalles für die Arbeit des ADAV und stellte die Probleme heraus, mit denen dieser aufgrund seines eigenwilligen, nicht immer demokratischen Führungsstils zu kämpfen hatte.


Peter Brandt und Detlef Lehner haben vor kurzem ein Buch über
"Ferdinand Lassalle und das Staatsverständnis der Sozialdemokratie"
veröffentlich, das am 17. September in Erfurt vorgestellt wird. hier:

 

 

Nach diesem umfangreichen Überblick diskutierten Peter Brandt, Detlef Lehnert und Siegfried Heimann unter der Moderation von Anja Kruke genauer über einzelne Aspekte Lassalles Lebens und Wirkens. Dabei wurden unter anderem seine Sicht auf die Sozialdemokratie und sein Führungsstil beleuchtet, aber auch die Rezeption seines Wirkens nach seinem Ableben. Umrahmt wurde die Veranstaltung vom Chor "Vorwärts Liederfreunde", der mit der Beteiligung des Publikums unter anderem das von Lassalle in Auftrag gegebene "Bundeslied" des ADAV anstimmte.
 

Mehr zur Verwanstaltung finden Sie hier:

Gesprächskreis Geschichte am 13. Mai 2014 in Bonn
Autorenlesung und Führung durch die Ausstellung:
August Bebel – Polit-Star des deutschen Kaiserreichs

August Bebels Weg vom einfachen Drechslergesellen zum „Polit-Star“ des deutschen Kaiserreichs stand paradigmatisch für den Aufstieg der Arbeiterbewegung. Bebels Wirken verband den Kampf um soziale Gerechtigkeit mit bürgerschaftlichem Engagement. In Bebels Lebensweg und Arbeit spiegeln sich Fragen nach der Integration in die Gesellschaft, nach sozialer Gerechtigkeit und politischer Partizipation sowie nach der Zukunft unserer Gesellschaft. Fragen, die bis heute aktuell sind.

Autor Jürgen Schmidt las an diesem Abend ausgewählte Passagen aus seiner Bebel-Biografie lesen und führte im Anschluss durch die Ausstellung zu Leben und Wirken August Bebels.


Gesprächskreis Geschichte am 19. November 2013 in Berlin
Wie ist das Verhältnis von Nation und Europa heute?

Nach dem Ende des Kalten Kriegs wuchsen die Nationen Europas unter den Institutionen der Europäischen Gemeinschaften mehr und mehr zusammen, einige erwarteten bei dieser Entwicklung sogar ein Absterben der Nationen zugunsten der EG. Doch spätestens mit den Kriegen beim Zerfall Jugoslawiens wurde deutlich, dass der Nationalstaat als politische Ordnung nicht überwunden wurde. Vielmehr ist sie als feste Voraussetzung für die Europäische Integration von höchster Wichtigkeit. Diese gestaltet sich wesentlich langwieriger als erwartet und wird seit 2008 durch die Krise eines finanzmarktgesteuerten, digitalen Kapitalismus vor neue und unerwartete Herausforderungen gestellt. Hinzu kommen Probleme innerhalb der einzelnen Nationen, in Deutschland etwa der noch immer nicht vollständig abgeschlossene Einigungsprozess.
Daher widmete sich der Gesprächskreis Geschichte der FES unter der Moderation von Dr. Irina Mohr am 19. November in Berlin der Frage nach dem Verhältnis zwischen Nation und Europäischer Gemeinschaft. Nach einer Begrüßung von Dr. Jürgen Burckhardt diskutierten Professor Egon Bahr, Dr. Achim Engelberg und Professor Dr. Andreas Wirsching dieses hoch aktuelle Thema. Als Diskussionsgrundlage dienten Textausschnitte aus dem Werk des Historikers Ernst Engelberg (1909–2010), der in der Türkei, der Schweiz und in sechs deutschen Staaten gelebt hat: im Kaiserreich, in der Weimarer Republik, im ‚Dritten Reich‘ in der DDR sowie in der ‚alten‘ und neu vereinigten Bundesrepublik. In seinen Werken, wie etwa seiner Bismarck-Biografie, setzte er sich immer wieder mit den Wechselverhältnissen zwischen Region und Nation und denen zwischen verschiedenen Nationen auseinander. Außerdem widmete er sich der Innen- und Außenpolitik sowie der National- und Weltgeschichte. Aufgrund dieser thematischen – und gerade für die heutige Zeit sehr wichtigen – Ausrichtung von Engelberts Schriften trug die Schauspielerin Monika Gossmann während der Diskussionsrunde Teile seines Werks vor. Die Diskussionsteilnehmer fanden darin eine fundierte und hoch aktuelle Gesprächsgrundlage.

