Das Online-Portal der FES zum Thema Arbeit und Gewerkschaften / Teilhabe und Gerechtigkeit

FES Internet Focus Gute Arbeit - Teilhabe und Gerechtigkeit

Collage (c) PantherMedia

Langzeitarbeitslosigkeit, Leiharbeit, die Zunahme prekärer und atypischer Arbeitsverhältnisse sind die negativen Erscheinungsformen der Arbeitswelt, die in den letzten Jahren zunehmend zu einer Spaltung unserer Gesellschaft beitragen. Wer Vollzeit arbeitet, aber nicht davon leben kann, weil der Lohn der Arbeit zu niedrig ist, spürt schnell, dass Gerechtigkeit dort endet, wo menschliche Arbeitskraft nur noch aus der Shareholder-Value-Perspektive betrachtet wird. Ohne berufliche Perspektive, ohne langfristige soziale Sicherung, ohne gerechte Löhne kann es keine Gute Arbeit geben.

Der Trend zur Aushöhlung unserer sozialen Demokratie, bei dem die Wirtschaft weiterhin ungebremst wächst, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jedoch nicht mehr real an diesem Wachstum beteiligt sind, ist ungebrochen.

Demgegenüber steht das wachsende Verlangen in der Bevölkerung nach einer Gesellschaft, in welcher die Wirtschaft wieder stärker eingebunden ist, die Unternehmen verantwortungsvoll handeln und die Menschen an der Wirtschaft auf eine Weise teilhaben, dass sie von der Erwerbsarbeit auch würdevoll leben können. Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften stehen hier gleichermaßen in der Verantwortung.

Die Beteiligung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern an der betrieblichen und an der Unternehmensmitbestimmung – die Teilhabe am Sagen – trägt dazu bei, die Spaltung der Gesellschaft zu verhindern. Sie muss daher zu einem Kernelement für die Wirtschaft der Zukunft werden. Aber auch die Teilhabe am Haben – die Beteiligung am Kapital und am erwirtschafteten Ertrag – ist ein Gebot sozialer Gerechtigkeit und ökonomischer Vernunft.

Die folgenden Arbeitsbeispiele zeigen, dass wir für eine solidarische Gesellschaft arbeiten, in der soziale und ethnische Herkunft sowie Geschlecht nicht länger über den beruflichen Erfolg entscheiden. Gute Arbeit gilt uns dabei als eine zentrale Voraussetzung für Gerechtigkeit und den Zusammenhalt in der Gesellschaft.

 

Kontakt: Sonja Profittlich | Ringo Wagner
Hinweis: Bitte ersetzen Sie in Ihrem e-mail Programm [at] durch @.

Beispiele zur Arbeit der FES zum Thema: Teilhabe und Gerechtigkeit

 

Prekäre Beschäftigung, Leiharbeit und Mindestlohn

Teilhabe

Gerechtigkeit und Gleichstellung

Arbeitslosigkeit und Armut

 

Bonn – Von prekärer Beschäftigung zu guter Arbeit
Veranstaltung, 26. Februar 2008

Foto zeigt Spargelsortierung

In den letzten Jahren haben atypische Beschäftigungsformen an Bedeutung gewonnen. Sie sind nicht pauschal als prekär zu bezeichnen; das Risiko der Prekarität ist jedoch hoch. Häufig gehen mit ihnen niedrige Löhne, mangelnde soziale Absicherung bei Arbeitslosigkeit und niedrige Renten einher. Frauen sind – mit Ausnahme bei der Leiharbeit – in diesen Beschäftigungsformen überrepräsentiert. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion des FES-Gesprächskreises Arbeit und Qualifizierung und des DGB-Region Bonn/Rhein-Sieg/Oberberg in Bonn nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Gewerkschaften, Betrieben und Wissenschaft zu diesen Entwicklungen Stellung und zeigten aus ihrer Sicht Handlungsmöglichkeiten auf. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, welchen Beitrag ein gesetzlicher Mindestlohn zur Verbesserung der Situation leisten kann.

 

Erfurt – Leiharbeit: Jobmotor oder Lohndumping? – Positionen der Gewerkschaften und der Politik
Vortrag mit Diskussion, 27. Mai 2008

Die Struktur der Beschäftigungsverhältnisse hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Der Anteil von Jobs im Niedriglohnsektor und Teilzeitstellen steigt. Die Zahl der Leiharbeiter verdoppelte sich innerhalb von zehn Jahren auf 682.000 Personen (Quelle: Hans-Böckler-Stiftung 2007, Wert im Juni 2007). Kritiker der Leiharbeit argumentieren, dass Leiharbeit reguläre Beschäftigungsverhältnisse verdrängt und sich die Arbeitnehmer nicht ausreichend in den Betrieben integrieren können. Gewerkschaften und Betriebsräte betonen, dass durch den Einsatz von Leiharbeiter die Stammbelegschaft in Betrieben unter Druck gesetzt und damit indirekt die Mitbestimmung beschädigt wird.

