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FES / AdsD / Über das Archiv / Geschichte / Zu retten was sonst unwiederbringlich verloren geht

Geschichte des AdsD

In der Tradition des SPD-Parteiarchivs - Das Archiv der sozialen Demokratie

Willy Brandt bei der Grundsteinlegung des Archivs der sozialen Demokratie"Dieses Archiv, für dessen Errichtung ich mich als Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands nachdrücklich eingesetzt habe, versteht sich zunächst als Sammelstelle von Quellenmaterial zur Geschichte der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung. Es soll darüber hinaus Forschungen anregen und selber betreiben. Seine Bemühungen sind damit Teil der sozialgeschichtlichen Forschung in unserem Lande. [...] Das ‚Archiv der sozialen Demokratie' beginnt nun mit der Sammlung und fachgerechten Ordnung von Dokumenten, Büchern, Zeitungen und Zeitschriften. [...] Die Friedrich-Ebert Stiftung ist keine Parteieinrichtung. Ihrer Nähe zur Sozialdemokratie braucht sie sich jedoch nicht zu schämen" 1
Urkunde zur Grundsteinlegung des AdsDMit diesen Worten eröffnete der SPD-Vorsitzende und Bundesaußenminister Willy Brandt am 6. Juni 1969 feierlich das Archiv der sozialen Demokratie (AdsD) der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), dessen Grundstock, neben den von der FES eingebrachten Archiv- und Bibliotheksbeständen, die Unterlagen des SPD-Parteivorstandes bildeten. Im Hinterlegervertrag vom 21. Juli 1969 wurde festgelegt:
"1. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands stellt dem Archiv der sozialen Demokratie (Friedrich-Ebert-Stiftung) die am 1.4.1969 vorhandene Bibliothek des Vorstandes der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und das dieser Bibliothek angeschlossene Archiv zur Nutzung zur Verfügung.
2. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands ist bereit, dem Archiv der sozialen Demokratie (Friedrich-Ebert-Stiftung) auch das nach dem 1.4.1969 bei ihm anfallende und für seine Zwecke nicht mehr benötigte Archivmaterial zur Verfügung zu stellen." 2
Mit der Einrichtung des AdsD wurden somit die bis dahin getrennt geführten Bestände des ‚Historischen' Parteiarchivs und der Altregistratur der Partei unter einem Dach betreut. Zugleich war damit eine bedeutende qualitative Veränderung vollzogen: Aus dem im Prinzip geschlossenen Parteiarchiv wurde ein öffentliches Archiv, das mit gewissen Einschränkungen - abhängig von den jeweiligen Hinterlegerverträgen - für die wissenschaftliche Forschung offen steht.
Die Überlegungen zur Schaffung eines Archivs der sozialen Demokratie reichen bis in das Jahr 1962 zurück, als in Vorbereitung der Aktivitäten der SPD anlässlich ihres 100jährigen Bestehens im Jahre 1963 ein solches Projekt innerhalb des Parteivorstands thematisiert worden war. So hatte Willy Brandt Anfang Juni 1962 in einem Schreiben an Erich Ollenhauer, Alfred Nau und Herbert Wehner 3 vorgeschlagen: "Im Parteihaus wird eine den Erfordernissen unserer Arbeit entsprechende Handbibliothek eingerichtet. Hierzu wird der geeignete Bestand der bisherigen Bibliothek eingebracht. Im übrigen wird mit der Ebert-Stiftung ein Vertrag geschlossen, der das Archivmaterial der Partei in deren Hände bringt - unter der Voraussetzung, daß in geeigneten Räumlichkeiten die Gewähr fachlicher Betreuung ebenso gewährleistet ist wie die Möglichkeit wissenschaftlicher Arbeit." 4 Zwei Wochen später führte der Parteivorsitzende Ollenhauer in einer Sitzung des SPD-Präsidiums aus, "in Aussicht genommen" sei nunmehr die "Grundsteinlegung für ein Archiv Soziale Demokratie in Deutschland'". 5
