Frauen - Männer - Gender: Bildung und Qualifizierung

Veranstaltungen zum Thema
- Seminarprogramm 2008
Rheinland-Pfalz - Forum Gleichstellung
Seminarreihe für Frauen im politischen Ehrenamt 2008 - 13. Dezember 2007
Stuttgart - Politikerinnen stellen sich vor (Podiumsdiskussion)
Publikationen zum Thema
Bildung, ihre Qualität und Zugangsmöglichkeiten sind seit den PISA-Erhebungen in Deutschland Teil der öffentlichen Debatte. Die politischen Auseinandersetzungen, beispielsweise um das „richtige Schulsystem“ – Stichwort Gemeinschaftsschule – und die Einführung von Studiengebühren, oder die flächendeckende Einrichtung von Ganztagsschulen, zeigen, dass hierzulande eine hohe Sensibilität sowohl in der Bevölkerung als auch bei den politischen EntscheidungsträgerInnen herrscht. Aus Gender-Perspektive lassen sich Benachteiligungen von Frauen in vielen Bildungssektoren belegen– ihr Anteil z.B. in Spitzenpositionen der Wissenschaft ist erschreckend niedrig. Mit Aktionen wie dem Girls’ Day versucht die Politik seit einigen Jahren, die geschlechtsspezifische Berufswahl von Jugendlichen aufzubrechen und mehr junge Frauen für technische und naturwissenschaftlich geprägte Berufe zu interessieren.
Aber auch Benachteiligung von Jungen in der schulischen Ausbildung werden diskutiert: nicht wenige Bildungs- und ErziehungswissenschaftlerInnen vertreten die These, dass die schlechteren Schulabschlüsse von männlichen Jugendlichen und Kindern gegenüber weiblichen u.a. auch durch die Ausrichtung der Curricula und didaktischen Methoden im Unterricht beeinflusst sind. Schulabbrecher sind überwiegend männliche Jugendliche, mehrheitlich mit Migrationshintergrund.
In den Entwicklungs- und Schwellenländern hingegen sind die Zugänge zum Bildungssystem generell sehr schwer: Schulgebühren, weite Wege ohne öffentliche Verkehrsmittel, Kinderarbeit statt Schulbildung. Die Entwicklungsfähigkeit eines Landes hängt neben Gesundheit und individueller Sicherheit vor allem vom Bildungsniveau ab. Eine Bildungspolitik, die Mädchen nicht benachteiligt, weil sie im familiären und gesellschaftlichen Kontext weniger gelten als männliche Nachkommen, braucht die Unterstützung von Frauen in der Politik.
Daher organisiert und unterstützt die Friedrich-Ebert-Stiftung in ihrer Auslandsarbeit vor allem Programme, die es Frauen ermöglicht, durch gezielte Fortbildung und Vernetzung mehr Verantwortung und Mitsprache in ihrem gesellschaftlichen Umfeld zu erhalten und sie für ihre Rolle im Beruf oder auch speziell für politische Führungsaufgaben fit zu machen. Mit Publikationen, Studien, Workshops, Kompetenztrainings, Konferenzen und Unterstützung von Netzwerken leistet die FES ihren Beitrag zu Bildung, Bildungspolitik und Qualifizierung.
Die Erfahrung zeigt, dass oftmals Frauen ein besonderes Interesse an, aber auch spezifische Bedürfnisse bei der persönlichen Weiterbildung mitbringen. Viele unserer Angebote richten sich deshalb vor allem an Frauen. Deren politische und gesellschaftliche Beteiligung zu erhöhen , ist dabei unser Anliegen.
Kontakt: Brigitte Juchems | Judith Schwethelm
Beispiele aus der Arbeit der FES zum Thema Chancen durch Bildung
- Bonn - Kindererziehung - immer noch ein Frauenberuf?
- Indien - Youth and Democracy Workshop
- Indien - Gender Sensitive Education
- Berlin - Frauen in Wissenschaft und Forschung
- Jordanien - Trainings für Multiplikatorinnen im Bereich Frauenbildung
- Jordanien - Politische Akademie für Kommunalpolitikerinnen
- Berlin - Rhetorik für Frauen in der Europaarbeit
- Philippinen - Training for Women as Local Grassroots Advocates
- Philippinen - Workshops on Capacity Building
- Malaysia - Helping Build Gender-Fair Democracies
- Berlin - Berufsbildung im Umbruch
- Bonn – Girls’ Day
- Kochel – Baustelle Schule
- Erfurt - Länger gemeinsam lernen!
