Das Layout dieser Seite wird mit CSS umgesetzt. Wenn Sie diesen Hinweis sehen, kann Ihr Browser CSS nicht darstellen.
Die Seite bleibt trotzdem voll funktionsfähig.
Hier finden Sie einen standard-konformen Browser: www.mozilla.org.
FES / AdsD / Über das Archiv / Geschichte / Zu retten was sonst unwiederbringlich verloren geht

Geschichte des AdsD

Zurück in Deutschland

"An den Genossen allerorts ist es nun, nach Kräften dafür zu sorgen, dass dem Archiv möglichst viele Zuwendungen gemacht werden, damit es mehr und mehr wird, was es eigentlich sein soll, das geistige Arsenal der Partei." 1
So wurde für das Archiv auf dem SPD-Parteitag 1894 geworben, der wieder in Deutschland abgehalten werden konnte. Im Frühjahr 1891 - am 1. Oktober 1890 war das "Sozialistengesetz" gefallen, so dass die Parteiinstitutionen nach Deutschland zurückkehren konnten - war das Archiv bis auf einige handschriftliche Materialien, die bei Julius Motteler blieben, der noch auf der Fahndungsliste stand und erst 1901 nach Deutschland zurück konnte, erneut verpackt und auf die Reise geschickt worden.
Ignaz Auer Es fand sein neues Domizil in der Berliner Wohnung von Ignaz Auer, Katzbachstraße 9, 1. Stock, Vorderhaus, die zugleich Sitz des Parteivorstands der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) war.2 Doch auch nach dem Fall des "Sozialistengesetzes" hegte die Sozialdemokratie weiterhin Misstrauen gegenüber der Obrigkeit - ein Misstrauen, das im Umgang der Partei mit ihrer schriftlichen Überlieferung seine Widerspiegelung fand. So führte Auer auf dem SPD-Parteitag 1891 als Berichterstatter des Parteivorstands aus: "[...] in der Regel wurde daran festgehalten, [...] Scripturen, Briefe, Einsendungen von Seiten der Genossen [...] dem Feuertode zu überliefern. Ich kann nur den Wunsch aussprechen, dass umgekehrt auch die Genossen die Briefe, welche sie von Seiten der Parteileitung erhalten, nachdem sie von deren Inhalt Kenntnis genommen, ebenfalls vernichten. Diese Gewohnheit haben leider nicht alle unserer Genossen." 3 Vorsicht bei der Aufbewahrung von Archivalien schien also nötig. Dass entsprechende Mahnungen nicht unbegründet waren, zeigte sich im November 1895, als der Parteivorstand wegen angeblichen Verstoßes gegen das preußische Vereinsgesetz aufgelöst wurde und die Leitung der Partei wieder von der Reichstagsfraktion wahrgenommen werden musste. Erst im März 1897 wurde dieses Verbot aufgehoben.
Ein weiteres durchaus praktisches Problem stellte die Unterbringung des Parteiarchivs dar. Erst auf dem Parteitag 1893 konnte Ignaz Auer bekannt geben, "dass das Archiv jetzt endlich einmal untergebracht und ausgepackt ist, dass im Laufe des Jahres der Katalog fertig und in der nächsten Zeit das Archiv den Parteigenossen zur Verfügung gestellt sein wird". 4 Tatsächlich aber waren die Verhältnisse beengt, und für eine allgemeine Benutzung scheinen die Bestände nicht zugänglich gewesen zu sein. Um Abhilfe zu schaffen, entschloss sich der SPD-Vorstand 1899, das Parteiarchiv als Leihgabe in die Heimannsche "Öffentliche Bibliothek und Lesehalle", Berlin, Alexandrinenstraße 26 5, zu geben, wo es separat aufgestellt wurde und nur mit schriftlicher Erlaubnis des Parteivorstands genutzt werden konnte. Die Trennung von Vorstand und Archiv bewährte sich jedoch offenbar nicht, so dass das Archiv im Oktober 1904 im Haus Lindenstraße 69 untergebracht wurde, wo seit 1902 der Parteivorstand seinen Sitz hatte. 1914 schließlich fand es sein letztes Domizil vor 1933 im Gebäude Lindenstraße 3, das den Vorstand, die Vorwärtsdruckerei und verschiedene Parteiinstitutionen aufgenommen hatte. Wachsende Bestände führten zu mehrmaligen Umzügen innerhalb des Hauses und steigende Benutzerzahlen zur Bereitstellung eines Lesesaales.
Max SchippelNach dem Ausscheiden von Karl Kautsky im Jahre 1896 berief der Parteivorstand Max Schippel 6 zum Archivleiter. Dieser war Reichstagsabgeordneter, vielbeschäftigter Agitator und seit 1889 Herausgeber der "Berliner Arbeiterbibliothek". Er war also schriftstellerisch und als Journalist tätig und als Wirtschaftsforscher sowie -theoretiker bekannt. Obwohl auch er dem Archiv nur einen sehr begrenzten Teil seiner Arbeitskraft widmen konnte, entstand in seiner Amtszeit der erste Katalog der Bibliothek des Archivs; 7 die eigentlichen Archivbestände waren, wenn überhaupt, lediglich in Zettelkatalogen erfasst. Dies galt auch für den zentralen Bestand des Parteiarchivs, den Marx-Engels-Nachlass.