In den Folgejahren wurde dieser Plan vor allem von Alfred Nau und Günter Grunwald 6, der seit 1956 die Geschäftsführung der Friedrich-Ebert-Stiftung innehatte, weiter vorangetrieben. Nau bemerkte dazu 1965: "Wir haben vor ca. 2 Jahren im PV beschlossen, gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Vorbereitungen für ein Archiv der deutschen Arbeiterbewegung zu treffen. Wie Du Dich erinnerst, fanden wir damals bereits einen Arbeitstitel, der vielleicht sogar bei Realisierung unserer gemeinsamen Idee zum Tragen kommen kann: Archiv der sozialen Demokratie." 7 Über den weiteren Lauf der Dinge berichtete der damalige stellvertretende Geschäftsführer der FES, Horst Heidermann, 1999: "Nach vieler Vorarbeit und langen Verhandlungen, schließlich einer langen Debatte und endlich einer erfolgreichen Abstimmung im Kuratorium der Stiftung Volkswagenwerk 8 gelang es, [...] ein Grundstück in Bad Godesberg-Friesdorf [...] zu erwerben und der Friedrich-Ebert-Stiftung für den Bau eines neuen Archiv-, Bibliotheks- und Verwaltungsgebäudes zu Verfügung zu stellen. 1966 bewilligte die Stiftung 1,5 Millionen DM für den Neubau." 9
1969, anlässlich der Eröffnung des Archivs der sozialen Demokratie befragt, definierte Alfred Nau das Sammelgebiet der neuen Institution: "Hier geht es um eine der umfangreichsten Sammlungen von Quellenmaterial über Geschichte und Entwicklung der sozialen Bewegungen Deutschlands im weitesten und besten Sinne des Begriffes. Dazu gehört nicht nur die Entwicklung und Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, sondern auch die Entwicklung und Geschichte der Gewerkschaften einschließlich der Gewerkschaften Weimarer Prägung, der Christlichen Gewerkschaften, der Hirsch-Dunckerschen und auch der sozialen Bewegungen."10 Aber trotz persönlicher Intervention von Nau bei allen wichtigen Gewerkschaftsvorsitzenden war diesem Plan zunächst kein Erfolg beschieden. Keine der Gewerkschaften war bereit, sich von ihren Bibliotheks- und Archivbeständen zu trennen. So waren es zunächst einige internationale Gewerkschaftsvereinigungen, die ihre Registraturen an das neu gegründete AdsD abgaben.
Mit den Beständen der SPD hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung allerdings auch das gestörte Verhältnis zum Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis übernommen - ein Verhältnis, das auf der Arbeitsebene weitaus unproblematischer war, hatten doch sowohl Rudolf Rothe als auch Paul Mayer bereits enge Tauschbeziehungen mit dem IISG gepflegt. Mit dem Wechsel in der Leitung des IISG, 1966 wurde Frits Edz. de Jong 11 Direktor des Instituts, und dem Eintritt von Georg Eckert 12, der seit 1965 der sog. Historischen Kommission der Friedrich-Ebert-Stiftung vorstand, in den Beirat des IISG wurde eine Entspannung der Beziehungen zwischen Amsterdam und Bonn eingeleitet. So wurde Anfang 1977 ein Brief des damaligen Bundesgeschäftsführers der SPD, Egon Bahr, vom IISG durchaus positiv aufgenommen. Bahr hatte zunächst auf die Klausel im Kaufvertrag über das Parteiarchiv hingewiesen, die eine die Anfertigung von Kopien der Bestände für die SPD vorsah, und dann weiter ausgeführt: "Wir möchten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen und Teile der seinerzeit verkauften Bestände kopieren. Wir denken dabei vor allem an die Nachlässe - mit Ausnahme des Marx-Engels-Nachlasses - und an einen Teil der Zeitschriftenbestände." 