- Ghana - Women Wing Training of Political Parties
- Mazedonien - Women and local economic development
- Bonn - Es geht ums Ganze, Constanze
- Türkei - Muss man ein Mann sein, um ins Parlament zu kommen?
- Senegal - Senegals Frauen auf dem langen Weg zur Hälfte der Macht
- Belarus - Genderbezogenes Bildungsprogramm
- Stuttgart - Jungen-Männer-Väter
- Stuttgart - Politikerinnen stellen sich vor
- Mainz - Forum Gleichstellung
- Weinstadt-Beutelsbach - Persönliches Marketing für Frauen
- Bonn – Fächer der Geschlechter
- Mongolei - Politische Managementkurse für Kommunalpolitikerinnen
- Hamburg - Schule mit Zukunft für Mädchen und Jungen
Bonn - Kindererziehung - immer noch ein Frauenberuf?
Rhetorik- und Debatten-Training für Erzieherinnen und Erzieher, 12.-16. November 2007
28 junge Frauen, aber nur zwei junge Männer im 3. Ausbildungsjahr des Käthe-Kollwitz-Berufskollegs in Remscheid machen sich fit für den Ernst des Berufslebens. In dem Projekt „Weiterbildung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“ des ForumNRW trainieren sie, sicher aufzutreten, überzeugend zu argumentieren und sich im politischen Diskurs zu behaupten: Kompetenzen, die sie brauchen werden, wenn sie später nicht nur gute Erzieherinnen sein, sondern auch die Interessen der ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit erfolgreich vertreten wollen.
Programm
Politische Akademie - ForumNRW, Projekt Weiterbildung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer | Gisela von Mutius
Indien - Youth and Democracy Workshop
Workshop, 3.-6. August 2007
The Friedrich Ebert Stiftung in India and the Educational Resources Centre Trust (New Delhi) have been working together to increase awareness and to sensitize young men and especially women on their role in politics, on development issues and concerns faced by the country. In this series two workshops were held. In the first one a curriculum for democracy forums for youth was developed with teachers and different ways of implementing the curriculum were discussed. The second workshop with students provided inputs on issues such as human rights and social justice, the right to information, the role of youth in tackling the Millennium Development Goals and the question of how democratic are political parties? The sessions clarified participants’ views on democratic values, practices and attitudes with a gender perspective. They also aimed at understanding pluralism and constitutional values and to reflect on their role as citizens. There was a high degree of participation leading to learning through sharing.
Gender and Women’s Empowerment Unit, India Office | Damyanty Sridharan
Indien - Gender Sensitive Education
3 Workshops: 3.-5. Mai Lonavala, 24.-26. August Jamnagar, 30. September – 2. Oktober Kharghar, NaviMumbai
Vacha Trust and the Friedrich Ebert Stiftung are holding these workshops with the objective of integrating gender concerns within democratic practices. The workshops aim to provide a forum for young women and men to debate on caste, class, gender and conflict issues arising from diversity and plurality. Thus, issues such as casteism, communalism, democracy and a whole gamut of biases and the actual reality are addressed. The themes integrate gender concerns and democratic values and relate them to the present day social concerns. Efforts are made to contextualize themes to participants’ backgrounds. To make the workshops participatory group work, film screening, discussions, role-plays etc., are utilized. Participants vary from college students, teachers to social activists. Useful booklets and audio cassettes in regional language have been developed.
Gender and Women’s Empowerment Unit, FES India | Renate Tenbusch
Berlin - Frauen in Wissenschaft und Forschung. Deutschland auf dem Prüfstand
Konferenz, 12. Juni 2007
2007 ist das Europäische Jahr der Chancengleichheit. Die deutsche Forschungslandschaft ist jedoch von der Erreichung der Chancengleichheit von Männern und Frauen noch weit entfernt; Deutschland liegt hier im internationalen Vergleich weit zurück. Welche Maßnahmen müssen unternommen werden, um den Frauenanteil in Spitzenpositionen der Wissenschaft zu erhöhen? Diese Fragestellung stand im Zentrum der Veranstaltung „Frauen in Wissenschaft und Forschung. Deutschland auf dem Prüfstand“ in Berlin.