Friedrich Engels 8 war von Karl Marx zum Erben seines gesamten schriftlichen Nachlasses sowie der Rechte für dessen wissenschaftliche Auswertung und Herausgabe eingesetzt worden. Als Engels 1895 starb, hinterließ er die Manuskripte von Marx dessen jüngster Tochter Eleanor Marx-Aveling. 9 Bebel und Bernstein erhielten alle übrigen in seinem Besitz befindlichen Manuskripte und Briefe. Ausgenommen davon waren bestimmte Korrespondenzen: die Briefe seiner eigenen deutschen Verwandten, Schreiben von Marxens Töchtern Eleanor Marx-Aveling und Laura Lafargue 10, deren Männern, Edward Aveling und Paul Lafargue 11, seiner Sekretärin Louise Freyberger 12 und deren Mann Ludwig Freyberger 13, seiner Nichte Mary Ellen Rosher sowie deren Mann 14. Teile dieser Materialien schickte Motteler an Bebels Privatadresse in Küssnacht. Das Gros des Marx-Engels-Nachlasses brachte Julius Motteler 1901 - als Hausrat deklariert - mit nach Deutschland zurück, wo er in Leipzig Wohnung nahm. Hier, von Motteler bewacht, lagerten nun die Materialien.
Statt den Nachlass sofort nach Berlin in das Archiv der SPD zu geben, begann eine Diskussion um andere Aufbewahrungsorte. Bebel wollte ihn in Stuttgart beim Verlag J.H.W. Dietz deponieren. Motteler schlug dagegen Küssnacht mit dem Argument vor, der Nachlass sei dann mit den bereits dorthin geschickten Materialien wieder zusammengeführt. In diese Diskussion um den Aufbewahrungsort des Nachlasses wurde Eduard Bernstein als Miterbe bewusst nicht eingebunden. Grund dafür war, dass sich Bebel und Bernstein damals politisch nicht in Übereinstimmung befanden. Denn letzterer war nach kritischer Prüfung der Lehre vom wissenschaftlichen Sozialismus zu Auffassungen gekommen, die am geistigen Fundament der Sozialdemokratie zu rütteln schienen und die in der Partei kontrovers geführte Revisionismusdebatte auslösten. Bebel hatte wohl die Befürchtung, liege der Bestand erst einmal im Parteiarchiv, dann habe Bernstein den direkten Zugriff und könne die Schriften von Marx und Engels in seinem Sinne auswerten. Stuttgart als Aufbewahrungsort und in der Obhut des sozialdemokratischen Verlegers Johann Heinrich Wilhelm Dietz 15, das wäre Bebel lieber gewesen, denn hier saß der marxistische Theoretiker und Chefredakteur der "Neuen Zeit", Karl Kautsky, der dem Revisionismus ablehnend gegenüberstand und von dem keine ‚Fehlauslegungen' zu erwarten waren. Kautsky aber zeigte nur mäßiges Interesse, da ihm ohnehin niemand den Zugriff auf die Marxschen Manuskripte verwehren konnte. Zwar hatte ihn Friedrich Engels wohl aus persönlichen Motiven - Kautsky hatte ein zweites Mal geheiratet, seine erste Frau war Sekretärin von Engels - in seinem Testament nicht bedacht. Aber dies hatte Marxens Töchter nicht davon abhalten können, ihn ihrerseits mit der Publikation der Schriften ihres Vaters zu betrauen. Da auch Dietz schließlich abwinkte, kamen die Materialien doch in das Parteiarchiv nach Berlin. Als sich der Revisionismusstreit später gelegt hatte, waren Teile der Manuskripte und Briefe mit Zustimmung Bebels in die Obhut Bernsteins gegeben worden, der sie in seiner Berliner Privatwohnung aufbewahrte und zum Jahreswechsel 1924/25 an das Parteiarchiv zurückgab. Nach dem Tode Bebels (1913) wurden auch die in Küssnacht aufbewahrten Materialien in das Parteiarchiv überführt, so dass nun der Gesamtbestand dort deponiert war.
1904 gab Max Schippel das Amt des Archivleiters auf. Seine Haltung zu Zoll- und Handelsfragen hatte ihn in der Partei zunehmend isoliert. So hatte der Parteitag in Jena "auf das schärfste" Schippels "Unklarheit und Zweideutigkeit" missbilligt. "Der Parteitag erklärt weiter, daß das Vertrauen, dessen ein Genosse zur Bekleidung von Vertrauensstellungen in der Partei unbedingt bedarf, gegenüber dem Genossen Schippel aus tiefste erschüttert ist". 16