13 Die verfilmten Bestände sollten dann dem Archiv der sozialen Demokratie zur Verfügung gestellt werden. 14 Nachdem sich die Stiftung Volkswagenwerk zur Übernahme der Kosten bereiterklärt hatte, konnte Horst Heidermann, der die Verhandlungen für die Friedrich-Ebert-Stiftung führte, im August 1978 einen entsprechenden Vertrag abschließen 15. Gegenstand des Vertrages waren die Bestände August Bebel, Johann Philipp Becker, Eduard Bernstein, Wolfgang Heine, Moses Hess, Hermann Jung, Julius Motteler, Hermann Schlüter, Georg von Vollmar, Joseph Weydemeyer 16, die Sammlung Kleine Korrespondenz, die Akten des Zentralrats der Arbeiter- und Soldatenräte und der Bestand der Reichstagsfraktion. Der Marx-Engels-Bestand wurde von der Verfilmungsaktion ausgenommen. 1983 begründete Horst Heidermann gegenüber Fritz Heine den Verzicht auf die Verfilmung des Marx-Engels-Archivs: Zum einen wäre es wegen der inzwischen eingetretenen Verschränkung mit den Moskauer Materialien zu kompliziert, zum anderen aber auch zu teuer geworden, den umfangreichen Marx-Engels-Nachlass zu kopieren. Zudem eröffnete die Historisch-kritische Marx-Engels Gesamausgabe aus Sicht der Beteiligten in absehbarer Zeit die Möglichkeit, alle Materialien von Marx und Engels gedruckt vorliegen zu haben.17 Die Verfilmungsaktion selber wurde 1982 erfolgreich abgeschlossen.
Genau zehn Jahre später, nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Öffnung der Moskauer Archive, gelang es der Friedrich-Ebert-Stiftung 1992 einen Vertrag über die Verfilmung von Archivalien der deutschen Arbeiterbewegung mit dem heutigen Russischen Staatsarchiv für sozial-politische Geschichte - dem Archiv des früheren Instituts für Marxismus-Leninismus (IML) beim Zentralkomitee der KPdSU - zu schließen. Der Vertrag erfasst mehr als siebzig Fonds, darunter die Bestände des Bundes der Kommunisten 18, der Redaktion der "Neuen Rheinischen Zeitung" 19 sowie von Polizeiakten, vor allem aber Personenbestände, wie die von Wilhelm Weitling 20 und vieler Frühsozialisten, von Karl Marx und Friedrich Engels, Ferdinand Lassalle, Johann Philipp Becker, Franz Mehring 21, August Bebel, Wilhelm und Karl Liebknecht 22, Eduard Bernstein, Karl und Luise Kautsky, Rosa Luxemburg 23, Wilhelm Dittmann und Kurt Eisner 24. Es handelt sich bei diesen Beständen um zum Teil vom IML erworbene oder angelegte Bestände, zum Teil allerdings auch um Beuteakten. 25
Über die Arbeiten und Zugänge des Archivs der sozialen Demokratie, das zu Beginn seiner Tätigkeit über einen Aktenbestand von ca. 300 laufenden Regalmetern (lfm) verfügte, sowie der angeschlossenen Bibliothek wurde ab 1969 regelmäßig in den Jahresberichten der Friedrich-Ebert-Stiftung berichtet. Um die kontinuierlich, teilweise rasant anwachsenden Archivbestände unterbringen zu können, stellte der Vorstand der FES dem AdsD 1975 einen ersten unterirdischen Neubau zur Verfügung. Aber auch diese Platzkapazitäten reichten bald nicht mehr aus, so dass schließlich größere Teile des Archivs in Außenlagern untergebracht werden mussten. Diese Situation entspannte sich erst mit Fertigstellung des ersten (1985) und zweiten (1990) Erweiterungsbaus der Bonner Stiftungszentrale. Der aktuelle Umfang der Bestände des Archivs der sozialen Demokratie beträgt zur Zeit ca. 40.000 lfm, darunter die Archive von Willy Brandt, Gustav Heinemann26, Annemarie Renger 27, Helmut Schmidt 28, Hans-Jochen Vogel 29 und Herbert Wehner.