Auf der anderen Seite ist die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren gesunken und im Jahr 2006 konnte erstmals wieder eine deutliche Zunahme sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze verbucht werden. Einige Leiharbeiter finden den Weg in reguläre Beschäftigungsverhältnisse und die Befürworter verweisen darauf, dass Betriebe die Flexibilität der Zeitarbeit brauchen, um am Markt bestehen zu können. Im Mittelpunkt der Veranstaltung zum Thema „Leiharbeit: Jobmotor oder Lohndumping?“ stand die Frage, wie Leiharbeit zu bewerten ist.

Programm der Veranstaltung

Dialog Ostdeutschland – Landesbüro Thüringen | Severin Schmidt

 

Leipzig – Prekäre Beschäftigung und Leiharbeit
Podiumsdiskussion, 3. Juni 2008

Die wirtschaftliche Belebung der letzten beiden Jahre hat die Erwerbstätigkeit deutlich steigen lassen. Doch im Vergleich zum Beginn dieses Jahrzehnts ist ein beachtlicher Rückgang der (unbefristeten) Vollzeitarbeit zu beobachten. Atypische Beschäftigungsverhältnisse sind auf dem Vormarsch ebenso wie nicht existenzsichernde Arbeit. Je nach Definition und Abgrenzung zählt jedes dritte bis vierte Arbeitsverhältnis zu der vom „Normalarbeitsverhältnis“ abweichenden Beschäftigung. Über prekäre Beschäftigungsverhältnisse und zunehmende Leiharbeit wurde auf der Veranstaltung des FES-Landesbüros in Leipzig mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften diskutiert.

Programm der Veranstaltung

Dialog Ostdeutschland – Landesbüro Sachsen, Leipzig | Matthias Eisel

 

Stuttgart – Arbeitswelt im Wandel: Arbeit für alle, menschlich und sozial
Fachtagung, 12. Juli 2008

Die Arbeits- und Lebensbedingungen vieler Erwerbstätigen haben sich in den letzten Jahren erheblich verschlechtert. Millionen von Menschen in Deutschland arbeiten für Löhne, die nicht existenzsichernd sind. Prekäre Arbeitsverhältnisse und Forderungen nach flexiblen Arbeitseinsätzen demotivieren, erlauben keine Lebensplanung und erschweren die Gründung einer Familie mit allen persönlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen. Leistungsverdichtung und Mobbing verursachen gesundheitliche und seelische Probleme.

Arbeit wird dem Diktat der Wirtschaftlichkeit untergeordnet und als reiner Kostenfaktor gesehen. Auf der Veranstaltung zum Thema „Arbeitswelt im Wandel: Arbeit für alle, menschlich und sozial“ wird mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaft und Kirche über Handlungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen diskutiert, die menschenwürdig, ethisch verantwortbar und volkswirtschaftlich sinnvoll sind.

 

Magdeburg – Mindestlohn: Stolperstein für die Konjunktur oder Ausweg aus der Armutsfalle?
Streitgespräch zur sozialen Inklusion, 13. März 2008

Angesichts der internationalen Konkurrenz um Arbeit und Arbeitsplätze scheinen Billiglöhne die Bedingung für Wachstum und Beschäftigung zu sein. Sinkende Arbeitslosenzahlen geben den Befürwortern von Minijobs, Zeitarbeit und working poor Recht. Sind Arbeitsplätze im sogenannten Niedriglohnsektor aber notwendig, damit Deutschland langfristig wettbewerbsfähig bleibt? Oder untergraben Leih- und Zeitarbeit nicht den Leistungswillen der Menschen? Für Befürworter des Mindestlohns gilt, dass sich anständige Arbeit lohnen muss. Sie verweisen auf gut funktionierende Beispiele in anderen EU-Ländern. Gegner befürchten, dass ein Mindestlohn die Schaffung neuer Arbeitsplätze verhindert.
Auf der Veranstaltung des Landesbüros Sachsen-Anhalt wurde mit Experten aus Politik, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden eine Diskussion um die Verteilung von Chancen und Einkommen geführt.