Das Prinzip der gläsernen Decke greift laut Teilnehmenden noch heute: die Unterrepräsentanz von Frauen in der Wissenschaft sei nicht nur ein strukturelles, sondern auch ein kulturelles Problem. Zudem hindere die antiquierte Vorstellung über Forscherinnen Frauen oftmals daran, gezielt auf der Karriereleiter emporzuklettern. Unterschiedliche Initiativen zur Behebung dieser Missstände existieren bereits, sie wurden auf der Konferenz vorgestellt und diskutiert.
Einladung
Bericht
Audiobeitrag zur Veranstaltung
Präsentation Dorothea Jansen „ProFil. Professionalisierung für Frauen in Forschung & Lehre“
Präsentation Andrea Löther „Anstoß zum Aufstieg – Karrieretraining für angehende Professorinnen"
Präsentation Katharina Sauter „Mehr Frauen in die angewandte Forschung“
Präsentation Brigitte Mühlenbruch „Frauen in Wissenschaft und Forschung“
Dialog Ostdeutschland – Forum Politik und Gesellschaft | Alina Fuchs
Jordanien - Trainings für Multiplikatorinnen im Bereich Frauenbildung, Oktober 2007
In Zarqa, einem der wichtigsten Governorate Jordaniens, unterstützt das FES Amman Büro Trainings für weibliche Erwachsenenbildner. Viele Frauen in Zarqa leben unter extrem schwierigen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bedingungen und es gibt für sie – im Gegensatz zur Hauptstadt Amman – kaum Weiterbildungsangebote jedweder Art. Diesem Manko versucht das Bushra Center for Women Consultations and Studies, der FES Partner in diesem Projekt, mit Schulungen für Frauen im Bereich Bürgerrechte und politische Partizipation entgegenzuwirken. Nach Abschluss der Trainings für zwölf Ausbilderinnen werden diese ihr Wissen an weitere 120 Frauen in Zarqa vermitteln. Langfristiges Ziel dieser Maßnahme ist es, ein Team von Ausbilderinnen zu etablieren, das zukünftig im Bereich Frauenbildung arbeiten kann. Es soll insbesondere unterprivilegierte Frauen der Zarqa-Region fördern, um ihnen mehr Verantwortung und Mitsprache innerhalb ihrer Familien und Gemeinden sowie eine aktivere Teilnahme an Entscheidungsprozessen zu ermöglichen.
Jordanien - Politische Akademie für Kommunalpolitikerinnen
Workshopreihe für Kandidatinnen zu den Gemeinderatswahlen, fortlaufend 2007-2008
Die Friedrich-Ebert-Stiftung in Amman unterstützt seit zwei Jahren ein Programm zur Stärkung der jordanischen Gemeinden – insbesondere der weiblichen Mitglieder in den Gemeinderäten. Am 31. Juli dieses Jahres fanden in Jordanien Wahlen für die 99 Gemeinderäte des Landes statt. Erstmalig wurde auch eine Frauenquote von 20% eingeführt.
Der Schwerpunkt des Programms, das in Zusammenarbeit mit der Arab Women Organization of Jordan (AWO) durchgeführt wurde, lag zunächst auf dem Training weiblicher Kandidatinnen für diese Wahlen. An drei Workshops, die unter der Schirmherrschaft des Ministers für kommunale Angelegenheiten standen, wurden potentielle Kandidatinnen aus ganz Jordanien in den Bereichen „Leadership and Lobbying Skills“ trainiert und erhielten ausführliche Informationen zu der neu eingeführten Frauenquote. Die Umsetzung der Frauenquote war auf Grund von ungünstigen Wahlkreisaufteilungen zu Lasten der kleineren ländlichen Bezirke sehr umstritten.
Das Programm ist Teil einer langfristig angelegten „Akademie für weibliche Gemeinderatsmitglieder“. Die neu gewählten weiblichen Gemeinderatsmitglieder sollen – unter Einbeziehung der männlichen Kollegen - entsprechend ihrer Bedürfnisse Trainings und spezielle Schulungen erhalten, die ihre Arbeit in den jordanischen Gemeinderäten unterstützt und ihre Rolle in den Gemeinden stärkt.
Internationale Entwicklungszusammenarbeit, Referat Naher und Mittlerer Osten, Nordafrika, Büro Jordanien | Michael Bröning, Britta Kähler
Berlin - Rhetorik für Frauen in der Europaarbeit– Sicher auftreten, wirkungsvoll vortragen, gut ankommen, Seminar, 03. November 2007
Frauen und Männer pflegen unterschiedliche Kommunikationsstile, die nicht immer gut miteinander vereinbar sind. Insbesondere im öffentlichen Diskurs, sei es im wissenschaftlichen oder politischen Bereich, fällt es gerade jungen Frauen oft schwerer, sich in einem männlich dominierten Diskussionsklima rhetorisch zu behaupten.