"Um angesichts der kontinuierlichen, sachlichen und personellen Ausweitung beider Bereiche zu zweckmäßigen Organisationseinheiten zu kommen," 30 wurden Archiv und Bibliothek des Archivs der sozialen Demokratie Anfang 1984 zu selbständigen Abteilungen innerhalb des Forschungsinstituts der Friedrich-Ebert-Stiftung: das Archiv der sozialen Demokratie und die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die dramatischen Entwicklungen in der DDR und anderen mittel- und osteuropäischen Ländern stellten die FES 1989 vor neue Herausforderungen: "Dies ist die Stunde der politischen Stiftungen in Deutschland. Sie haben jetzt ihren Sinn und ihre Leistungsfähigkeit in besonderer Weise unter Beweis zu stellen." 31 Auch das AdsD stellte sich - umgehend und erfolgreich - dieser Situation: Es machte sich daran, die Aktenüberlieferung der ostdeutschen Sozialdemokratie zu sichern und in die Bestände des Archivs zu überführen. Die inhaltlichen und finanziellen Anforderungen, die sich für die Stiftung aus der Deutschen Einheit ergaben, erforderten Anfang der neunziger Jahre eine Straffung der historischen Arbeit des Forschungsinstituts der FES: Als logische Konsequenz wurden die Abteilung Sozial- und Zeitgeschichte, das Archiv der sozialen Demokratie, die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung und das Karl-Marx-Haus in Trier unter dem Dach des Historischen Forschungszentrums der Friedrich-Ebert-Stiftung gebündelt und so nicht geringe Synergieeffekte erreicht.
Die vom Vorstand der FES massiv geförderte Einführung einer eigenen Archivsoftware sowie innovative Digitalisierungsprojekte zeitigten Erfolge. So konnte das Geschäftsführende Vorstandsmitglied der Friedrich-Ebert-Stiftung, Jürgen Burckhardt, 1997 feststellen: "Das AdsD ist im Bereich der Digitalisierung von visuellen Beständen allen anderen deutschen Archiven weit voraus und verfügt über einen Erfahrungsschatz in Theorie und Praxis, den kein anderen deutsches Archiv aufweisen kann." 32 Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des AdsD betonte der Vorsitzende der FES Holger Börner 1999, dass die Pflege des historischen Erbes der deutschen Arbeiterbewegung der Friedrich-Ebert-Stiftung "lieb und teuer" ist: "Wir haben erhebliche Investitionen in den Aufbaujahren und gerade jetzt in den 90er Jahren, z.B. bei der Einführung der Elektronischen Datenverarbeitung, getätigt. Und jeder, der die Probleme der Digitalisierung kennt, weiß genau, daß immer erneute Investitionen nötig sind, um weiter vorne dran zu bleiben. Ich nenne hier einmal besondere Investitionsleistungen der letzten 12 Jahre: Es waren 3,4 Mio. DM. Auch die jährlichen Betriebskosten in Höhe von etwa 8,4 Mio. DM belasten den Stiftungshaushalt." 33
Mitte der neunziger Jahre übernahm die Friedrich-Ebert-Stiftung schließlich auch die Bestände des Deutschen Gewerkschaftsbundes sowie von Einzelgewerkschaften wie der IG Metall. 34 "Gemeinsam mit Dieter Dowe und den Archiv- und Bibliotheksexperten des Historischen Forschungszentrums nutzte sie - übrigens gegen mancherlei Widerstände aus der Historikerzunft - die Gunst der Stunde, um in der Friedrich-Ebert-Stiftung auch die gewerkschaftliche Tradition der sozialen Demokratie auf Dauer zu verankern." 35
Mit der Entwicklung zu einem der größten Gewerkschaftsarchive Europas wurde die Vision Alfred Naus Wirklichkeit: Das Archiv der sozialen Demokratie ist nunmehr das Archiv der deutschen Sozialdemokratie und der Gewerkschaftsbewegung.

