Das Online-Portal der FES zum Thema Frauen - Männer - Gender / Gewalt und Konflikt

Frauen - Männer - Gender: Gewalt und Konflikt

Frieden und ein Leben frei von Gewalt sind individuelle und gesellschaftliche Ideale von Frauen und Männern gleichermaßen. Das deutsche Grundgesetz verweist schon im Artikel 1 auf die Unverletzlichkeit und Unveräußerlichkeit der Menschenrechte und sichert jedem – unabhängig von seinem Geschlecht – das Recht auf Leben, Freiheit und körperliche Unversehrtheit zu. Doch auch in demokratisch gefestigten Gesellschaften wie Deutschland sind Frauen und Kinder Gewalt am häufigsten in der eigenen familiären und häuslichen Umgebung ausgesetzt. Hierzulande erfahren rund 25% aller Frauen körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihre Beziehungspartner.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung trägt mit Studien, Dokumentationen und Veranstaltungen zur Aufklärung über die häusliche Gewalt und über mögliche Gegenstrategien bei. Dabei geht es sowohl um Ursachen und Folgen geschlechtsspezifischer Gewalt als auch um konkrete Projekte zur Konfliktvermeidung im Rahmen von Gewaltpräventionstrainings.

Die rohe Gewalt in bewaffneten Konflikten und Kriegen trifft Männer wie Frauen. Doch sind es in erster Linie Frauen und Kinder, die Opfer systematischer Gewaltanwendungen wie Vergewaltigungen und erzwungene Prostitution werden. Inwiefern Frauen eine wirksame Rolle in der Konfliktbehandlung und Krisenprävention spielen können, hängt von den Rahmenbedingungen ab. Wenn Frauen in der Gesellschaft marginalisiert werden, verfügen sie nicht über die notwendige Durchsetzungskraft, um eine Frieden sichernde Politik mitzugestalten. "Empowerment" der Frauen ist also eine notwendige Bedingung, um Frauen stärker in die zivile Konfliktbearbeitung einzubinden und an politischen Entscheidungsprozessen zu beteiligen.

Vor diesem Hintergrund unterstützt die Friedrich-Ebert-Stiftung insbesondere in ihren Projekten in Konfliktregionen Frauen dabei, sich zu organisieren und ihre Interessen wirksam zu vertreten. Gleichzeitig versucht die FES, politische Akteure für die Berücksichtigung von Gender-Aspekten in der Konfliktbearbeitung zu sensibilisieren.

 

Kontakt: Christine Arbogast | Catrina Schläger

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Berlin – Das ewige Tabu? Sexualisierte Gewalt gegen Frauen im Kontext von Flucht und Vertreibung
Konferenz, 10. August 2006

Foto zeigt Frau mit Verletzungen auf dem RückenSexualisierte Gewalt gegen Frauen ist in allen kriegerischen Auseinandersetzungen bittere Realität. Bei der öffentlichen Aufarbeitung stößt dieses Thema bis heute auf vielfältige Widerstände. Wie diese Ängste und Widerstände in der öffentlichen Debattex überwunden werden können, analysierte das Forum Politik und Gesellschaft in Kooperation mit der Frauenrechtsorganisation medica mondiale im August 2006 auf einer Konferenz. Über 400 TeilnehmerInnen folgten der Einladung und zeigten damit, „dass ein dringender Wunsch nach öffentlicher Aufarbeitung des Themas besteht“, so Monika Hauser, Gründerin und Geschäftsführerin von medica monidale. Auch die ReferentInnen appellierten vor dem Hintergrund von Forschungsergebnissen und persönlichen Beratungserfahrungen, die Schaffung einer Erinnerungskultur, die sowohl die Erfahrungen der Männer als auch der Frauen umfasst, als gesellschaftliche Aufgabe ernst zu nehmen.

 

Einladung
Veranstaltungsbericht
Thematische Einführung von Monika Hauser
Kurzbiographien der ReferentInnen

Dialog Ostdeutschland – Forum Politik und Gesellschaft | Alina Fuchs

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Berlin – Häusliche Gewalt gegen Migrantinnen
Konferenz, 22. Februar 2006

Bild zeigt Podiumsgäste der Konferenz: v.l.n.r. Ebertowska, Piening, Ünsal, Tank, AhlersEhrenmorde und Zwangsheirat – diese extremen Formen von häuslicher Gewalt beschäftigen seit geraumer Zeit die Medien und werden nicht selten als Argument gegen Einwanderung genannt. Jenseits der Debatten um Kopftuchverbot, Ehrenmord und Zwangsverheiratung stand bei der Konferenz die häusliche Gewalt gegen Migrantinnen im Fokus der Diskussion. Die Zunahme des weiblichen Anteils in der ausländischen Bevölkerung Deutschlands stellt die Familienpolitik sowie die Migrationspolitik vor neue Aufgaben. So ist häusliche Gewalt gegen Frauen auch in Migrantenfamilien ein weit verbreitetes Problem.