Gesprächskreis Geschichte am 24. September 2013 in Bonn
Ein Leben für Humanität und Gerechtigkeit - Otto Bennemann zum 110. Geburtstag

Otto Bennemanns (1903-2003) politisches Leben steht für eine spezifische historische Erfahrung der deutschen Arbeiterbewegung:
Durch einen ethischen Sozialismus und das Arbeitermilieu geprägt, engagierte er sich in der Weimarer Republik in verschiedenen Organisationen der Arbeiterbewegung und beteiligte sich am Widerstand gegen die Nationalsozialisten. In der Zeit der NS-Diktatur emigrierte er nach England und wirkte nach dem Zweiten Weltkrieg als SPD-Mitglied am Wiederaufbau und dem Neuanfang der Demokratie in Niedersachsen mit. Unter dem Signum „Ein Leben für Humanität und Gerechtigkeit“ erinnerte der Gesprächskreis Geschichte an Otto Bennemann und seinen 110. Geburtstag.
Nach einer Begrüßung durch Dr. Anja Kruke, Leiterin des Archivs der sozialen Demokratie, und Professor Dr. Thomas Meyer, Vertreter der Franziska- und Otto-Bennemann-Stiftung, sprachen Dr. Horst-Rüdiger Jarck und Dr. Rainer Zirbeck, Vorsitzender der Otto-Bennemann-Stiftung Braunschweig.
Die Redner, beide Weggefährten im letzten Lebensabschnitt Otto Bennemanns, rückten neben seinen politischen Verdiensten vor allem die dahinter stehende Persönlichkeit in den Mittelpunkt. Dabei wurde offenkundig, dass in Bennemann das Private und das Öffentliche nicht zwingend einen Gegensatz bildeten: Die Frage, wie und ob im praktischen Politikbetrieb ethische Maßstäbe zu realisieren sind, beschäftigte ihn bis zu seinem Lebensende.
Im Vorgriff auf das bald erscheinende Findbuch, das erstmals den Nachlass Otto Bennemanns erschließt, beleuchtete Jarck, ehemaliger Leiter des Niedersächsischen Staatsarchivs in Osnabrück und Wolfenbüttel, die Person Bennemanns aus bisher unbekannten Quellen. Vor allem der Briefwechsel zwischen dem in Australien als enemy alien inhaftierten Otto Bennemann und seiner nach England emigrierten Ehefrau Franziska Bennemann eröffnete einen privaten Blick auf das Leben und die Widrigkeiten von politischen Emigranten während des Zweiten Weltkriegs.
Hatte schon Thomas Meyer in seiner Begrüßung Otto Bennemann als eine Art Sachverwalter der Arbeiterbewegung vorgestellt, so betonte zum Ende der Veranstaltung auch Zirbeck Bennemanns außergewöhnliches Lebensverständnis im Zeichen eines solidarischen Gemeinschaftssinns. Dieses könne aber nicht allein aus den Jahren des politischen Kampfs innerhalb des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes und des Widerstands gegen die NS-Herrschaft erschlossen werden, sondern müsse darüber hinaus auch im Lichte seiner politischen Arbeit im Wiederaufbau, in der SPD, sowie in der Lokal- und Landespolitik gesehen werden.

Gesprächskreis Geschichte am 17. April 2013 in Bonn
„Mehr Demokratie wagen“. Geschichte der Sozialdemokratie von 1830 – 2010
Buchpräsentation mit Detlef Lehnert / Peter Brandt

Die deutsche Sozialdemokratie war seit ihrem Entstehen im 19. Jahrhundert eine Freiheitsbewegung. Sie hat ihre Forderung nach einer demokratischen Gesellschaft mit dem Anspruch verbunden, soziale Gerechtigkeit zu schaffen. Das Motto „Mehr Demokratie wagen“ bringt dieses auf die Zukunft gerichtete, lange sehr optimistische Fortschrittsdenken zum Ausdruck und hat sich als Formel für eine progressive linke Politik etabliert. Peter Brandt und Detlef Lehnert haben dies zur Leitlinie ihres überaus lesenswerten Buchs zur Geschichte der Sozialdemokratie gemacht. Die sozialen Utopien der Frühsozialisten kommen ebenso zur Sprache wie der Aufstieg zur emanzipatorischen Massenbewegung und die Debatten über die „Agenda 2010“. Angesichts dieses Spannungsbogens fragen die beiden Autoren resümierend: Wie lässt sich aus dieser Geschichte lernen?
Zahlreiche interessierte Gäste waren zur Buchpräsentation mit anschließender Podiumsdiskussion mit Kurt Beck, Detlef Lehnert und Peter Brandt im Konferenzsaal der Bonner Friedrich-Ebert-Stiftung erschienen.