 

Fussnote 1: Rede Willy Brandt, 6.6.1969, in: Archiv der sozialen Demokratie. Herausgegeben von der Friedrich-Ebert-Stiftung, Heilbronn am Neckar 1969, S. 3ff.Zurück

Fussnote 2: Depositalvertrag zwischen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, vertreten durch den Parteivorstand, und dem Archiv der sozialen Demokratie (Friedrich-Ebert-Stiftung), vertreten durch den Vorstand der Friedrich-Ebert-Stiftung; Original im AdsD; nach dem aktuell gültigen Vertrag vom 17. Januar 1994 verwahrt die FES die Unterlagen zehn Jahre nach Übergabe treuhänderisch, danach gehen sie in das Eigentum der FES über.Zurück

Fussnote 3: Herbert Wehner (1906-1990), seit 1927 KPD-Mitglied, 1930/31 Mitglied des Sächsischen Landtags, danach Sekretär des Politbüros der KPD, nach 1933 illegale Tätigkeit, 1934 im Saargebiet, 1935 in der CSR, 1937-1941 in der UdSSR, 1941 nach Schweden, dort 1942-1944 Haft und Internierung, Ausschluss aus der KPD, 1946 Rückkehr nach Deutschland und Eintritt in die SPD, 1949-1983 Mitglied des Bundestags, ab 1969 Fraktionsvorsitzender, 1958-1973 stellvertretender Vorsitzender der SPD, 1966-1969 Bundesminister für Gesamtdeutsche Fragen.Zurück

Fussnote 4: Schreiben Brandt an Ollenhauer, Nau und Herbert Wehner, 4.6.1962, in: AdsD, Bestand SPD-Parteivorstand, Sign. 2/PVAH000042.Zurück

Fussnote 5: Sitzung des Präsidiums am 18.6.1962, in: AdsD, Bestand SPD-Parteivorstand, Protokolle des Präsidiums, 18.6.1962, S. 4.Zurück

Fussnote 6: Günter Grunwald (geb. 1924), Historiker, ab 1952 Mitarbeiter, ab 1954 Leiter der Auslandsabteilung beim Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes, 1956-1986 Geschäftsführer der FES.Zurück

Fussnote 7: Vermerk Nau an Willi Eichler, 24.5.1965, in: AdsD, SPD-Parteivorstand, Sign. 2/PVAI000714; Willi Eichler (1896-1971), von Beruf kaufmännischer Angestellter, 1919 SPD-Mitglied, 1925 Ausschluss, ab 1927 Vorsitzender des Internationalen Sozialistischen Kampfbunds, 1933 Exil in Frankreich, 1938 Luxemburg, 1939 Großbritannien, Mitbegründer der Union Deutscher Sozialdemokraten in Großbritannien, 1945 Rückkehr nach Deutschland, 1946-1968 Mitglied des SPD-Parteivorstands, maßgeblich am Godesberger Programm beteiligt, 1949-1953 Mitglied des Bundestags, 1947-1971 Vorstandsmitglied der Friedrich-Ebert-Stiftung.Zurück

Fussnote 8: Aufgabe der im Mai 1961 gegründeten Stiftung Volkswagenwerk war die Förderung von Wissenschaft und Forschung. Das Stiftungskapital setzte sich aus Erlösen der Privatisierung des Volkswagenwerks und den Erträgen der nach der Privatisierung verbliebenen Anteile des Bundes und des Landes Niedersachsen am Volkswagenwerk zusammen.Zurück

Fussnote 9: Horst Heidermann: Vorbedingungen und Überlegungen bis 1969, in: Das gedruckte Gedächtnis der Arbeiterbewegung. Festschrift zum 30-jährigen Bestehen der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung. Herausgegeben von der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 1999, S. 19; Horst Heidermann (geb. 1929), Volkswirt, seit 1951 Mitglied der SPD, 1958 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Forschungsinstituts der FES, ab 1961 dessen Leiter, ab 1965 auch stellvertretender Geschäftsführer, 1986-1989 Geschäftsführer der FES.Zurück

Fussnote 10: SPD-pressemitteilungen und informationen, 6.6.1969, in: AdsD, Bestand Pressemitteilungen.Zurück

Fussnote 11: Frits Edz. de Jong (1919-1989), Historiker und wissenschaftlicher Hauptbeamter (hoofdambtenaar) an der Universität Amsterdam, ab 1966 Direktor des IISG.Zurück

Fussnote 12: Georg Eckert (1912-1974) Historiker und Völkerkundler, seit 1931 SPD-Mitglied, ab 1940 in der Wehrmacht, nach der Besetzung Griechenlands Kontakte zur , später Anschluss an die griechische Widerstandsbewegung, ab 1952 Lehrstuhl an der Kant-Hochschule in Braunschweig, 1951 Mitbegründer und Leiter des Internationalen Schulbuchinstituts, ab 1964 Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission.Zurück