 

Berlin – Mitarbeiterbeteiligungen: Königsweg für stärkere Teilhabe?
Fachveranstaltung, 22. April 2008

Logo des FES-Projektes Zukunft 2020

Die Einkommen aus unselbständiger Arbeit stagnieren in Deutschland, während die Einnahmen aus Kapitaleinkommen stetig ansteigen. Diese Entwicklung wirft Fragen nach der gerechten Teilhabe von Arbeitnehmern am Erfolg ihres Unternehmens auf.

Mitarbeiterbeteiligung wird aktuell als eine Möglichkeit diskutiert, Arbeitnehmer stärker als bisher am wachsenden Kapitalvermögen der Unternehmen zu beteiligen. Die Regierungskoalition einigte sich am 21. April 2008 auf wesentliche Eckpunkte zur Förderung der Mitarbeiterbeteiligung – ein Kompromiss zwischen dem Fondsmodell, das die SPD favorisiert, und Formen direkter Beteiligung, die von der CDU eingebracht worden sind. Aus Arbeitnehmern sollen verstärkt Mitunternehmer werden! – so das politische Ziel. Die beschlossenen Eckpunkte stellen einen wichtigen Schritt zur stärkeren Teilhabe der Arbeitnehmer am Betriebsgewinn dar. Gleichwohl liegen noch viele Hindernisse auf dem Weg zur erfolgreichen Einführung von Mitarbeiterbeteiligungen, wie etwa Fragen nach dem Schutz vor Unternehmensrisiken und Tarifbindungen.

Die Fachveranstaltung „Mitarbeiterbeteiligungen: Königsweg für stärkere Teilhabe?“, die vom Projekt „Gesellschaftliche Integration“ im Forum Berlin am 22. April 2008 organisiert wurde, griff diese aktuellen Entwicklungen auf. Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Praxis diskutierten über die Möglichkeiten und Grenzen von Mitarbeiterbeteiligungen.

Programm der Veranstaltung
Vortrag Wolfgang Klar, Geschäftsführer epro Elektronik und Systemtechnik GmbH
Audiobeitrag

 

Berlin – Arbeitnehmerbeteiligung: Fundament für Gute Arbeit im Mittelstand
Tagung, 29. Mai 2008

Foto zeigt Referentinnen und Referentin der Tagung

Kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) gelten als Fundament einer prosperierenden Volkswirtschaft. Sie stellen die große Mehrheit aller Unternehmen dar und haben die meisten Beschäftigten in Deutschland – dennoch ist dieser Bereich weitgehend mitbestimmungsfrei geblieben und die Arbeitsbeziehungen spielen in den mittelstandsorientierten Politiken eher eine untergeordnete Rolle: Lediglich 10% aller betriebsratsfähigen KMU zwischen 5 und 500 Mitarbeitern verfügen über einen Betriebsrat.
Auf der von den FES-Arbeitskreisen Mittelstand und Arbeit-Betrieb-Politik organisierten Tagung zum Thema „Arbeitnehmerbeteiligung: Fundament für Gute Arbeit im Mittelstand“ wurden neben der betrieblichen Mitbestimmung nach dem Betriebsverfassungsgesetz alternative Muster von Interessenregulierung und arbeitsplatznaher Mitsprache in der mittelständischen Wirtschaft vorgestellt und diskutiert. Im Spiegel dieser Bestandsaufnahme wurden anschließend die Arbeitsbedingungen in den Unternehmen untersucht. Der Blick wurde insbesondere auf eine menschengerechte Arbeitsgestaltung unter der vielfältigen Kultur von Arbeitnehmerbeteiligung im Mittelstand gerichtet. Betriebsräte veranschaulichten die praktischen Handlungschancen und -grenzen für Gute Arbeit in unterschiedlichen KMU.

 

Hanoi – Tarifverhandlungen und Rechtsberatung als Baustein gewerkschaftlicher Interessenvertretung in Vietnam