Das Seminar der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Europäischen Akademie Berlin gab jungen Frauen, die im europapolitischen Bereich arbeiten, die Gelegenheit, ihr Auftreten sowie ihr Rede- und Diskussionsverhalten in politischen Auseinandersetzungen und wissenschaftlichen Diskursen zu reflektieren und zu trainieren. Ziel war es, die eigenen kommunikativen Stärken bewusster wahrzunehmen und auszubauen, damit Frauen ihre fachliche Kompetenz rhetorisch noch entschiedener zur Geltung bringen können. Dabei stand ein selbstbewusster und offensiver Umgang mit dem jeweils eigenen, „weiblichen“ Kommunikationsstil im Mittelpunkt. Frauen kommunizieren oft konsensorientierter und diskussionsoffener und laden damit zu einem echten Austausch ein, ohne jedoch auf die begründete Verteidigung der eigenen Position zu verzichten, so ein Fazit des Seminars.
Dialog Ostdeutschland – Forum Politik und Gesellschaft | Alina Fuchs
Philippinen - Training for Women as Local Grassroots Advocates
The Center for Agrarian Reform, Empowerment and Transformation (CARET) in partnership with the Friedrich Ebert Stiftung Philippine Office conducted a training for women as local grassroots advocates. Gender concerns have long been sidelined in advocacy projects addressing political and economic issues. CARET and FES work together in order to continuously increase women’s participation and leadership in local and national advocacy work by up scaling capacities of women in engaging local and national policy makers and implementers. The formation of and capacity building for female advocates at the local level initiates advocacy work on gender related issues and concerns and strengthens the advocacy base to lobby and influence local government policies.
Quezon City /Philippinen - Workshops on Capacity Building of Second Generation Young Women Leaders, 26 September - 27 November 2007
The Manggagawang Kababaihang Mithi ay Paglaya (MAKALAYA) was established in 1998 by women trade unionists, community leaders and women working in informal employment. Among its major areas of concerns are e ducation and training and organizing working women to develop programmes and services responsive to women and gender concerns in the work place.
A number of MAKALAYA’s young members in the chapters have leadership potentials but limited leadership skills and lack of exposure contribute to their reluctance in performing leadership work. The three ongoing focus group discussions (FGDs) are designed to develop their organizational capacities specifically organizing activities, managing meetings and engaging discussions. Awareness raising and skills training are important components of a leadership formation. Equally significant is the incorporation of confidence building and value formation in leadership development. The topics cover issues on the gender dynamics and power relations including other factors that may influence one’s ascent to leadership (i.e. age, civil status and other factors). Participants of the FGDs are fifteen young women members of MAKALAYA based in the communities organized by MAKALAYA. The end goal of the activity is to prepare and encourage these young women to take on leadership positions within MAKALAYA.
Malaysia - Helping Build Gender-Fair Democracies: Young People Working for Gender Equality in Progressive Politics
Workshop, 16.-19. Juni 2007 in Kuala Lumpur
The Friedrich Ebert Stiftung (FES) Philippine Office, in partnership with the Jakarta-based FES Regional Gender Project and the Young Progressives Southeast Asia (YPSEA) organized the 5th Southeast Asia Regional Conference of Young Progressives, with the theme “Helping Build Gender-Fair Democracies: Young People Working for Gender Equality in Progressive Politics.” This gender training for Southeast Asian young progressives is part of the continuing efforts of FES to link the experiences of progressive young people in Southeast Asia, highlight critical issues related to democratization and political participation in the region, and define the role of young people in these issues.
YPSEA is a network of young people in Southeast Asia actively involved in progressive politics and activism. Since 2004, the YPSEA has been building a community of progressive young leaders and progressive organizations from Cambodia, Indonesia, Malaysia, Thailand, Timor Leste and the Philippines.
Berlin - Berufsbildung im Umbruch – Signale eines überfälligen Aufbruchs Studie von Martin Baehtge, Heike Solga, Markus Wieck
40% aller ausbildungswilligen Schulabgänger finden keinen regulären Ausbildungsplatz mehr und landen im Übergangssystem. Zu diesem aufrüttelnden Ergebnis kommen Prof. Dr. Baethge und Prof. Dr. Solga von der Universität Göttingen in der Studie „Berufsbildung im Umbruch – Signale eines überfälligen Aufbruchs“.