Fussnote 13: Bahr an de Jong, 4.2.1977, in: IISG, Bestand IISG 1970-1979; Egon Bahr (geb. 1922), Journalist, seit 1956 SPD-Mitglied, ab 1960 Leiter des Presse- und Informationsamts Berlin, ab 1966 im Auswärtigen Amt, ab 1969 Staatssekretär im Bundeskanzleramt, 1972-1974 Bundesminister für besondere Aufgaben, 1974-1976 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, 1976-1981 Bundesgeschäftsführer der SPD, 1972-1990 Mitglied des Bundestags.Zurück

Fussnote 14: Bahr an FES, 4.2.1977, in: AdsD, SPD-Parteivorstand, Sign. 2/PVEK000341.Zurück

Fussnote 15: Vereinbarung über die Verfilmung von Archivbeständen aus dem IISG, 18.8.1978, in: AdsD, Hausakten Sign. 31868.Zurück

Fussnote 16: Joseph Weydemeyer (1818-1866), Offizier, Publizist, Mitglied des Bundes der Kommunisten, Teilnehmer der Revolution 1948/49, 1851 Emigration in die USA.Zurück

Fussnote 17: Schreiben Heidermann an Heine, 15.7.1983, in: AdsD, Bestand Fritz Heine, Sign. 251.Zurück

Fussnote 18: 1847 in London von deutschen Emigranten unter der Führung von Marx und Engels gegründete Geheimorganisation mit dem Ziel der Errichtung der klassenlosen Gesellschaft, 1852 Selbstauflösung.Zurück

Fussnote 19: Untertitel: Organ der Demokratie, Köln 1848-1849.Zurück

Fussnote 20: Wilhelm Weitling (1808-1871), von Beruf Schneider, 1836-1841 führendes Mitglied des Bundes der Gerechten, 1849 Emigration in die USA. Der 1836 von deutschen Arbeitern und Handwerkern in Paris gegründete Bund der Gerechten war die Vorläuferorganisation des Bundes der Kommunisten.Zurück

Fussnote 21: Franz Mehring (1846-1919), Journalist und Historiker der Sozialdemokratie, seit 1891 Mitglied der SPD, 1891-1912 Redakteur an sozialdemokratischen Zeitungen, 1906-1910 Dozent an der Parteischule der SPD, ab 1917 Mitglied des Preußischen Landtags, Mitgründer der KPD.Zurück

Fussnote 22: Wilhelm Liebknecht (1826-1900), von Beruf Lehrer, Teilnehmer der Revolution 1848/49, 1849 Flucht in die Schweiz, 1850 nach Großbritannien, 1862 Rückkehr nach Deutschland, 1863-1865 Mitglied des ADAV, 1866 Mitgründer der Sächsischen Volkspartei, 1869 der SDAP, 1875 der SAPD, 1867-1871 Mitglied des Norddeutschen Reichstags, 1874-1887 und 1888-1900 Mitglied des Reichstags, ab 1891 Leitung des "Vorwärts" Vater von Karl Liebknecht; Karl Liebknecht (1871-1919), Jurist, seit 1900 Mitglied der SPD, 1912-1916 Mitglied des Reichstags, 1918 Mitgründer der KPD, ermordet.Zurück

Fussnote 23: Rosa Luxemburg (1870-1919), polnische Sozialdemokratin, 1889 Emigration in Schweiz, 1898 nach Deutschland und Eintritt in die SPD, ab 1907 Dozentin an der SPD-Parteischule in Berlin, Mitbegründerin der KPD, ermordet.Zurück

Fussnote 24: Kurt Eisner (1867-1919), seit 1898 SPD-Mitglied, Redakteur an sozialdemokratischen Zeitungen, 1917 USPD, 1918/1919 im provisorischen Nationalrat in Bayern Ministerpräsident und Außenminister, ermordet.Zurück

Fussnote 25: Siehe: Patricia Kennedy Grimsted: Russian Trophy Archives - An Update on Restitution Issues. Paper presented at a seminar at the International Institute of Social History (IISH) at Amsterdam, 24.9.2001.Zurück

Fussnote 26: Gustav Heinemann (1899-1976), Jurist, 1934 Mitglied der Bekennenden Kirche, 1945 Eintritt in die CDU, 1946-1949 Oberbürgermeister von Essen, 1947-1948 Justizminister von Nordrhein-Westfalen, 1949-1950 Bundesinnenminister, 1952 Austritt aus der CDU und Gründung der Gesamtdeutschen Volkspartei (GVP), 1957 nach Auflösung der GVP Eintritt in die SPD, 1966 Bundesjustizminister, 1949-1953 und 1957-1969 Mitglied des Bundestags, 1969-1974 Bundespräsident.Zurück