Die besondere Situation von Migrantinnen im Zusammenhang mit häuslichen Gewalterfahrungen wurde jedoch bislang trotz ihrer überproportional hohen Inanspruchnahme der Frauenhäuser und Zufluchtseinrichtungen nur in Ansätzen adäquat berücksichtigt. Auf der Konferenz, an der 350 Interessierte teilnahmen, wurden die Ergebnisse von aktuellen Studien vorstellt und Ansätze zu deren Überwindung diskutiert.

 

Einladung
Veranstaltungsbericht
Tagungsdokumentation

Dialog Ostdeutschland/Forum Politik und Gesellschaft | Anne Seyfferth

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Zentralamerika – Bekämpfung innerfamiliärer Gewalt
Studie, Politicas Municipales de Seguridad Ciudadana y Violencia Intrafamiliar

Öffentliche Gewalt in einer Dimensionen wie man sie in Zentralamerika erfährt setzt das staatliche Gewaltmonopol und den Rechtsstaat außer Kraft. Die organisierte Kriminalität, aber auch deren Bekämpfung mit einer „Politik der harten Hand“ der politischen Rechten verletzen zentrale Menschen- und Bürgerrechte und gefährden ihrerseits die Demokratie. Die FES sieht daher ihre Aufgabe in der Beratung ihrer Partner in staatlichen Stellen, Parteien und der Zivilgesellschaft bei der Entwicklung und Implementierung eines progressiven Politikansatzes zur öffentlichen Sicherheit. Als Resultat dieser Beratungsarbeit hat die Linke damit begonnen, sowohl auf nationaler Ebene (Costa Rica) als auch auf kommunaler Ebene (El Salvador) eine eigene, progressive und integrale Sicherheitspolitik umzusetzen, die auch die Dimension der innerfamiliären Gewalt umfasst. Zu diesem Thema, Bekämpfung innerfamiliärer Gewalt - insbesondere gegen Frauen, hat die FES im letzten Jahr zudem eine Expertenstudie in Auftrag gegeben, deren Anregungen in ihre Beratungskonzepte miteingeflossen sind.

 

Studie

Internationale Entwicklungszusammenarbeit, Lateinamerika & Karibik | Jana Zitzler

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Berlin – Business gegen häusliche Gewalt
Tagung, 23. November 2007

Häusliche Gewalt gegen Frauen stellt noch immer die häufigste Form von Gewalt gegen Frauen und Kinder dar. In Großbritannien haben verschiedene Unternehmen eine „Workplace Policy“ gegen häusliche Gewalt umgesetzt: Sie haben sich dazu verpflichtet, sich öffentlich und vor allem im eigenen Unternehmen gegen häusliche Gewalt auszusprechen. Betroffene Mitarbeiterinnen erhalten Beratung und Hilfe. Vorreiter einer solchen „Workplace Policy“ ist das Unternehmen THE BODY SHOP. Mit einer Kampagne ruft TERRE DES FEMMES auch deutsche Unternehmen zu einer Allianz gegen häusliche Gewalt auf.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung und TERRE DES FEMMES laden im Vorfeld zum internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ zu einer Tagung ein, die über diese Workplace Policy informiert sowie Raum gibt zur Diskussion über Chancen und Barrieren der Einführung einer solchen Selbstverpflichtung. Sie richtet sich insbesondere an interessierte Vertreter/innen aus Unternehmen. Eingeladen sind aber ebenso Engagierte aus Politik, Verwaltung, Nichtregierungsorganisationen, Medien und der Öffentlichkeit.

 

Programmentwurf

Dialog Ostdeutschland/Forum Politik und Gesellschaft | Anne Seyfferth

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Indonesia – Gender sensitive conflict transformation in Aceh
Trainingsprogramm

For almost thirty years Aceh was trapped in armed conflict between the Free Aceh Movement (GAM) and the Indonesian Military. Women were suffer the most and were to be found as the major victim of violence and discrimination, both during the conflict and post-conflict. But at the same time they are also to be found as survivor. As combatants they took part in the front line. When the peace agreement was signed by the conflicting parties, it brings a new hope for security and stability in Aceh.

The Friedrich-Ebert-Stiftung supports the women of Aceh in reintegration and stabilization of peace in Aceh. A series of grassroot capacity building training on the promotion of democracy and political participation of women are organized among others in collaboration with the Liga Inong Aceh (LINA). The trainings aim to provide and to improve knowledge to civil society in constructing political transformation process as well socio-economic development in the area, to improve women participation within the process and development. Female excombatants, victims of conflict, wives of exfighters, female activists took part in the training.