Die Studie analysiert den bedrohlichen Zustand des deutschen Systems der Berufsbildung. Duale Ausbildungsstrukturen verlieren zunehmend an Bedeutung. Die oft wiederholte Aussage, das duale System habe Vorbildcharakter, wird durch das ständig sinkende Angebot an Ausbildungsplätzen in Frage gestellt. Das führt für große Teile der heutigen Schulabgänger zu massiven Problemen beim Übergang ins Erwerbsleben. Jugendliche landen in Warteschleifen, in denen sie keine qualifizierte Ausbildung, sondern unterschiedliche Maßnahmen der Berufsvorbereitung vermittelt bekommen. Das Gutachten zeigt insbesondere regionale und soziale Disparitäten auf und thematisiert die Ungleichheiten zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen sowie die geschlechtsspezifischen Disparitäten: Das „Elend der jungen Männer“.
Stabsabteilung, Bereich Bildung, Forschung und Innovation | Marei John-Ohnesorg
Bonn – Girls’ Day in der Friedrich-Ebert-Stiftung
Informationsveranstaltung mit Workshops und ExpertInnengespräch, 26. April 2007
Der Girls’ Day ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Hier sollen Mädchen gezielt neue berufliche Perspektiven eröffnet werden.
In diesem Jahr waren 60 Bonner Gymnasiastinnen und Gesamtschülerinnen zwischen 14 und 18 Jahren bei der FES eingeladen, um über ihre Traumberufe und Frauen in der Arbeitswelt zu diskutieren.
Veranstaltungsdokumentation
Einladung
Bericht zweier Teilnehmerinnen
Politische Akademie – Forum Jugend und Politik | Nicole Breyer
Kochel – Baustelle Schule – Für Renovierung geöffnet
Seminar , 26.-28. Oktober 2007
Die Bildungsbenachteiligung von Jungen rückt zunehmend ins Blickfeld von PädagogInnen und PolitikerInnen. Im Rahmen des Wochenendseminars „Baustelle Schule – für Renovierung geöffnet“ wurden insgesamt 5 „Baustellen“ aus dem Schul- und Bildungsbereich aufgegriffen, diskutiert und weitergedacht. Unter anderem beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Thematik „Jungen- und Mädchenpädagogik“. Die Jungen als neue Bildungsverlierer standen im Mittelpunkt der Diskussion. Mögliche Ursachen für diese Bildungsbenachteiligung hat Seminarleiter Jonas Lanig den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Form von zehn Thesen vorgestellt. Auf Basis der zehn Thesen, die den aktuellen Forschungsstand aufgreifen, wurden dann in der Diskussion Gegenstrategien gesucht.
Erfurt - Länger gemeinsam lernen! Fortschritte und Konzepte in der Schulpolitik aus sieben Bundesländern, Tagung 8.-9. Juni 2007
In diesem Tagungsband liegt der Fokus auf einer zukunftsweisenden Neuordnung des dreigliedrigen Schulsystems. In den politischen Beiträgen aus sieben Bundesländern werden die ersten Erfahrungen mit Gemeinschaftsschulen kommentiert und positiv bewertet. Unter anderem wird aber auch in den hier zitierten Forschungsergebnissen eine Steigerung von Schülerzahlen mit Hochschulreife verzeichnet, demgegenüber sind die Zahlen bei Hauptschulabschlüssen insgesamt gesunken in den letzten 30 Jahren. Dies erklären Wissenschaftler jedoch ausschließlich mit dem geschlechtsspezifischen Aspekt: dem Nachholbedarf der Frauen.
Ghana - Women Wing Training of Political Parties
mehrmonatiges Trainingsprogramm 2007-2008
For women it is not easy to chose a career as a politican in Ghana. They are discouraged from contesting national executive positions in their parties – except for the “Women Organiser” – and have to fight harder than their male counterparts to run for political offices like Member of Parliament. The Friedrich-Ebert-Stiftung together with its partners Abantu for Development and Women in Broadcasting has, therefore, developed a training programme exclusively for politically active women to support them in their struggle. The training is a seven months modular programme which is supposed to strengthen the skills and capacities of the female politicians and also to build their self-confidence and self-esteem to overcome the challenges of male dominated politics. The women selected for the programme are members of all nine political parties in Ghana. They are very active in their respective parties but are struggling to progress. Four of the women are planning to contest primaries to be able to run for Parliamentary election at the end of 2008. The training seeks to provide them with additional skills for them to be well equipped for the upcoming challenges.