Fussnote 27: Annemarie Renger (geb. 1919), von Beruf Stenotypistin, ab 1945 Mitarbeiterin und engste Weggefährtin von Kurt Schumacher, 1961-1973 Mitglied des SPD-Parteivorstands, 1953-1990 Mitglied des Bundestags, 1972-1976 Präsidentin des Deutschen Bundestags, 1976-1990 Bundestagsvizepräsidentin.Zurück

Fussnote 28: Helmut Schmidt (geb. 1918), Volkswirt, seit 1946 SPD-Mitglied, 1953-1962 und 1965-1987 Mitglied des Bundestags, 1961-1965 Innensenator von Hamburg, 1968-1984 stellvertretender Vorsitzender der SPD, 1969-1972 Bundesminister der Verteidigung, 1972-1974 Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen bzw. der Finanzen, 1974-1982 Bundeskanzler, seit 1983 Mitherausgeber "Die Zeit".Zurück

Fussnote 29: Hans-Jochen Vogel (geb. 1926), Jurist, seit 1950 SPD-Mitglied, 1960-1972 Oberbürgermeister von München, 1972-1981 und 1983-1994 Mitglied des Bundestags, 1972-1974 Bundesminister für Raumordnung, Städtebau und Bauwesen, 1974-1981 Bundesminister der Justiz, 1981 Regierender Bürgermeister von Berlin, 1970-1991 Mitglied des Parteivorstands, 1987-1991 SPD-Vorsitzender.Zurück

Fussnote 30: 60 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung. Jahresbericht 1984. Herausgegeben von der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn [1985], S. 55.Zurück

Fussnote 31: Holger Börner: Aufbruch in das neue Jahrzehnt, in: Jahresbericht 1989 der Friedrich-Ebert-Stiftung. Herausgegeben von der Presse- und Informationsstelle der Friedrich-Ebert-Stiftung, Meckenheim 1990, S. 10; Holger Börner (geb. 1931), von Beruf Betonfacharbeiter, seit 1948 Mitglied der SPD, 1961-1963 Bundesvorsitzender der Jungsozialisten, 1970-1988 Mitglied des SPD-Parteivorstands, 1972-1976 Bundesgeschäftsführer der SPD, 1957-1976 Mitglied des Bundestags, 1967-1972 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr (ab 1969 auch Post und Fernmeldewesen), 1976-1987 Ministerpräsident des Landes Hessen, seit 1987 Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung.Zurück

Fussnote 32: Jahresbericht der Friedrich-Ebert-Stiftung 1997. Presse- und Informationsstelle der Friedrich-Ebert-Stiftung (Hrsg.), Braunschweig 1998, S. 29; Jürgen Burckhardt (geb. 1936), Jurist, 1969-1982 im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft, 1984-1987 Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, seit 1987 Geschäftsführendes Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der FES. Zu EDV-Projekten der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung siehe: Das gedruckte Gedächtnis der Arbeiterbewegung, a.a.O.Zurück

Fussnote 33: Begrüßungsworte des Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung Ministerpräsident a.D. Holger Börner, in: Klaus Schönhoven: Auf dem Weg zum digitalen Dienstleistungszentrum. 30 Jahre Archiv der sozialen Demokratie und Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung. Vortrag anläßlich einer Jubiläumsveranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 7. Juni 1999 in Bonn. Herausgegeben von Dieter Dowe, Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn(-Bad Godesberg), S. 7.Zurück

Fussnote 34: Siehe: Hans-Holger Paul: Akten der internationalen und europäischen Gewerkschaftsbewegung im AdsD der Friedrich-Ebert-Stiftung, in: www.fes.de/archiv/_projekte/projektset.htm.Zurück

Fussnote 35: Schönhoven, a.a.O., S. 17; Dieter Dowe (geb. 1943), Historiker, seit 1969 Mitarbeiter der FES, seit 1990 Leiter des Historischen Forschungszentrums.Zurück