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Historische Wanderausstellungen

Willy Brandt - Ein politisches Leben 1913-1992
Vorwort

Am 18. Dezmeber 1993 wäre Willy Brandt 80 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlaß versucht die Friedrich-Ebert-Stiftung mit dieser Ausstellung, Persönlichkeit, politisches Wirken und historische Bedeutung Willy Brandts einer breiteren Öffentlichkeit - vor allem auch der jüngeren Generation - nahzubringen.

In der Darstellung seines Lebensweges lassen sich wie bei kaum einem anderen Politiker die wichtigsten Entwicklungen in Politik und Gesellschaft des 20. Jahrhunderts nachzeichnen. Er ist durch die Sozialdemokratische Partei geworden, was er war. Zugleich hat er seinerseits das Gesicht dieser Partei in der Nachkriegszeit entscheidend geprägt.

Willy Brandt sah sich in der Tradition der alten Arbeiterbewegung August Bebels. Aber er hat darüber hinaus in vielfältiger Hinsicht durch neue politische Ansätze - wie ein neues Fortschrittsdenken, ökologische Grundüberzeugungen und das Wagnis von mehr Demokratie - Politik und Programmatik seiner Partei entscheidend weiterentwickelt und für Zukunftsfragen geöffnet.

In seiner "neuen Ostpolitik" hat er die Versöhnung mit den Staaten des Ostens in Gang gesetzt. Er hat dadurch neues Vertrauen in die Friedfertigkeit der Bundesrepublik bei den Völkern in Ost und West geschaffen. Dies hat der deutschen Politik neue Bewegungsmöglichkeiten eröffnet und Veränderungsprozesse in Gang gesetzt, die schließlich zum Umbruch im Osten führten.

Willy Brandt war ein überzeugter Internationalist. Als Präsident der Sozialistischen Internationale hat er entscheidende Anstöße für die Ausweitung dieser Institution über Europa hinaus in alle Erdteile gegeben. Der Nord-Süd-Dialog ist untrennbar mit seinem Namen verbunden.

Zugleich war er ein deutscher Patriot. Er empfand es als Vollendung seines politischen Lebenswerks, als Deutschland vereinigt wurde. Seine Worte "Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört" bleiben unvergessen.

Willy Brandt war Mitglied der Friedrich-Ebert-Stiftung. Er fühlte sich über eine lange Wegstrecke unserer Arbeit eng verbunden. Die Stiftung konnte ihn im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen.

Ich hoffe, daß wir mit dieser Ausstellung viele Menschen erreichen können. Deshalb soll sie nach der Eröffnung in Bonn zunächst in Berlin und dann in weiteren Städten gezeigt werden. Die Ausstellung ist zugleich ein Beispiel für die historische Arbeit unserer Stiftung und des von Willy Brandt Ende 1967 begründeten Archivs der sozialen Demokratie.

Bonn, im Dezember 1993
Holger Börner