Foto zeigt Fabriksituation

Vietnams Gewerkschaften stehen vor großen Herausforderungen. Traditionell sind sie eher ein Teil des sozialistischen Einparteiensystems und spezialisiert auf die Arbeitsverwaltung in Staatsbetrieben. In Zeiten der wirtschaftlichen Liberalisierung und zunehmenden Privatisierung sehen sie sich herausgefordert, die Interessenvertretung der Arbeitnehmer in das Zentrum ihres Aufgabenfeldes zu rücken. Tarifverhandlungen, der Abschluss von Branchentarifverträgen sowie gewerkschaftlicher Rechtsschutz nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein.
Mit Unterstützung der FES wurde seit 1996 ein Netz von inzwischen über 40 Rechtsberatungsbüros mit mehr als 200 hauptamtlichen Juristen als Beratern aufgebaut. Gut 400 Rechtsberatungsgruppen mit fast 2.000 angelernten Rechtshelfern leisten zudem auf der Betriebsebene Aufklärung und Beratung nicht nur bei Kündigungen und Zahlungsverweigerung durch die Arbeitgeber, sondern bieten auch Beratungsangebote zu einer Vielzahl anderer Rechtsfragen an. Ergänzt wird dieses Programm um ein einjähriges Intensivtraining für Tarifverhandlungsführer.

 

Bangkok – Mehr Rechte und Schutz für informell Beschäftigte und ArbeitsmigrantInnen
Seminar, 7. November 2007

Thailand hat eine Erwerbsbevölkerung von 35,5 Millionen, doch nur 13 Millionen sind im formalen Sektor beschäftigt und damit Teil des staatlichen Sozialversicherungssystems. 22,5 Millionen arbeiten im informellen Sektor, darunter ca. zwei Millionen ArbeitsmigrantInnen. Obwohl sie zum nationalen Einkommen und Wirtschaftswachstum einen sehr hohen Beitrag leisten, sind die Arbeits- und Lebensbedingungen dieser beiden Gruppen von Beschäftigten von weitgehender Recht- und Schutzlosigkeit geprägt. Progressive thailändische Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen solidarisieren sich mit den Anliegen von informell Beschäftigten und ArbeitsmigrantInnen, da diese selbst nur schwach organisiert sind. Zur Unterstützung der aktuellen Gewerkschaftskampagne produzierte die FES in Kooperation mit dem Thai Labour Museum zwei Dokumentarfilme, die auf einem Seminar am 7. November 2007 vorgestellt wurden. Die gegenwärtig einzigen Filme zu diesem Thema haben den Dialog mit politischen Akteuren erleichtert, mehr Gewerkschafter für die Kampagne gewonnen und zu einer breiteren öffentlichen Debatte geführt.

Konzept

Internationale Entwicklungszusammenarbeit – Referat Asien, Landesbüro Thailand | Vesna Rodić

 

Dar es Salaam /Arusha – Bessere Lebensbedingungen für ArbeitnehmerInnen in Ostafrika: Core Labour Standards and Schemes for Social Security
Workshop, 13.-14. März 2008 und Konferenz, 19.-21. Mai 2008

Embarking upon a redress of the globalization effects in the labor market, the contribution of FES to the social security dialogue institutionalization has focused on building capacities of trade unions to address issues of decent work, social standards, social exclusion and security. Tanzanian social security scheme (NSSF) seams to be a good example for the region. FES supports the regional discussion of that model in various activities.

1. The FES/ITUC Africa workshop on core labor standards gathered monitoring experts and representatives from Africa’s trade union national centers, Global Union Federations, ITUC Africa and Global Unions – Washington office to expound upon the World Bank/IFC Labor Standard Requirements.

2. The EATUC (East African Trade Union Confederation) Conference on Social Security Systems and Protection with a tripartite attendance of Trade Unions, Association of Employers and Ministry of Labor debated in a vivid discussion the challenges faced by members of the East Africa Community (EAC) in providing social protection to its people.

 

Erfurt – Der Blick über den Gartenzaun: Reformen der sozialen Sicherungssysteme im internationalen Vergleich
Fachtagung, 12. Juni 2008

Logo des FES-Projektes Zukunft 2020

Die Bundesregierung unter Führung Gerhard Schröders führte tiefgreifende Reformen der sozialen Sicherungssysteme unter dem Stichwort „Agenda 2010“ durch. Doch Deutschland steht mit seinen Reformen nicht alleine da. Der demographische Wandel und die Globalisierung der Wirtschaft – um nur zwei Faktoren zu nennen – haben nahezu alle Industrienationen in den letzten Jahrzehnten dazu veranlasst ihre sozialen Sicherungssysteme zu reformieren.

Im Zentrum der Bemühungen stand bei den meisten Staaten die Arbeitsmarktpolitik, doch auch andere Politikfelder – etwa die Familienpolitik und die Alterssicherungssysteme – waren Teil der politischen Veränderungen. Die einzelnen Reformwege blieben dabei unterschiedlich. Die Staaten folgten ihrer jeweiligen Sozialstaatstraditionen sowie politischen Zwängen und Möglichkeiten. Auf der Veranstaltung zum Thema „Der Blick über den Gartenzaun: Reformen der sozialen Sicherungssysteme im internationalen Vergleich“ wurde diskutiert, ob es auch gemeinsame Reformstrategien gibt und wie diese für die Bundesrepublik nutzbar gemacht werden können.

