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Das Thema Gute Arbeit im Archiv der sozialen Demokratie

Plakat des Gewerkschaftsjugendtreffens 1928

Das historische Erbe der Gewerkschaften

"Hier geht es um eine der umfangreichsten Sammlungen von Quellenmaterial über Geschichte und Entwicklung der sozialen Bewegungen Deutschlands im weitesten und besten Sinne des Begriffs. Dazu gehört nicht nur die Entwicklung und Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, sondern auch die Entwicklung und Geschichte der Gewerkschaften ..."

So beschrieb Alfred Nau, Schatzmeister der SPD, 1969 den Sammelauftrag des Archivs der sozialen Demokratie (AdsD) der Friedrich-Ebert-Stiftung. Das Archiv wurde im Juni 1969 eröffnet und steht in der Tradition des ehemaligen Parteiarchivs der SPD, dessen Wurzeln in die Anfänge der deutschen Sozialdemokratie im 19. Jahrhundert zurück reichen. Heute ist das AdsD eine der führenden Einrichtungen zur Geschichte der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung.

 

Plakat des DGB zum 1. Mai 1995

Archiv des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)

Seit März 1995 befindet sich das Archiv des DGB-Bundesvorstands im Archiv der sozialen Demokratie (AdsD). Der grundlegende Wandel der Industriegesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg in seiner integrierenden Wirkung auf die Arbeitnehmer, ist wohl kaum anderswo deutlicher als in den DGB-Akten dokumentiert. Das im internationalen Maßstab hochdifferenzierte System der Beziehungen zwischen Arbeitnehmern, Arbeitgebern und Staat, das die Bundesrepublik auszeichnet, hat hier seine archivalische Entsprechung.

Einige zentrale Fragestellungen der Forschung zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Bundesrepublik sind zweifellos nur unter Heranziehung der Bestände des DGB-Archiv zu bearbeiten, so etwa die gesamte Genese und die zahlreichen Entwicklungsstadien der Mitbestimmungsgesetzgebung und -diskussion. Die Wiederbewaffnung und Notstandsgesetzgebung, die Debatte um das Thema "Humanisierung der Arbeit", die Kampagnen gegen den Sozialabbau seit den 80er Jahren, die Verwirklichung der sozialen und wirtschaftlichen Einheit sowie die Auswirkungen der "Agenda 2010" sind im Archiv dokumentiert. Darüber hinaus findet sich grundlegendes Material für die Erforschung von Tarif- und Sozialpolitik, von Arbeitsrecht und Arbeitskampf in den letzen 60 Jahren.

 

Plakat der Gewerkschaft GEW zum 21. Gewerkschaftstag 1989

Deutsche Einzelgewerkschaften

Wenn es um die Haltung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu politischen Fragen und Ereignissen geht, wenden sich Presse, Forschung und Interessierte aller Art an das Archiv der sozialen Demokratie (AdsD). Das AdsD bewahrt die Quellen und damit das schriftliche Gedächtnis u.a. fast aller deutschen Gewerkschaften mit ihren über sechs Millionen Mitgliedern, als Interessenvertretung aller Menschen, die im Arbeitsprozess stehen.

Egal, ob die ARD den Schimanski-Tatort "Schicht im Schacht" im Ruhrpott-Milieu spielen lässt, ob die IG Metall in Baden-Württemberg ihre nächste Tarifrunde vorbereitet, oder ob Jörg Pilawa nach Errungenschaften des Deutschen Wirtschaftswunders fragt, immer klingelt vorher im AdsD das Telefon: "Das Original-Flugblatt gegen die Werksschließung in Rheinhausen für die Film-Requisite?", "Eine Betriebsvereinbarung der Daimler-Benz AG von 1974?", "Wann wurde in Deutschland eigentlich die 5-Tage-Woche eingeführt?". Die Antworten finden sich in den Akten der Gewerkschaften.

 

Plakat zur Regionalkonferenz in Kapstadt 1997

Quellen zur internationalen und europäischen Gewerkschaftsbewegung

Durch die Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen und die voranschreitende europäische Integration waren und sind Gewerkschaften zunehmend gefordert, zur Vertretung der Arbeitnehmerinteressen grenzüberschreitend politisch und organisatorisch zu kooperieren. Arbeitsschwerpunkte der europäischen und internationalen Gewerkschaftszusammenschlüsse sind vor allem

  • die Entwicklung des Sozialen Dialogs in den einzelnen Branchen,
  • die Betreuung gewerkschaftlicher Funktionäre in multinationalen Unternehmen,
  • die Unterstützung der Euro-Betriebsräte,
  • die Koordinierung von Tarifverhandlungen,
  • der Aufbau demokratischer Gewerkschaften in Mittel- und Osteuropa und der Dritten Welt,
  • die Verteidigung von Gewerkschafts- und Menschenrechten weltweit.