 

Internationale Entwicklungszusammenarbeit, Asien, The Regional Gender Program Southeast Asia of FES Indonesia | Erwin Schweisshelm und | Rina Julvianty

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Magdeburg – „Das kommt in den besten Familien vor“ - Häusliche Gewalt im Alltag
Tagung, 9. Juni 2007

Im sozialen Nahraum, d.h. in der familiären und häuslichen Umgebung – wo man Schutz und Sicherheit vermutet – ist die Gefahr für Frauen und ihre Kinder am höchsten, Opfer von Gewalt zu werden. Untersuchungen zeigen, dass jede vierte Frau in Deutschland Gewalt durch ihren Partner erfährt.

Die Gewalttaten beeinträchtigen nicht nur die körperliche Unversehrtheit, sondern auch die Identität, das soziale Umfeld und die berufliche Existenz der Frauen. Viele dieser Frauen würden gern aus ihrer Beziehung fliehen, aber wissen nicht wie! Zu einem solchen Schritt gehören Mut, Kraft und das Wissen um die eigenen Rechte und Möglichkeiten. Insbesondere braucht es aber professionelle Unterstützung, denn häusliche Gewalt ist keine Privatangelegenheit.

  • Wie kann Opfern häuslicher Gewalt in Sachsen-Anhalt geholfen werden?
  • Wie erleben Kinder der Opfer die Gewalt und welche Zuwendung benötigen sie?
  • Wie kann Tätern ein konfliktfreier Umgang mit ihren Familien vermittelt werden?
  • Welche präventiven Maßnahmen werden in Sachsen-Anhalt ergriffen, um häusliche Gewalt zu verhindern?

 

Einladung

Landesbüro Sachsen-Anhalt | Ringo Wagner

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Guatemala – Femizid: Dramatischer Anstieg der Frauenmorde
Publikation Oktober 2007

Guatemala gehört zu den Ländern, die in der weltweiten Femizidstatistik einen Spitzenplatz einnehmen. So wurde 2006 der traurige Rekord von 572 Tötungsdelikten an Frauen erreicht, was einen weiteren Anstieg um 10,2 % gegenüber 2005 bedeutet. Mit dem Begriff “Femizid” wird die massenhafte und gezielte Tötung von Frauen beschrieben, die häufig mit staatlicher Duldung oder gar Förderung verbunden ist. In vielen Fällen werden die Opfer vor ihrer Ermordung vergewaltigt und brutal misshandelt. Entscheidende Ursache dieser spezifischen Gewaltverbrechen an Frauen ist die in der Gesellschaft stark verwurzelte patriarchale Macho-Kultur - im Zusammenspiel mit einer allgemeinen Kultur der Gewalt und weitgehender Straflosigkeit.

Die staatlichen Organe bieten weder Schutz noch eine Gewähr zur Aufklärung und Strafverfolgung. So haben die Behörden Angaben von Amnesty International zu Folge bislang nicht einmal zehn Prozent der Fälle untersucht. Im Gegenteil mehren sich die Informationen, dass Polizei und Militär Teile des Täterkreises sind. In einigen Fällen konnte ihnen eine Beteiligung an Vergewaltigungen und Folterungen sogar nachgewiesen werden.

 

Publikation

Internationale Entwicklungszusammenarbeit, Lateinamerika & Karibik, FES Guatemala | Helmut Kurth

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Israel – Gender und Krieg: Die Darstellung von Frauen im Libanonkrieg 2006
Publikation, “Jewish mother, and only a Jewish mother: A feminist overview on the coverage of the 2007 War in Lebanon in the Israeli”

"Ich habe ihm eine SMS geschrieben, dass ich ihn liebe und dass ich nicht weiß, was ich tun soll," sagte die Verlobte eines Soldaten während des Libanonkriegs 2006. Ausschnitt aus israelischen Abendnachrichten, Kanal 10Unter dem Titel "A Jewish Mother and only a Jewish Mother - a Feminist Review of Coverage of the 2006 War in Lebanon in the Israeli Media" veröffentlicht die FES Israel eine Studie, die von Dr. Hagar Lahav im Auftrag der israelischen NGO Keshev verfasst wurde. Mit anschaulichen Beispielen zeichnet die Autorin das Bild von Frauen in den israelischen Medien während des Zweiten Libanonkriegs nach. Die Medienanalyse zeigt, dass Frauen im zweiten Libanonkrieg fast ausschließlich als Opfer dargestellt wurden, entweder als Mütter von Soldaten oder als vor dem Raketenbeschuss Flüchtende im eigenen Land. Die Studie, die erste zu diesem Thema in Israel, ist ein wegweisender Beitrag zur Förderung von Gendersensibilität in den Medien. Die Autorin ist Leiterin des Journalistenprogramms am Sapir Academic College.