Gesprächskreis Geschichte am 6. März 2013 in Berlin
„Karl Marx, die SPD und die Gesellschaft heute“. Ein Gespräch

Karl Marx wird seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 wiederentdeckt. Es scheint, als ob der Abstand der gut 20 Jahre seit dem Ende des Ost-West-Konflikts es ermöglicht, den Philosophen und zeitgenössischen Kritiker der Gesellschaft neu, vielleicht vorbehaltlos zu lesen. Gleichzeitig ist der Hunger nach neuen Deutungen angesichts des Prestigeverlusts des Neoliberalismus überall zu spüren. Doch worauf beziehen sich eigentlich heutige gesellschaftskritische Äußerungen? Wie geht die Sozialdemokratie mit Gesellschaftskritik heute um? Worauf bezieht sie sich, wie nimmt sie gesellschaftliche Realität wahr? Und welche Rolle spielen die Geisteswissenschaften und die Philosophie, wenn der kritische Impetus aus dem Netz 2.0 zu kommen scheint?

Diese und andere Fragen diskutierten Professor Dr. Herfried Münkler und Dr. Ralf Stegner auf dem Podium und mit dem Publikum.

Gesprächskreis Geschichte am 21. Februar 2013 in Berlin
Hans-Rosenberg-Gedächtnispreis 2013

Am Donnerstag, den 21. Februar 2013 wurde in der Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin der Hans-Rosenberg-Gedächtnispreis 2013 verliehen. Die Historikerin Dr. Christiane Reinecke erhielt den Preis für ihre Dissertation „Grenzen der Freizügigkeit. Migrationskontrolle in Großbritannien und Deutschland, 1880 – 1930“ Nach der Begrüßung durch Ingrid Matthäus-Maier, Kuratoriumsvorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Laudatio von Professor Dr. Siegfried Weichlein, Universität Fribourg überreichte Dr. Anja Kruke, Leiterin des Archivs der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung den Preis an Christiane Reinecke. An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen neben Frau Reinecke auch Professor Dr. Dieter Gosewinkel, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und Dr. Rainer Ohliger, Netzwerk Migration in Europa e.V. teil. Moderiert wurde das Gespräch von Professor Dr. Siegfried Weichlein, Universität Fribourg.

„Grenzen der Freizügigkeit.
Migrationskontrolle in Großbritannien und Deutschland, 1880 – 1930“

Das Thema der Migrationskontrolle ist in den Zeiten von Terrorbekämpfung und Sicherheitsdenken aktueller denn je. Doch brachte bereits das 19. Jahrhundert neben neuen Formen der Mobilität auch ein vermehrtes Eingreifen der Staaten in Wanderungsprozesse mit sich. Inwieweit Staaten ihre Grenzen kontrollieren, auf welche Weise sie Reisende überprüfen und welche Kriterien zum Ein- oder Ausschluss von Migranten führen, wurde bereits in den 1880er Jahren diskutiert. Staatliche Akteure schufen Praktiken der Exklusion, die sowohl sozialen als auch ethnischen Kriterien folgten. Wie auch heute spielten Formen der Gesundheits- und Arbeitsmarktkontrolle eine große Rolle. Christiane Reinecke betrachtet in ihrer Studie die britische und deutsche Politik der Migrationskontrolle von 1880 – 1930. Dabei blickt sie nicht auf das Staatsbürgerrecht als zentrales Integrationsinstrument der Migrationspolitik, sondern auf Standardisierungen und Rationalisierungen im Verwaltungshandeln gegenüber Migranten. Sie befasst sich aus einer komparativen Sicht mit einem Bereich, der bisher weitgehend außerhalb des historischen Interesses lag.

Gesprächskreis Geschichte am 12. November 2012 in Berlin
Wissenschaftler und Botschafter der Völkerverständigung. Georg Eckert zum 100. Geburtstag

Den Geburtstag Georg Eckerts, der sich am 14. August 2012 zum 100. Mal jährte, nahm das Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Anlass, sich an eine Persönlichkeit zu erinnern, die seine Zeitgenossen faszinierte und die bis heute ihre Bedeutung nicht verloren hat.

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Peter Brandt würdigte  Dr. Heike Christina Mätzing in ihrem Vortrag Leben und Werk Georg Eckerts. Der Ethnologe und Historiker Georg Eckert (1912 – 1974) stellte sein Netzwerk aus zahllosen Kontakten gänzlich in den Dienst der Völkerverständigung, um Deutschland mit seinen ehemaligen Kriegsgegnern auszusöhnen. Als Professor für Geschichte und ihre Methodik gründete Eckert 1951 in Braunschweig das heute nach ihm benannte Internationale Schulbuchinstitut. 1964 wählte ihn die Deutsche UNESCO-Kommission zu ihrem Präsidenten. Die so begründete Personalunion bot Georg Eckert noch stärkere Möglichkeiten, die von ihm betriebene internationale Schulbuchrevision mit der auswärtigen deutschen Kulturpolitik zu verzahnen. Meilensteine auf diesem Weg waren und sind bis heute die deutsch-polnischen Schulbuchempfehlungen von 1975, die durch die Neue Ostpolitik Willy Brandts ermöglicht worden waren.
Außerdem hatte sich Eckert nach dem Zweiten Weltkrieg als einer der ersten Historiker Deutschlands der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung zugewandt. 1961 gründete er das – im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung veröffentlichte – Jahrbuch »Archiv für Sozialgeschichte«, für das er bis 1969 die alleinige Verantwortung trug.