Makedonien - Women and local economic development
Veranstaltungsreihe
The Republic of Macedonia (RM) has a traditionally low level of engagement of women in the democratic process. In recent years this has been a driving force to motivate some of them to create equal opportunities for participation of women in the political decision making. Driven by the ongoing problems, the Club of Women together with FES Skopje implemented the project “Perspectives of women and empowering their role in local development”. Most women are not able to situate their needs and possibilities in their living environment and are not aware of existing governmental institutions, which can offer information, assistance and knowledge. Throughout these activities we have focused on economical strengthening; continuous capacity building of women all over RM. The final panel discussion presented the ideas of empowerment of women in the economic sphere. Panelists were Members of Parliament, a former Minister of Finance and the Director of the Agency for Investments, female municipalcounselors and state workers from the municipalities all around the country, experts, representatives from foreign institutions and embassies, as well as representatives from different political parties.
Bonn - Es geht ums Ganze, Constanze
Podiumsdiskussion, 20. Oktober 2007
Annähernd 300 Frauen aus Nordrhein- Westfalen trafen sich am 20. Oktober 2007 im Bonner Haus der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Kongress „Es geht ums Ganze, Constanze“. In Zusammenarbeit mit dem Frauenmädchennetzwerk NRW wurde in vier Arbeitsgruppen über Perspektiven für NRW diskutiert.
Türkei - Muss man ein Mann sein, um ins Parlament zu kommen?
Öffentlichkeitskampagne, 2007
Eine Partnerorganisation, mit der die FES Türkei seit Jahren eng zusammenarbeitet, ist die Frauenorganisation KA.DER. Der 1997 gegründete Verein ist bemüht, interessierte Frauen durch Weiterbildungsangebote in ihrem politischen Engagement zu unterstützen. Hierzu wurden in mehreren Provinzen Politikschulen für Frauen gegründet. Sie informieren nicht nur über das politische System, sondern bieten auch Motivationstrainings für Frauen an, die als Kandidatinnen bei lokalen und nationalen Wahlen antreten möchten.
Noch vor den Parlamentswahlen 2007 forderte KA.DER die Verankerung einer 30%igen Frauenquote im Wahlgesetz. Gemeinsam mit der FES führte KA.DER hierzu eine Fortbildungs- und Öffentlichkeitskampagne durch. Bereits im Sommer 2006 wurden Multiplikatorinnenseminare über Quotierung als Instrument zur Förderung der politischen Partizipation von Frauen abgehalten. Im Jahre 2007 folgte eine Öffentlichkeitskampagne unter dem Motto „Muss man ein Mann sei, um ins Parlament zu kommen?“.
Kurzbericht Podiumsdiskussion
Kurzbericht Pressekonferenz
Zusammenfassung Pressekonferenz
Kurzbericht Seminar Gender und Quotierung
Programm TrainerInnenseminar Gender u Quotierung
FES Istanbul | Neylan Paker
Dakar / Senegal - Senegals Frauen auf dem langen Weg zur Hälfte der Macht
Kampagne, fortlaufend bis zur Kommunalwahl 2008
Senegals Frauen waren sich im Wahljahr 2007 einig. Sie wollen Geschlechtergerechtigkeit auf allen politischen Ebenen. Politikerinnen aus 21 Parteien befürchteten bei den Parlaments- und Senatswahlen wieder die Verliererinnen zu sein. Die FES unterstützte das Bündnis und die Kampagne für die Geschlechtergerechtigkeit mit einem ganzen Paket aus Ausbildung, Beratung und öffentlichen Aktionen. Auf Einladung der FES entwickelten führende Verfassungsrechtler Senegals gemeinsam mit Islamologen und Vertretern der ethnischen Traditionen einen Gesetzesentwurf, der die 50-50-Parität im Parlament und lokalen Räten vorsah. Der Marsch der über 1000 ganz in Weiss gekleideten Frauen auf den Präsidentenpalast brachte das Projekt der Politikerinnen wie kein anderes auf die Agenda. So wurde zum ersten Mal in der Geschichte Senegals ein Gesetz zur Parität verabschiedet. Zur Anwendung dürfte es allerdings erst bei den Kommunalwahlen 2008 kommen. Die Kampagne zur Geschlechtergerechtigkeit geht weiter. Aber bereits jetzt zeigen sich die ersten Früchte der landesweiten Debatte um den Platz der Frau in der Politik. So befinden sich mehr Frauen im neuen Kabinett und für den neuen Senat ist gar mit einem Frauenanteil von 40% zu rechnen.