 

Potsdam – Gerechtigkeit in Zeiten der Globalisierung
Sommeruniversität, 7.-11. Juli 2008

Banner der FES-Sommeruniversität

Vom 7. bis zum 11. Juli 2008 findet auf der Insel Hermannswerder in Potsdam die achte Sommeruniversität der Friedrich-Ebert-Stiftung statt. Studierende, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Young Professionals erhalten die Möglichkeit, mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über aktuell politische Fragen zu diskutieren. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung steht die Frage, wie Gerechtigkeit in Zeiten der Globalisierung gewährleistet werden kann.

Am Dienstag, den 8. Juli 2008, findet von 13.30 – 15.45 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema „Von prekärer Beschäftigung zu Guter Arbeit“ statt, an der unter anderem der Bundesminister für Arbeit und Soziales Olaf Scholz und der DGB-Bundesvorsitzende Michael Sommer teilnehmen werden. Die Teilnahmeplätze für die gesamte Woche sind bereits jetzt alle vergeben. Bei Interesse an der oben genannten Podiumsdiskussion können Tagesgäste jedoch noch berücksichtigt werden.

 

Berlin – Gerechtigkeit für Generationen: Wie schaffen wir nachhaltig materiellen und sozialen Wohlstand für alle?
Konferenz, 16. Juni 2008

Logo des FES-Projektes Zukunft 2020

Wenn heute von Generationengerechtigkeit die Rede ist, scheint es um einen Konflikt zwischen Jung und Alt zu gehen: Entweder die Älteren leben zunehmend auf Kosten von immer weniger Jüngeren oder die Älteren müssen mit großen Wohlstandsverlusten rechnen. Zur Lösung wird meist mehr private Eigenvorsorge empfohlen. Ist das die richtige Strategie, ein wohlhabendes und soziales Deutschland in Zukunft für alle zu sichern? Gerechtigkeit für Generationen bedarf eines weiteren Horizontes: Es braucht eine Gesellschaft, die langfristig allen Mitgliedern materiellen und sozialen Wohlstand sichert. Dazu sind Investitionen in soziale Produktivität nötig, die zugleich die natürlichen Ressourcen schonen und dem Staat weitere Handlungsspielräume zur Verbesserung der Lebensbedingungen seiner Bürgerinnen und Bürger eröffnen. Darüber diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und den Tarifparteien auf einer öffentlichen Konferenz des FES-Gesprächskreises Sozialpolitik in Berlin.

 

Berlin – Familienpolitik aus der Gleichstellungsperspektive: Ein europäischer Vergleich
Konferenz, 1. Februar 2007

Das Thema Familienpolitik ist in aller Munde. Doch wie wirken sich familienpolitische Maßnahmen auf die Lebenssituation von Frauen und Männern aus? Diese Frage stand im Zentrum einer internationalen Konferenz, die das Forum Politik und Gesellschaft am 1. Februar 2007 in Berlin veranstaltete. Über die Herausforderungen einer modernen und geschlechtergerechten Familienpolitik diskutierten unter anderem Meg Munn, die britische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung, Berit Andnor, die ehemalige schwedische Sozialministerin, und Bärbel Dieckmann, Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn und stellvertretende SPD-Parteivorsitzende. Im Rahmen dieser Konferenz wurde die FES-Studie zum Thema „Familienpolitik aus der Gleichstellungsperspektive: Ein europäischer Vergleich“ sowie eine eigenständige Studie mit dem Titel „Familienpolitik aus der Gleichstellungsperspektive“ vorgestellt.

 

Berlin–Frauen-Technik-Management: Weibliche Führungskräfte in der High-Tech-Branche
Symposium, 24. Oktober 2007

In den Führungsetagen der deutschen Elektro- und IT-Branche gibt es noch immer zu wenig Frauen. Innerhalb der EU steht Deutschland am unteren Ende der Länderrangfolge. Gleichzeitig beklagt diese Branche einen hohen Fachkräftemängel. Vor diesem Hintergrund organisierte das Forum Politik und Gesellschaft der Friedrich-Ebert-Stiftung und das Team der Elektroingenieurinnen im Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) e. V. im Europäischen Jahr der Chancengleichheit ein Symposium, das die Chancen und Hindernisse für Frauen an der Spitze dieser Industrie beleuchtete. Ziel des Symposiums war es, Politik, Personalverantwortlichen in Unternehmen und Ingenieurinnen im Beruf eine Plattform zum Dialog über Chancen und Hindernisse für Frauen an der Spitze dieser Industrie zu bieten.