Max Grunwald Zu seinem Nachfolger berief der Parteivorstand zum 1. Oktober den Sekretär der Reichstagsfraktion Max Grunwald 17. In der Person des von Motteler empfohlenen Grunwald, dessen Aufgabe bei der Fraktion in "der Sammlung und Sichtung des Materials, dessen die Abgeordneten [...] bedürfen" 18, bestand, glaubte man nun auch den Richtigen für die Stelle des Parteiarchivars gefunden zu haben. In der Amtszeit Grunwalds konnte das Archiv wertvolle Zugänge verzeichnen: "Dokumente aus der alten Internationale gingen ein, die mehrere tausend Stücke umfassende Sammlung des Reichstagsabgeordneten Julius Motteler, Schriften aus dem Nachlaß von Moses Hess, Bestände aus den Privatbibliotheken von Auer, Singer, Bebel und anderen konnten hinzugefügt werden." 191911 erfuhr das Archiv eine weitere Bereicherung durch den in Berlin lebenden und den Menschewiki nahestehenden russischen Fürsten David Bebutoff 20, der seine bedeutende Sozialistika-Sammlung an Büchern und Dokumenten dem Parteiarchiv zur Verwahrung übergab. Das hatte zur Folge, dass noch weitere Materialien aus dem Kreis um die Exilzentrale der russischen Sozialdemokratie, so z.B. das Privatarchiv des menschewikischen Theoretikers Pawel Axelrod 21, im SPD-Archiv deponiert wurden. Die berufliche Mehrfachbelastung, die zu übernehmen sich der chronisch unter Geldmangel leidende Grunwald gezwungen sah, hatte allerdings Auswirkungen. So berichtete Paul Singer 22 im Juli 1909 über den Vorschlag des Fraktionsvorstandes, "für den Posten eines Fraktions-Sekretärs künftig eine Person in Aussicht zu nehmen, die ihre ganze Kraft während des ganzen Jahres zur Verfügung zu stellen habe". 23 Und auch Hermann Schlüter vermerkte nach einem Besuch im SPD-Archiv 1910 in seinem Tagebuch, dass über Grunwald sehr geklagt werde. 24 Dies und politische Differenzen mit dem Parteivorstand führten dazu, dass man sich im März 1914 von Max Grunwald trennte.
Nach dem Ausscheiden Grunwalds wurde der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Eduard David 25 mit der Leitung des Archivs betraut. Er war kein Hinterbänkler, sondern ein in die aktuelle Politik eingebundener, profilierter Politiker. David war einer der Hauptverfechter jener Politikrichtung, die die SPD-Reichstagsfraktion zu Beginn des Ersten Weltkriegs mit der Zustimmung zu den Kriegskrediten am 4. August 1914 eingeschlagen hatte und die im Jahre 1916 der Grund für die Spaltung der SPD wurde. 26 David empfand den neuen Posten allerdings eher als Belastung, auch als Behinderung seiner politischen Aktivitäten. So notierte er im Oktober 1914 in sein Tagebuch: "Eine nie abreißende Hetze von früh bis spät. Auch in dem Archiv gibt es jeden Tag besondere Abhaltungen politischer und privater Natur. Es ist zum Verzweifeln. Dabei stehen die großen Aufgaben vor mir und ich kann nicht auf ihre Erfüllung verzichten. Ich muß meine Kräfte dafür frei bekommen. Alles ist eine Geldfrage. Oh, daß ich nur so viel hätte, um frei schaffen zu können." 27 Als er Anfang 1917 das Parteiarchiv verließ, war er erleichtert: "Abgabe des Archivs! Hatte es beinahe drei Jahre inne. Eine ideale Stelle für einen bloßen Parteigelehrten. Für mich auf Dauer unmöglich." 28
Mit seinem Nachfolger Ernst Drahn schien die Partei endlich den richtigen Griff getan zu haben. Drahn, ausgewiesener Fachmann für sozialistische Publizistik, veröffentlichte auf der Grundlage der Bestände der Archivbibliothek mehrere Bibliographien zu sozialistischen Broschüren und Flugschriften. 29 Seine Tätigkeit als Archivverwalter endete allerdings abrupt: Sein Wechsel von der SPD zur KPD Ende 1919 zog am 2. Januar 1920 die fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Parteivorstand nach sich. Und es sollte noch schlimmer kommen. 1920 veröffentlichte das Exekutivkomitee der Kommunistischen Jugendinternationale die Broschüre "Friedrich Engels politisches Vermächtnis" 30, die sich auf Briefe von Friedrich Engels stützte, die offenbar aus den Beständen des SPD-Archivs stammten. Eine Nachprüfung im Parteiarchiv ergab, dass die fraglichen Briefe verschwunden waren. Dem Parteivorstand war schnell klar, wer die Person war, die für diese Veruntreuungen in Betracht kam. Bei einer wahrscheinlich auf Antrag der SPD erfolgten Durchsuchung der Wohnung Drahns beschlagnahmte die Polizei - wie Luise Kautsky später berichtete - mehrere Kisten und Körbe voller schriftlicher Unterlagen. 31

