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Bestellungen an:
Ursula Müller,
Friedrich-Ebert-Stiftung,
53170 Bonn,
Fax: 0228-883 625
Email: muelleru@fes.de

Internationale Politik
International Policy Analysis Unit

Wolfgang Quaisser/Monika Hartmann/Elmar Hönekopp/Michael Brandmeier


Die Osterweiterung der Europäischen Union:
Konsequenzen für Wohlstand und Beschäftigung in Europa




Osterweiterung für die heutigen EU-Länder ohne dramatische Folgen
Anpassung weitgehend schon jetzt vollzogen • Finanzielle Mehrbelastung von 0,1-0,2 % des Bruttoinlandsproduktes durch Effizienz- und Wachstumsgewinne mehr als kompensiert • Kurzfristig zu erwartender Zuwanderungsdruck durch Übergangsregeln gebremst

Das von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegebene Gutachten analysiert den bisherigen Verlauf der Integration Mittel- und Osteuropas in die Weltwirtschaft und schätzt mit Hilfe theoretischer Überlegungen und darauf aufbauender Modellrechnungen die bei einem EU-Beitritt zu erwartenden zusätzlichen Auswirkungen auf die Güter-, Dienstleistungs-, Kapital- und Arbeitsmärkte der alten EU-Länder ab. Außerdem diskutiert es die Folgen für den Haushalt der Europäischen Union: die erforderlichen Mehraufwendungen und die Umverteilung der Zuwendungen aus den diversen Fonds. Spezialkapitel sind den Konsequenzen für die Gemeinsame Agrarpolitik der EU sowie der Frage der Arbeitskräftewanderungen gewidmet. Zentrale Ergebnisse der sektor- und ländermäßig differenzierten Untersuchung sind:
  • Die Handelsströme aus den EU-Ländern in die künftigen Beitrittsländer und umgekehrt haben schon jetzt weitgehend die Struktur erreicht, die bei voller Integration zu erwarten ist. Die entsprechenden Absatzchancen wurden von den EU-Anbietern bereits größtenteils wahrgenommen, die Anpassungslasten größtenteils verkraftet. Die Wirkungen, die sich aus der künftigen Dynamik der mittel- und osteuropäischen Wirtschaftsentwicklung ergeben (u.a. Exportchancen für Deutschland), sind nur zum geringen Teil der EU-Mitgliedschaft der betreffenden Länder zuzuschreiben.
  • Die Übernahme der Sozial- und Umweltstandards der EU durch die neuen Beitrittsländer schwächt den Anpassungsdruck auf konkurrierende EU-Wirtschaftszweige eher ab.
  • Bisherige Nettozahler in die EU (wie Deutschland) müssen um 0,1-0,2 % ihres BIP mehr zahlen. Bisherige Nettoempfänger bekommen um 0,3-0,8 % weniger.
  • Die gemeinsame Agrarpolitik der Union wurde bereits einer erheblichen Anpassung unterworfen, im Zuge der WTO-Verhandlungen sind jedoch noch gravierendere Einschnitte zu erwarten.
  • Kurzfristigem Migrationsdruck ist durch Übergangsregelungen zu begegnen. Mittelfristig, d.h. nach vollzogener Strukturanpassung in Mittel- und Osteuropa, bleibt die Migration gering.

 


© Friedrich Ebert Stiftung | net edition JV & Maruschka Florczyk| April 2000