 

Berlin–Unternehmen Vereinbarkeit: Perspektiven familienfreundlicher Unternehmenspolitik
Konferenz, 9. Oktober 2007

Familienpolitik ist eines der meist diskutierten Politikfelder; insbesondere über die Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist eine breite gesellschaftliche Debatte entbrannt. Die Politik hat mit diversen Initiativen auf diese Bedürfnislage reagiert; sie kann den notwendigen Wandel jedoch nicht allein leisten. Bei der täglichen Balance zwischen Beruf und Familie spielen für berufstätige Familienangehörige die Rahmenbedingungen am eigenen Arbeitsplatz eine entscheidende Rolle. Hier sind Unternehmen gefragt, mit betrieblichen Maßnahmen ihren Teil zu einer familienfreundlichen Gesellschaft beizutragen. Angesichts des anziehenden Wettbewerbs um qualifizierte Fachkräfte gewinnt das Thema darüber hinaus auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht stark an Bedeutung. Wie familienfreundlich ist die deutsche Wirtschaft? Wie lassen sich Synergien zwischen staatlichen, betrieblichen und gewerkschaftlichen Akteuren am besten nutzen? Welche konkreten Wege zu mehr Familienfreundlichkeit können Unternehmen gehen? Wo liegen die Hindernisse? Im Fokus der Konferenz stand sowohl die Rolle der Unternehmen bei der Umsetzung einer modernen Familienpolitik als auch die Erwartungslage von Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften.

 

Dresden – Arbeit, Anerkennung, Perspektive: Der Soziale Arbeitsmarkt als Chance
Veranstaltung, 31. Januar 2008

Arbeit gilt in unserer Gesellschaft als zentrale Voraussetzung für soziale Gerechtigkeit. Sie ermöglicht gesellschaftliche Kontakte, Anerkennung und sollte soziale Sicherheit schaffen. Arbeitslosigkeit hingegen bedeutet selbst dort, wo sie nicht unmittelbar in die wirtschaftliche Verarmung führt, Ausschluss aus wesentlichen Bestandteilen der gesellschaftlichen Teilhabe.
Die Idee vom „Sozialen Arbeitsmarkt“ zielt darauf, Arbeitslose, die selbst bei besserer Konjunktur keine Chance am ersten Arbeitsmarkt haben, im gemeinnützigen Bereich sozialversicherungspflichtig zu beschäftigen. Vorstellbar von Seiten der Politik ist, diese Form der „Bürgerarbeit“ mit ersten Pilotprojekten in diesem Jahr zu beginnen. Auf der Veranstaltung des FES-Landesbüros in Dresden zum Thema „Arbeit, Anerkennung, Perspektive: Der Soziale Arbeitsmarkt als Chance“ wurde das Konzept „Sozialer Arbeitsmarkt“ vorgestellt und diskutiert.

 

Region Südosteuropa – Gute Arbeit für junge Menschen in Südosteuropa
Jugendprojekt, Februar – Juni 2008

Foto zeigt eine Teilnehmerin des Trainingsseminars in Skopje

Die offiziellen Arbeitslosenzahlen von Jugendlichen bis 25 Jahren liegen in den Ländern des Westbalkans zwischen 25% und 60%. Weder politische Parteien noch Gewerkschaften oder andere Institutionen haben sich dieses Problem auf die Agenda ihrer Zukunftsprogramme gesetzt. Daher konzipierte das FES-Regionalprojekt „Arbeitsbeziehungen und Sozialdialog in Südosteuropa“ gemeinsam mit Jugendlichen aus dieser Region ein länderübergreifendes Projekt, das von der EU und der FES gefördert wird. Die Gewerkschaftsjugend des gesamten Westbalkans entwickelt nun gemeinsam Perspektiven für junge Menschen in der Arbeitswelt. Begonnen hat das Projekt im Februar 2008 mit einem umfangreichen Trainingsseminar in Skopje. Dort wurden gemeinsame Forderungen für bessere Arbeitsbedingungen formuliert, aber auch eine regionale Kampagne mit dem Motto „It’s time“ geplant.