 

Fussnote 1: Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, abgehalten zu Frankfurt a.M. vom 21. bis 27. Oktober 1894, S. 35.Zurück

Fussnote 2: Ignaz Auer (1846-1907), von Beruf Sattler, 1875-1977 im Vorstand der SAPD, ab 1890 Schriftführer, dann Sekretär des SPD-Parteivorstands, 1877-1878, 1880-1881, 1884-1887 und 1890-1907 Mitglied des Reichstags. Die Partei hatte sich im Oktober 1990 auf ihrem Parteitag in Halle in Sozialdemokratische Partei Deutschlands umbenannt. Siehe auch: Mario Bungert/Helga Grebing: Parteizentralen auf Wanderschaft, in: Michael Ruetz: Das Willy-Brandt-Haus, Göttingen 1996.Zurück

Fussnote 3: Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, abgehalten zu Erfurt vom 14. bis 20. Oktober 1891, Berlin 1891, S. 87f.Zurück

Fussnote 4: Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, abgehalten zu Köln a.Rh. vom 22. bis 28 Oktober 1893, S. 144.Zurück

Fussnote 5: Die ‚Öffentliche Bibliothek und Lesehalle' wurde 1898 von dem Berliner Sozialdemokraten Hugo Heimann gestiftet und finanziert. Hugo Heimann (1859-1951) von Beruf Verlagsbuchhändler, ab 1890 Mitglied der SPD, 1908-1910 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses, 1920-1933 Mitglied des Reichstags, 1939 Emigration in die USA.Zurück

Fussnote 6: Max Schippel (1859-1928), von Beruf Volkswirt, 1886 Eintritt in die SAPD, 1890-1905 Mitglied des Reichstags, 1896-1904 Leiter des Parteiarchivs, 1911-1919 Leiter der sozialpolitischen Abteilung der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands, ab 1923 Lehrstuhl für Staatswissenschaften in Dresden.Zurück

Fussnote 7: Bibliothek der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands: Systematischer Katalog, Berlin 1901.Zurück

Fussnote 8: Friedrich Engels (1820-1895).Zurück

Fussnote 9: Eleanor Marx-Aveling (1855-1898).Zurück

Fussnote 10: Laura Lafargue (1845-1911).Zurück

Fussnote 11: Edward Aveling (1851-1898) von Beruf Schriftsteller, englischer Sozialist. Paul Lafargue (1892-1911), französischer Sozialist.Zurück

Fussnote 12: Louise Freyberger (1860-1950), österreichische Sozialistin, bis 1889 erste Ehefrau Karl Kautskys.Zurück

Fussnote 13: Ludwig Freyberger (gestorben 1934), österreichischer Arzt.Zurück

Fussnote 14: Mary Ellen Rosher (geb. 1859), seit 1881 Ehefrau des englischen Kaufmanns Percy White Rosher; Näheres nicht ermittelt.Zurück