Belarus - Genderbezogenes Bildungsprogramm für Multiplikatoren der Zivilgesellschaft
Das FES Büro für die Ukraine und Belarus bietet speziell für die demokratische belarussische Zivilgesellschaft ein genderbezogenes Bildungsprogramm an. Multiplikatoren belarussischer Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen, politischer Parteien, Jugendorganisationen und kommunalpolitischer Initiativen reisen zu den mehrtägigen Modellkursen in die Ukraine, wobei auch das Bildungskonzept von belarussischen Experten und Trainern in Kooperation mit der FES entwickelt wurde. So lag zum Beispiel bei keinem der rund 20 Genderseminare, welche die FES seit 2006 für belarussische Teilnehmer und Teilnehmerinnen organisiert hat, der Anteil der männlichen Teilnehmer unter 40 %. Dass männliche Teilnehmer an genderbezogenen Bildungsprogrammen etwa gleichstark vertreten sind, ist für die Länder der ehemaligen Sowjetunion immer noch ungewöhnlich und insgesamt sehr selten und nur schwer durchsetzbar. Insofern setzt das genderbezogene Bildungsprogramm einen positiven Standard auch für andere Länder der Region. Vor allem strahlt es aber auf die Genderdebatte innerhalb der Organisationen der Seminarteilnehmer aus. Thematisch werden neben journalistischen, gewerkschaftlichen und kommunalpolitischen Fragen auch sensible Themen wie die Gendergleichheit innerhalb kirchlicher Einrichtung oder die Demokratie in der belarussischen Gesellschaft diskutiert. Die ausgebildeten Multiplikatoren können ihre Kenntnisse in Gewerkschaften, Jugendorganisationen und politischen Parteien im Lande weiter verbreiten und anwenden.
Stuttgart - Jungen-Männer-Väter
Podiumsrunden in 2006
Vor dem Hintergrund zahlreicher Medienberichte und Statistiken, nach denen Jungen als Verlierer der Modernisierung und als Bildungsbenachteiligte angesehen werden, veranstaltete das Fritz-Erler-Forum Baden-Württemberg eine Reihe von Gesprächsrunden zum Thema "Das Problem mit den Söhnen - Brauchen wir eine gezielte Förderung für Jungs?". Fünf Expertinnen und Experten diskutierten dabei die Frage, ob es Handlungsbedarf in Sachen Jungenförderung gibt.
Stuttgart - Politikerinnen stellen sich vor
Podiumsdiskussion, 13. Dezember 2007
In dieser Gesprächsreihe werden (weibliche) Wege in die Politik und zwar ganz persönliche, individuelle Wege sichtbar gemacht. Ziel der Veranstaltungen ist es, in Zeiten wachsender Politikverdrossenheit Frauen zu präsentieren, die politisch aktiv sind, um damit anderen (Frauen) Mut zum eigenen Engagement zu machen. Um politisches Interesse zu schüren braucht es Vorbilder und Identifikationsfiguren, die zeigen, wie eigenes „Mitmachen“ funktionieren kann. Was es bedeutet, in verantwortlicher Position Entscheidungen zu treffen, die vielleicht nicht immer bequem sind oder Meinungen und Positionen zu vertreten, die gewiss nicht jedem gefallen, darüber werden Heide Simonis, Gisela Splett und Ariane Zürn berichten.
Mainz - Forum Gleichstellung
Seminarreihe für Frauen im politischen Ehrenamt 2008
Diese Seminarreihe wendet sich speziell an politisch aktive Frauen und Frauen mit Führungsaufgaben. In den einzelnen Seminaren werden geschlechtsspezifische Verhaltensweisen aufgedeckt und analysiert. Darauf aufbauend werden Methodenkompetenzen wie die Präsentation in der Öffentlichkeit, Rhetorik für Führungsfrauen sowie Gesprächsführung und Verhandlungskompetenz trainiert, das „Nein“ im politischen Kontext geübt, der Blick für unterschiedliche Persönlichkeitstypen geschult und das Thema Zeitmanagement aufgegriffen.