Am 20. Juni 2008 wird es im Rahmen der Kampagne „It’s time“ in allen Hauptstädten der Projektregion jeweils eine öffentlichkeitswirksame Veranstaltung (Open-Air-Konzerte, Straßensperrungen mit Demonstrationen etc.) geben. Geplant ist, dies mit überregionalen Fernsehsendern (z.B. MTV) in die Öffentlichkeit zu bringen. Die Kampagne soll fortgeführt werden und die Jugendorganisationen werden gemeinsam mit der FES Anschlussprojekte entwickeln.

Internationaler Dialog – Referat Mittel- und Osteuropa, FES-Regionalprojekt „Arbeitsbeziehungen und Sozialdialog in Südosteuropa“ | Frank Hantke |Emilija Grujic

 

Sarajevo – Gewerkschaftsjugend in Aktion für bessere und mehr Arbeitsplätze
Workshop, 10.- 13. Februar 2008

Foto zeigt Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops

Die Förderung der Gewerkschaftsjugend ist eines der Kernziele des FES-Regionalprojektes „Arbeitsbeziehungen und Sozialdialog in Südosteuropa“. Daher förderte die FES in Zusammenarbeit mit dem Paneuropäischen Regionalrat des Internationalen Gewerkschaftsbundes (PERC) einen Workshop, auf dem die Spitzen der Jugendorganisationen über ihre nationale und regionale Zusammenarbeit zur Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen berieten. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit in der Region schließt die Jugendlichen von der gesellschaftlichen Teilhabe aus, treibt besonders sie in den informellen Arbeitsmarkt und sogar oft in die Kriminalität. Im Mittelpunkt dieses Workshops standen daher Fragen zu Beschäftigungsverhältnissen, Arbeitsrechten und Bildungsmöglichkeiten, aber auch die Planung gemeinsamer Aktivitäten. Dabei spielte die IGB-Kampagne „Decent Work - Decent Life“ ebenso eine wesentliche Rolle wie die weiteren gemeinsamen Aktivitäten im Rahmen der Kampagne „It’s Time“, welche die Jugendlichen mit Hilfe der FES und eines EU-Projektes ins Leben gerufen haben. Am 20. Juni 2008 wird es mit der FES in den zehn Hauptstädten der Region öffentliche Aktionen unter dem Motto „It’s Time“ geben und am 7. Oktober 2008 werden die Jugendlichen einen wesentlichen Beitrag zur Weltkampagne „Decent Work - Decent Life“ leisten.

 

Berlin – Gesundheit und soziale Ungleichheit: Gesundheitspolitische Handlungsfelder
Konferenz, 21. Februar 2008

Foto zeigt Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit (c) Marc-Steffen Unger

Welche Auswirkungen haben hohe Arbeitslosigkeit und Armut auf die Gesundheit und wie sollte die Politik darauf reagieren? Die Zusammenhänge zwischen sozialem Status, differierenden Lebenserwartungen und Versorgungslagen geraten zunehmend in den Fokus der öffentlichen Debatte. Die Ursachen gesundheitlicher Ungleichheit sind dabei vielschichtig und es bedarf ganzheitlicher gesundheitsfördernder Handlungsstrategien. Hier werden bereits neue Wege beschritten, wie die Diskussion um das Präventionsgesetz oder über den Gesundheitsfond aufzeigt. Es gilt jedoch, noch weitere Strategien und Handlungsansätze zu entwickeln.

Auf der Fachkonferenz „Gesundheit und soziale Ungleichheit: Gesundheitspolitische Handlungsfelder“ diskutierten gemeinsam Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Verbänden und der Praxis Anforderungen an die Gesundheitspolitik vor dem Hintergrund wachsender sozialer Ungleichheiten.

 

Tübingen – Einfach abgehängt! – Ein wahrer Bericht über die neue Armut in Deutschland
Lesung , 30. Mai 2008

Foto zeigt Buchcover "Einfach abgehängt"

Die Preisträger des politischen Buches der FES 2007, Nadja Klinger und Jens König, stellten im Rahmen des RACT! Festivals ihr Buch „Einfach abgehängt! Ein wahrer Bericht über die neue Armut in Deutschland“ vor.