 

Gewerkschafter im Portrait

Deposita und Nachlässe von Gewerkschaftern im AdsD

Heinz Kluncker, Ernst Breit, Otto Brenner und Monika Wulf-Mathies - Was haben diese Menschen gemeinsam und überhaupt mit dem Archiv der sozialen Demokratie (AdsD) zu tun?

Sie alle waren Vorsitzende großer deutscher Gewerkschaften und haben die deutsche Gewerkschaftspolitik auf ihre eigene, persönliche Art und Weise entscheidend mitgeprägt. Abzulesen ist dies u.a. an den persönlichen Unterlagen, die sich allesamt in den Magazinräumen des AdsD befinden. Neben Lebensläufen, Zeugnissen und z. T. auch privater Korrespondenz, die einen "Blick hinter die Fassade" zulässt, weisen die Deposita und Nachlässe natürlich auch diverse gewerkschaftspolitische Korrespondenz, Redemanuskripte und vielerlei andere Überlieferungen auf. Neben den genannten Namen seien aber auch noch die Nachlässe anderer Gewerkschafter der Nachkriegszeit wie Werner Hansen, Ludwig Rosenberg, Hans Böckler, Hans Gottfurcht und Willi Richter erwähnt, die die wertvollen Emigrationsbestände des DGB-Archivs ergänzen. Die Aufzählung der Gewerkschaftsnachlässe- und Deposita ließe sich noch beliebig fortsetzen, denn es ist in fast allen Fällen der Initiative der Kolleginnen und Kollegen des AdsD zu verdanken, dass die historisch-wertvollen Akten den Weg ins Archiv gefunden haben und nun Forschung und interessierter Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

 

Plakat: Frauen besinnen sich

"Samstags gehört Vati mir!" - Die Sammlungen des AdsD

Die Sammlungen des Archivs der sozialen Demokratie (AdsD) bieten dem Forscher ein anschauliches Material unterschiedlichster Quellen von Anbeginn der Arbeiterbewegung bis heute. Geordnet in einzelne Gattungen wie Anstecker, Flugblätter, Fotos, Plakate, Fahnen sowie Film- und Tondokumente zeichnet dieses Sammlungsgut ein einzigartiges Bild. Besonders die gewerkschaftlichen Errungenschaften lassen sich als Prozess bis zu ihren Anfängen anhand der Sammlungen anschaulich verfolgen. Verschiedenste Aufrufe zu Versammlungen, zu Kundgebungen und Streiks belegen das Ringen der Gewerkschaften mit den Arbeitgebern genauso wie vielfältige Bekanntmachungen der einzelnen Zwischenerfolge oder die Bekanntgabe von Rückschlägen.
Doch nicht nur die einzelnen Textbeiträge geben einen Einblick in das gewerkschaftliche Schaffen. Sie vermitteln darüber hinaus ein zeitgenössisches Bild der jeweiligen sozialen Lage vergangener Zeiten. Besonders anschaulich ist auch die Art der Gestaltung, mit der besonders Plakate, Anstecker und Flugblätter auf die entsprechende Mode reagieren.

 

Das Bild zeigt eine Speichereinheit

Megabytes und Kilobytes statt laufender Meter

Wenn bislang das Telefon klingelt und die Kollegen der verschiedenen Gewerkschaften dem Archiv der sozialen Demokratie (AdsD) durchgeben, dass wieder eine größere Menge an Altakten zur Abholung bereit stehen würde, läuft in der Regel folgendes Procedere ab: Abholtermin vereinbaren, VW-Bus mit Kartons und Transportkarre beschicken und los geht's. Dies wird sich in Zukunft in einigen Punkten ändern. Nicht so sehr, weil die Gewerkschaften keine Akten mehr anlegen, sondern weil sich vielmehr die Überlieferungs- und Darstellungsart geändert hat. Es lässt sich auch so ausdrücken: digital statt analog, Festplatte statt Papier.

 

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