Fussnote 15: Johann Heinrich Wilhelm Dietz (1843-1922), von Beruf Buchdrucker, 1871 Eintritt in die SDAP, 1894-1898 und 1903-1907 Mitglied des Reichstags; siehe auch: Angela Graf: J. H. W. Dietz. 1843 - 1922. Verleger der Sozialdemokratie. Mit einem Nachw. "Zur Nachkriegsgeschichte des Verlages J. H. W. Dietz Nachf." von Horst Heidermann, Bonn 1998.Zurück

Fussnote 16: Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Abgehalten zu Bremen vom 18. bis 24. September 1904, Berlin 1904, S. 136f.Zurück

Fussnote 17: Max Grunwald (1873-1926), Schriftsteller und Journalist, 1904-1912 Sekretär der Reichstagsfraktion, 1904-1914 Verwalter des Parteiarchivs, 1903-1913 Lehrer an der Berliner Arbeiterbildungsschule.Zurück

Fussnote 18: Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Abgehalten zu Bremen vom 18. bis 24. September 1904, Berlin 1904, S. 31.Zurück

Fussnote 19: Ernst Drahn: Das Archiv der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, seine Geschichte und Sammlungen, Gautzsch b. Leipzig 1920, S. 4.Zurück

Fussnote 20: David Bebutoff (1850-1929), Mitglied der russischen Konstitutionell-Demokratischen Partei. Der Bestand befindet sich heute in der Hoover Institution on War, Revolution, and Peace, Stanford; siehe: Guide to the Boris I. Nicolaevsky Collection in the Hoover Institution Archives, Stanford 1989.Zurück

Fussnote 21: Pawel Axelrod (1850-1928), Mitbegründer der russischen Sozialdemokratie, ab 1875 in der Schweiz, 1917 Rückkehr nach Russland, nach der Oktoberrevolution Emigration.Zurück

Fussnote 22: Paul Singer (1844-1911), Textilfabrikant, seit 1869 Mitglied der SDAP, 1884-1911 Mitglied des Reichstags, 1890-1911 einer der beiden SPD-Vorsitzenden.Zurück

Fussnote 23:Die Reichstagsfraktion der deutschen Sozialdemokratie 1898 bis 1918. Erster Teil bearbeitet von Erich Matthias und Eberhard Pikart, Düsseldorf 1966, S. 217.Zurück

Fussnote 24: IISG, Nachlaß Hermann Schlüter, My Trip Abroad.Zurück

Fussnote 25: Eduard David (1863-1930), von Beruf Lehrer, Redakteur, 1914-1917 Leiter des Parteiarchivs, 1903-1930 Mitglied des Reichstags bzw. der Nationalversammlung, 1919/20 Reichsinnenminister.Zurück

Fussnote 26: Im März 1916 schlossen sich sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete, die weitere Kriegskredite ablehnten, zur Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft zusammen. Diese gründeten zusammen mit anderen oppositionellen Parteigruppen im April 1917 in Gotha die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD).Zurück

Fussnote 27: Das Kriegstagebuch des Reichstagsabgeordneten Eduard David 1914 bis 1918, in Verbindung mit Erich Matthias bearbeitet von Susanne Miller, Düsseldorf 1966, S. 52.Zurück

Fussnote 28: Das Kriegstagebuch, a.a.O., S.220.Zurück

Fussnote 29: Führer durch das Schrifttum der deutschen Sozialdemokratie, Berlin [1919]; Gift und Galle. Unterirdische Literatur aus zwei Jahrhunderten (1700-1918). Gesammelt, mit Einleitung und Erläuterungen von Ernst Drahn, Hamburg/Berlin 1919; Ernst Drahn und Susanne Leonhard: Unterirdische Literatur im revolutionären Deutschland während des Weltkrieges, Berlin 1920.Zurück

Fussnote 30: Friedrich Engels politisches Vermächtnis. Aus unveröffentlichten Briefen, hrsg. vom Exekutivkomitee der Kommunistischen Jugendinternationale, Berlin 1920.Zurück

Fussnote 31: Schreiben Luise Kautsky an Gustav Mayer, 19.9.1925, Fondazione Giangiacomo Feltrinelli, Fondo Gustav Mayer; Luise Kautsky (1864-1944), zweite Ehefrau Karl Kautskys, im Konzentrationslager Auschwitz ermordet; Gustav Mayer (1871-1948), Historiker, 1922-1933 außerordentliche Professur für Geschichte der Demokratie, des Sozialismus und der politischen Parteien an der Universität Berlin, 1933 entlassen, Emigration in die Niederlande, 1935 nach Großbritannien, 1937-1940 Mitarbeiter des IISG.Zurück