Im Anschluss diskutierten Dr. Horst Heidermann und Dr. Heike Christina Mätzing auf dem Podium und mit dem Publikum. Moderiert wurde die Diskussion von Dr. Anja Kruke, Leiterin des Archivs der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Gesprächskreis Geschichte am 22. Juni 2012 in Berlin
Buchpräsentation "Die Weimarer Reichskanzler"

In den 14 Jahren der Weimarer Republik amtierten insgesamt zwölf Reichskanzler in der Berliner Wilhelmstraße – von Philipp Scheidemann bis Kurt von Schleicher. Anders als ihre Vorgänger im Kaiserreich und ihre Nachfolger in der Bundesrepublik Deutschland sind diese Politiker aus dem kollektiven Gedächtnis der Nation allesamt weitgehend verschwunden. Das liegt neben der Kürze ihrer Amtszeiten sicherlich auch daran, dass kaum jemand ein Bild von ihnen vor Augen hat. Nun vereinigt ein hochwertig ausgestatteter Band rund 800, teilweise noch nie in der Öffentlichkeit gezeigte Fotografien der von 1918 bis 1933 amtierenden Reichskanzler. Am 22. Juni 2012 wurde dieser vom Gesprächskreis Gesichte der Friedrich-Ebert-Stiftung präsentiert. Franz Müntefering stellte den Bildband im Gespräch mit dem Autor Bernd Braun und Peter Brandt einem interessierten Publikum vor.

 

Gesprächskreis Geschichte am 21. Juni 2012 im Festsaal der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
"Testfall für die Demokratie." NATO-Doppelbeschluss, Frieden und Protest in den 1980er Jahren

Vor 30 Jahren fand in Bonn eine der größten Friedensdemonstrationen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland statt. Mehr als 400.000 Menschen kamen zusammen, um mithilfe zahlreicher Prominenter aus Kultur, Politik und Wissenschaft gegen die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen infolge des NATO-Doppelbeschlusses zu protestieren. Der Zeithistoriker Holger Nehring beleuchtete am 21. Juni 2012 die Friedensbewegung am historischen Ort als Testfall für die westdeutsche Demokratie um anschließend mit seinem Kollegen Eckart Conze zu diskutieren, wie das Engagement für weltweite Abrüstung und für ein atomwaffenfreies Europa aus heutiger Sicht zu bewerten ist. Zahlreich erschienene Zeitzeugen beteiligten sich anschließend mit Kommentaren und Fragen.

 

Gesprächskreis Geschichte am 24. September 2009 in Bonn
Wissenschaft und Politik. Eine Beziehungsgeschichte im 20. Jahrhundert

Impressionen
	  © AdsDLandläufig wird angenommen, dass Wissenschaft und Politik zwei voneinander getrennte Bereiche sind, die sich nur selten gegenseitig beeinflussen. Allerdings zeigt ein Rückblick auf das 20. Jahrhundert, dass Politik und Forschung in enger Wechselwirkung standen. Sie sind sogar Ressourcen füreinander.

Dies machte der Historiker Mitchell G. Ash, Professor an der Universität Wien, am 24.9.2009 vor dem Gesprächskreis Geschichte deutlich. Im Anschluss diskutierte er, moderiert von der Leiterin des Historischen Arbeitsbereichs der Friedrich-Ebert-Stiftung, Dr. Anja Kruke, mit dem Pionier der Politik- und Sozialforschung, Professor Klaus Liepelt, die Bedeutung und Funktion, die wissenschaftliche Expertise für demokratische Politik im Laufe der Zeit und in einer zunehmend durch Medien geprägten Welt erhalten hat.

 

Gesprächskreis Geschichte am 27. Februar 2009 in Berlin
Von der improvisierten zur geglückten Demokratie. Deutschlands schwieriger Weg im 20. Jahrhundert

Impressionen
	  © AdsDDas Jahr 2009 kann geradezu als "Jubiläumsjahr" der jüngeren deutschen Vergangenheit gelten: 90 Jahre Gründung der Weimarer Republik, 80 Jahre "Schwarzer Freitag" und Beginn der Weltwirtschaftskrise, 70 Jahre Beginn des Zweiten Weltkriegs, 60 Jahre Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik, 40 Jahre Bildung der sozial-liberalen Koalition und schließlich 20 Jahre Friedliche Revolution.