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Historische Wanderausstellungen

August Bebel 1840-1913 - Ein Großer der deutschen Arbeiterbewegung
Grußwort

1988 ist nicht nur das Jahr, in dem sich der Todestag August Bebels zum 75. Male jährt; 1988 feiert auch die deutsche Sozialdemokratie ihr 125jähriges Bestehen. Fast ein halbes Jahrhundert hat Bebel diese Partei maßgeblich mitgeformt und geprägt. Eine Ausstellung, die versucht, das Leben dieses Großen der deutschen Arbeiterbewegung darzustellen, muss sich zugleich mit der Geschichte dieser Partei bis an die Schwelle des I. Weltkrieges befassen.

Insofern ist die Bebel- Ausstellung unseres Archivs und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz auch ein Beitrag zum Jubiläumsjahr der deutschen Sozialdemokratie. Zwar gehörte der junge Bebel nicht zu den Gründern des am 23. Mai 1863 von Ferdinand Lassalle und Leipziger Arbeitern ins Leben gerufenen Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV), doch schon bald sollte er zu einer der zentralen Persönlichkeiten der deutschen Arbeiterbewegung werden. August Bebel hat wie kein anderer deutscher Politiker des 19. Jahrhunderts seine Stimme für die Sache der Entrechteten und Unterdrückten (und das war damals die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung) erhoben. Er verkörperte die Hoffnung der deutschen Arbeiter auf eine gerechtere, humanere, auf eine bessere Gesellschaft. Diese Gesellschaft zu verwirklichen, erschien ihm nur in einer friedlichen Welt möglich.

Die deutsche Nation sollte auf dem Hintergrund der schrecklichen Erfahrungen dieses Jahrhunderts nie vergessen, dass es August Bebel war, der unbeugsam und unbeirrt immer wieder den Kriegstreibern im eigenen und in anderen Ländern mit leidenschaftlichen Anklagen entgegentrat. Wir wissen heute, dass seine Warnungen vergeblich waren.

Für Bebel bedeutete Sozialismus die politische und soziale Befreiung aller Menschen, die Verständigung zwischen den Völkern und die Gleichberechtigung von Mann und Frau. In seinen Vorstellungen über die Emanzipation der Frau war er selbst seiner Partei weit voraus.

Die Aufgabe, die Bebel sich und der deutschen Sozialdemokratie gestellt hat - eine in jeder Hinsicht gerechte und humane Gesellschaft zu schaffen - konnte bis heute nicht erfüllt werden. Sein Erbe und Vermächtnis sind für uns Auftrag, sich um die Verwirklichung dieser Ziele weiter zu bemühen.

Beispielhaft für uns Heutige ist die Glaubwürdigkeit und moralische Integrität des Menschen und Politikers August Bebel, von dem Karl Kautsky sagte, man finde „keinen häßlichen Flecken, ja nicht einmal einen Mißerfolg, der sein leuchtendes Bild in der Erinnerung trüben könnte“.

Für das Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich- Ebert- Stiftung war es ein besonderes Anliegen, diese Ausstellung zu gestalten, steht es doch in der Tradition eines von August Bebel schon 1878 angeregten Archivs der deutschen (sozialdemokratischen) Arbeiterbewegung.

Das Archiv der sozialen Demokratie bemüht sich in diesem Sinne, seine Tätigkeit nicht nur in den Dienst des Fachhistorikers zu stellen, sondern auch zur allgemeinen politischen Bildung beizutragen.

Ich danke an dieser Stelle der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und insbesondere Herrn Professor Dr. Werner Knopp, ohne die diese Ausstellung nicht zustande gekommen wäre. Ich würde es begrüßen, wenn diese Zusammenarbeit auch in Zukunft fortgesetzt werden könnte. Mein Dank gilt auch allen, die an der Verwirklichung dieses Projekts mitgewirkt haben.

Holger Börner
Ministerpräsident a.D.
Vorsitzender der Friedrich- Ebert- Stiftung