GPI Regionalbüro Mainz (Rheinland-Pfalz / Saarland) | Lydia Stengele
Weinstadt-Beutelsbach - Persönliches Marketing. Ein Seminar für Frauen
Seminare, 26./27. Januar 2007 und 14./15. September 2007
Die Kommunalakademie Baden-Württemberg bietet engagierten Menschen die Möglichkeit, sich mit dem notwendigen fachlichen Know-How auszurüsten, um später in haupt- oder ehrenamtlichen Funktionen effektiv und erfolgreich tätig zu sein. Das Angebot der Kommunalakademie umfasst auch Seminare, die ausschließlich für Frauen konzipiert sind. Das Seminarangebot „Persönliches Marketing“ soll helfen, mehr Sicherheit in persönlichen Gesprächen oder im kommunalpolitischen Umfeld zu gewinnen. Es soll außerdem dabei unterstützen, seine persönlichen Kompetenzfelder zu entdecken und weiter zu entwickeln. Denn schließlich gilt: Egal in welcher Situation – entscheidend ist die Wirkung, die wir mit unserem Auftreten und unseren Botschaften bei unserem Gegenüber erzielen.
Einladung / Programm September
Politische Akademie – Fritz-Erler-Forum, Landesbüro Baden-Württemberg | Christine Arbogast
Bonn – Fächer der Geschlechter
Dissertationsprojekt eines FES-Stipendiaten (Graduiertenförderung)
Die Abteilung Studienförderung unterstützt gleichermaßen männliche und weibliche Studierende und Graduierte. Besonders interessant in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist derzeit ein Dissertationsprojekt des FES-Stipendiaten Thomas Kleynen zum Thema: "Fächer der Geschlechter. Zum Zusammenhang von Geschlecht, Habitus und Fächerwahl bei Lehramtstudenten in geschlechtsatypischen Fächern ('Männlichkeit und Kunst')“. Hierbei wird v.a. die in der Forschung bislang ausgesparte, 'männliche Seite' der geschlechtsspezifischen Fächerwahl - exemplarisch an männlichen Kunst-Studenten (Lehramt) - fokussiert und der Aspekt der körperlichen Selbstdarstellung - für das doing gender - beleuchtet.
Ulan Bator / Mongolei - Politische Managementkurse für Kommunalpolitikerinnen
Fortbildungskurse, April, Mai, Oktober 2007
Der Weg zu mehr Gleichstellung der Frauen in der mongolischen Politik ist steinig. Der Frauenanteil im Parlament liegt bei 6,5%. Aber auf der lokalen Ebene sind Frauen in politischen Ämtern weitaus besser vertreten: 15,6% der BezirksgouverneurInnen sind Frauen. In den kommunalen Parlamenten liegt der Frauenanteil bei 26,9%. Die bessere politische Repräsentanz von Frauen auf lokaler Ebene ist Folge des Engagements der Frauenverbände der Mongolischen Revolutionären Volksparte (MRVP, SI-Mitglied), der Mongolischen Demokratischen Partei (MDP) sowie der Zivilcouragepartei, das auch von der FES ab 2000 kontinuierlich gefördert worden ist. Als besonders effektiv haben sich dabei die von der FES unterstützten „Kurse für politisches Management für Frauen“ an der staatlichen Akademie für Management erwiesen. Ein spezielles und ständig aktualisiertes Curriculum vermittelt hier seit 2000 Aktivistinnen politisches, wirtschaftliches und administratives Grundlagenwissen. In diesem Jahr werden etwa 90 Frauen der MRVP und der anderen Parteien diesen Kurs absolvieren.
Hamburg - BildungsForum „Schule mit Zukunft für Mädchen und Jungen“
Tagung, 8. November 2006
Jungen haben heute in der Schule zum Teil deutlich weniger Erfolge als Mädchen. Zwei Drittel aller Schulabbrecher und drei Viertel der Sonderschüler sind Jungen. Das Sozialverhalten in der Klasse fordert Pädagogen stetig heraus. Auch erhalten Jungen häufig schlechtere Noten und bleiben öfter sitzen. „Das bildungspolitische Sorgenkind ist also längst nicht mehr das Mädchen aus konservativer, ländlicher Familie, sondern der Großstadtjunge mit Migrationshintergrund oder aus bildungsfernen, sozial schwächeren Familien“, so der Befund des amtierenden Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave. Auf dem BildungsForum wurden neue Ansätze diskutiert, wie man in Gesellschaft und Schule eine geschlechtergerechte Förderung von Jungen und Mädchen einleiten kann.


