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Politische Plakate der Weimarer Republik

Das politische Plakat gelangte erst in der Weimarer Republik als Teil der politischen Auseinandersetzung in der neuen Demokratie zur vollen Blüte. In einer Zeit, in der weder Rundfunk noch Fernsehen die Aufmerksamkeit des Publikums absorbierten, entwickelte es sich, begünstigt durch die Aufhebung der Zensur, den Meinungs- und Konkurrenzkampf der zahlreichen politischen Parteien und die turbulenten Ereignisse der 20er Jahre mit ihren riesigen Wahlschlachten zu einem der bedeutendsten Propagandamedien und schlagkräftigsten Agitationsmittel der Zeit.

Die Geschichte des Plakats als Spiegel der politischen Geschichte der Weimarer Republik kann in drei Phasen unterteilt werden.

In der Revolution erlebte das politische Plakat einen künstlerischen Höhepunkt, als namhafte Werbekünstler (Max Pechstein, A.M. Cay, Gottfried Kirchbach, C. Geiss, u.a.) eine expressive Ausdruckskunst verwendeten, um eine Revolution darzustellen, die nach ihrer Meinung nicht nur ein politischer, sondern auch ein ästhetischer und moralischer Neubeginn sein sollte. Als neues Gestaltungsprinzip tritt skizzenhafte Unschärfe an die Stelle formaler Präzision, wird die ruhige Großfläche durch komplexe Bildstrukturen ersetzt, wie z.B. in dem Plakat Caesar Kleins "Arbeiter, Bürger, Bauern, Soldaten...vereinigt Euch zur Nationalversammlung" aus dem Jahr 1919. Zugleich blieben die bildlichen Motive allerdings weitgehend Zitate aus der sozialdemokratischen Bildersprache.

In der Stabilisierungsphase der Weimarer Republik wurden die wichtigsten sozialdemokratischen Themen der Zeit, die Erhaltung der Republik als Staatsform und die Sicherung der sozialen Errungenschaften, mit mehr Sachlichkeit dargestellt. Anstelle der ekstatisch-pathetischen Formensprache der revolutionären Plakate findet man eher eine ruhige Bildfläche. Auch die Motivwahl spiegelt die Aufrechterhaltung der sozialen und politischen Ordnung als zentrale politische Botschaft wider. Beispielhaft hierfür das Steuermann-Motiv Kirchbachs und eines anderen Grafikers .

Am Ende der Weimarer Republik steht das Plakat im Mittelpunkt der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Der Stil, obwohl immer noch eher sachlich als expressionistisch, wird pathetischer, grobschlächtiger. Die gewählten Bildmotive entsprechen der Aggressivität der Auseinandersetzungen in dieser Zeit. Charakteristisch hierfür die Plakate "Bahn frei!" und "Gegen Papen, Hitler, Thälmann.".

Die hier vorgestellte kleine Auswahl sozialdemokratischer Plakate der Weimarer Republik ist keineswegs repräsentativ - fast alle gezeigten Plakate sind Bildplakate, obwohl die überwiegende Mehrheit der politischen Plakate der Weimarer Republik Schriftplakate waren. Aber wir haben nicht nach den Kriterien des Historikers ausgewählt, sondern nach den Erwartungen unseres virtuellen Besuchers, der (so meinen wir) Plakate sehen möchte, die vor allem optisch ansprechend und künstlerisch interessant sind, die seine Aufmerksamkeit wecken oder aktuell wirken und die sie oder ihn zum Verweilen bewegen.

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