
Literaturtipps
Gerechtigkeit in der kulturell pluralistischen Gesellschaft
Die Frage der Gerechtigkeit in kulturell pluralistischen Gesellschaften ist hochaktuell, dafür sind die Revolten in den französischen Vorstädten ebenso ein Beleg wie die Erschütterung der niederländischen Gesellschaft nach der Ermordung des Filmemachers Theo van Gogh oder die deutsche Kontroverse um das Tragen des Kopftuchs im Öffentlichen Dienst. Die Institutionen demokratischer Teilhabe erscheinen, gerade weil sie von den sozialen und kulturellen Differenzen der Bürger absehen, ungenügend, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu gewährleisten.
Doch wenn die liberale Vorstellung von Gerechtigkeit, die einst eine Stärke gesellschaftlicher Integration ausmachte, sich angesichts der Tendenzen zu Segregation als schwach erweist, wie muss dann ein Gerechtigkeitskonzept aussehen, das einem von allen geteilten Verständnis entspringt und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu der Gemeinschaft vermittelt? Inwieweit lässt sich dieses Verständnis wecken, indem kulturelle Differenzen anerkannt werden, und bis zu welchem Maße ist dies möglich, ohne dass die Gesellschaft zu den sie tragenden Gerechtigkeitsvorstellungen in Widerspruch gerät? Publikation im PDF-Format
Islamisches Alltagsleben in Deutschland
Im Einwanderungsland Deutschland hat sich als Folge der Anwerbung von ausländischen Arbeitnehmern und dem Nachzug ihrer Familienangehörigen eine zahlenmäßig bedeutsame muslimische Minderheit gebildet. Die Frage ist, wie es gelingt, islamische Normen und Wertvorstellungen in Einklang zu bringen mit einer westlichen, säkularisierten, modernen Gesellschaftsordnung. Diese Expertise des Gesprächskreises Migration und Integration gibt einen Einblick in die Grundzüge des Islam. Außerdem analysiert sie die Konflikte, die aus der Religionsausübung, wie z.B. einem Moscheebau, entstehen können
Weltethos und Weltfriede
Das „Projekt Weltethos“, das auf eine gleichnamige Programmschrift von Prof. Dr. Hans Küng aus dem Jahre 1990 zurückgeht, wird von den folgenden Grundüberzeugungen getragen: Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen; kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen; kein Dialog zwischen den Religionen ohne Grundlagenforschung in den Religionen.
In der „Erklärung zum Weltethos“, die das Parlament der Weltreligionen 1993 in Chicago verabschiedete, haben sich zum ersten Mal Vertreter aller Religionen über Prinzipien eines Weltethos verständigt und sich auf vier Grundpositionen verpflichtet: (1) Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben. (2) Verpflichtung auf eine Kultur der Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung. (3) Verpflichtung auf eine Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit. (4) Verpflichtung auf eine Kultur der Gleichberechtigung und die Partnerschaft von Mann und Frau. Welche Intentionen verfolgt das Projekt Weltethos? Welche Umsetzungschancen haben die anspruchsvollen Ziele in der Arena der Weltpolitik? Wie ist das Projekt aus theologischer, philosophischer und politischer Sicht zu beurteilen? Publikation "Weltethos und Weltfriede" bestellen.
Johannes Kandel: „Lieber blauäugig als blind?“ Anmerkungen zum „Dialog“ mit dem Islam
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ist in Deutschland das Interesse am Islam stark angewachsen. Die beiden großen christlichen Kirchen, Träger der politischen Bildungsarbeit, Behörden und Nichtregierungsorganisationen haben sich seither bemüht, dem gestiegenen Informationsbedarf insbesondere durch zahlreiche Veranstaltungen gerecht zu werden. Nahezu täglich treten Vertreter der Mehrheitsgesellschaft und Muslime miteinander in einen interreligiösen und interkulturellen „Dialog“. Die Quantität der Begegnungen zwischen Nicht-Muslimen und Muslimen ist aber kein Gradmesser für die Qualität des Miteinanders. Vielfach verläuft der Dialog willkürlich, ziellos und unklar in seinen Inhalten. Die Bischöfin der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Maria Jepsen, antwortete auf die Frage, ob der Dialog mit Muslimen nicht oft „blauäugig“ geführt werde: „Lieber blauäugig als blind!“. Diese Aussage Jepsens dient Johannes Kandel als Ausgangspunkt für seine kritische Analyse des Dialogs mit dem Islam in der Bundesrepublik. Anspruch und Wirklichkeit der Dialog- und Integrationsbereitschaft von muslimischen Dialogteilnehmern weichen, so die zentrale These Kandels, gegenwärtig stark voneinander ab. Dies werde insbesondere bei folgenden Fragen deutlich: Wer spricht mit wem über welche Themen? Welche Ziele hat der Dialog? Welche Themen werden ausgeklammert oder unzureichend behandelt?
Islamische Vereine und Verbände in Deutschland
Der Islam ist neben den beiden christlichen Kirchen zur drittgrößten Religion in Deutschland geworden. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher islamischer Vereine und Organisationen in Deutschland. Diese wiederum haben sich zu Dachorganisationen zusammengeschlossen. Diese Expertise des Gesprächskreises Migration und Integration gibt einen Überblick über Entstehungsgeschichte, Organisationsformen und religiöse und politische Orientierungen.