Was heißt es, wenn man im Monat von 345 Euro leben muss? Oder wenn man von 30.000 Euro Schulden erdrückt wird? Wie tief fällt ein Ingenieur, der aus einem scheinbar gesicherten Dasein in die Armut stürzt? Wie schlägt sich eine Mutter durch, die höchstens 88 Cent für ein Frühstück ausgeben kann? Oder die vierköpfige Familie, die von Arbeitslosengeld II lebt? Nadja Klinger und Jens König porträtieren Menschen, die von der Gesellschaft abgehängt werden. Denn die Armut in Deutschland breitet sich immer mehr aus, die Mittelschicht ist vom Abstieg bedroht und die Kluft zwischen Arm und Reich ist so groß wie nie. So hat sich fast unmerklich eine Gruppe gebildet, die beständig wächst: die neue Unterschicht der Besitz- und Bildungslosen. Zu ihr zählen Hartz IV-Empfänger genauso wie gescheiterte Architekten. Die einen sind tief gefallen, die anderen nie aufgestiegen. Das Buch sammelt eindrucksvolle Porträts und ist zugleich eine scharfsinnige Analyse über einen gesellschaftlichen Skandal, der uns alle in Zukunft mehr interessieren wird, als wir uns heute eingestehen.

 

Bad Münstereifel – 64. Münstereifeler Literaturgespräch: Keine Arbeit, neue Arbeit, gute Arbeit?
Kulturveranstaltung, 11.-13. März 2008

Foto zeigt Moritz Rinke (links) und Joachim Zelter (rechts)

Parallel zum journalistischen und publizistischen Diskurs sind die Themen Arbeit und Arbeitslosigkeit auch Gegenstand für Bühne, Literatur und Film. Moritz Rinkes Theaterstück „Café Umberto“ und Joachim Zelters Roman „Schule der Arbeitslosen“ behandeln eindrucksvoll und bedrückend das Schicksal durch Arbeitslosigkeit ausgeschlossener Menschen. Georg Heinzen schildert in seinem 2006 ausgestrahlten ARD-Fernsehfilm „Das beste Jahr meines Lebens“ den Abstieg einer Mittelschichtfamilie als einen Prozess mit Happyend. Walter Pfannkuche lässt in seinen philosophischen Gesprächen „Wer verdient schon, was er verdient?“ die fiktive Verkäuferin Elisa Merten pointierte Fragen zu „Markt und Moral“ stellen. So verschieden das Theaterstück von Moritz Rinke, der Roman von Joachim Zelter und der Film von Georg Heinzen sind: Sie lösen Nachdenklichkeit fördernde Emotionen wie Trauer, Empörung, Zorn und Heiterkeit aus. Sie vermitteln vor allem, dass es bei allem Einverständnis über den Tatbestand des Endes der Erwerbsarbeitsgesellschaft unterschiedliche Lösungs- und Handlungsvorschläge gibt.

 

Berlin – Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland und Schweden: Die berufliche Bildung unter Reformdruck
Fachdialog, 24. September 2007

Schweden und Deutschland haben eine hohe Jugendarbeitslosigkeit zu verzeichnen. Ihre Systeme der Berufsbildung unterscheiden sich jedoch grundsätzlich: Während Deutschland noch immer auf das traditionelle Modell der dualen Bildung setzt, findet die Berufsausbildung in Schweden im Rahmen der Sekundarstufe an staatlichen Schulen statt. Unser deutsches duales Ausbildungssystem genießt in Schweden Vorbildcharakter. Schweden steht Modell für ein weitgehend egalitäres Ausbildungssystem. In beiden Ländern steht das berufliche Bildungssystem unter Reformdruck. Das Fachforum hat Impulse für die Reformdebatte mit Zielrichtung einer nachhaltigen Senkung der Jugendarbeitslosigkeit in beiden Länder gegeben. Die Ergebnisse wurden zusammenfassend publiziert.

 

Berlin – Open Space: Wir wollen Arbeit! – Gemeinsam gegen Jugendarbeitslosigkeit
Jugendkonferenz , 2. - 3. März 2007

Viele junge Menschen sehen gegenwärtig durch Lehrstellenmangel und Jugendarbeitslosigkeit kaum berufliche Perspektiven und müssen bereits früh Existenzängste erfahren. In der gesellschaftlichen Diskussion über Arbeitslosigkeit werden die Stimmen der Jugendlichen jedoch bislang kaum gehört. Vor diesem Hintergrund organisierte das Forum Politik und Gesellschaft der Friedrich-Ebert-Stiftung gemeinsam mit der DGB-Jugend am 2. und 3. März 2007 einen Open Space. In unterschiedlichen Arbeitsgruppen diskutierten SchülerInnen, arbeitslose Jugendliche, GewerkschafterInnen, SozialarbeiterInnen, LehrerInnen und BerufsberaterInnen über Probleme und mögliche Lösungsansätze. Die im Rahmen des Open Space erarbeiteten Forderungen sind in einer Dokumentation festgehalten.

 

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