 

Abstract der Publikation

Internationale Entwicklungszusammenarbeit, Naher/Mittlerer Osten und Nordafrika, FES Israel | Hermann Bünz

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FES Dialogue on Conflict and Peace Building in Eastern Africa
Konferenz, Tansania, 2.-4. Oktober 2006
Studie, Uganda, 2006

Different types of violent conflict have manifested themselves and are persisting in the Eastern Africa sub-region region. The regional and national responses to ameliorate these conflicts have been varied. Initiatives that have been undertaken and continue to be pursued in order to resolve these conflicts and establish lasting peace are an important pre-condition for sustainable development in.

FES offices in Eastern Africa initiated already in 2005 an interregional dialogue on conflict and peace building. The first conference focussed explicitly on the role of women in conflict resolution and how to ascertain the gender dimensions of conflict and to develop strategies for sustainable peace in Eastern Africa. During the 2006 follow up conference, participants discussed with the Gender Advisor at the International Criminal Tribunal for Rwanda the importance of engendering approaches to conflict resolution and peace building and analysed the strengths and limitations of the approaches used so far.

 

Programm
Veranstaltungsbericht
Studie

Internationale Entwicklungszusammenarbeit, Afrika FES Uganda und Internationale Entwicklungszusammenarbeit, Afrika FES Tansania | Jürgen Peters

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Opfer, selbst als Täter- Frauen im kolumbianischen Konflikt
Workshop, Kolumbien

Foto zeigt vermummte Kolumbianierin mit Gewehr (copyright: AFP)„Jede von uns hat das Recht, ihre Gefühle, ihre Trauer auszudrücken, ob nun in Tränen oder Schweigen. Beides reflektiert das, was wir fühlen: Von Rachegedanken bis Ohnmacht, hervorgerufen durch die Abwesenheit eines Warum, einer Erklärung für das Geschehene“, fasste eine Teilnehmerin des Workshops der FES – Kolumbien (FESCOL) in Sincelejo, Sucre, zur Situation der Opfer in Kolumbien zusammen. Das Seminar ist Teil eines FESCOl-GTZ-Programmes zur Unterstützung der kolumbianischen Kommission zur Wiedergutmachung und Versöhnung.

Im seit Jahrzehnten andauernden kolumbianischen Konflikt sind über 90% der überlebenden Opfer Frauen und Kinder. Diese sehen sich nicht nur mit der eigenen Situation als Opfer konfrontiert, sondern befinden sich in einem komplexen Spannungsfeld, welches Vielen den Zugang zur Justiz erheblich erschwert. Doch Frauen in Kolumbien sind nicht nur Opfer, sondern oft als Mitglieder illegaler bewaffneter Gruppen auch Täter. Der Status als Täter oder Demobilisierte, und damit verbunden der Zugang zu bestimmten staatlichen Leistungen, wird ihnen gelegentlich verweigert, weil der Begriff Täter im allgemeinen männlich belegt ist. Problemlagen zwischen weiblichen Opfern und Tätern sind jedoch ähnlich: beide sind Überlebende des Konfliktes, viele wurden sexuell missbraucht, müssen in den meisten Fällen ihre Familien selbst versorgen, finden kaum Zugang zur Justiz, als Opfer um Wiedergutmachung zu fordern und als Täter um Zugang zu den staatlichen Demobilisierungsprogrammen zu finden, und werden von der Gesellschaft stigmatisiert.

 

Internationale Entwicklungszusammenarbeit, Lateinamerika und Karibik, FES Kolumbien | Hans Blumenthal

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Ukraine – gemeinsam mit NGOs gegen Sexismus
Charkiv/ Ukraine: Rundtischgespräche am 5. April 2007

Logo der Kampagne "Stop Sexism"Ein neuer Bereicherungskapitalismus in einem Umfeld oft sexistischer postsowjetischer Geschlechterklischees hält Einzug in die ukrainische Wirtschaftswelt. Teile der ukrainischen Wirtschaft verleitet dies zu ungehemmter Verwertung entsprechender Frauendarstellungen in der Werbung. Gesellschaftlicher Protest bleibt aus, der rechtliche Rahmen ist noch unklar und die mediale Selbstkontrolle nicht entwickelt. Weder Öffentlichkeit noch Wirtschaft sind bisher ansatzweise dafür sensibilisiert, dass derartige Werbebotschaften sich verhängnisvoll auf die Geschlechtersozialisation bis hin zur gesellschaftlichen Akzeptanz von Verrohung und sexueller Gewalt auswirken können. Um auf dem eingeschlagenen pro-europäischen Weg zu bestehen, muss sich die Ukraine auch auf diesem Feld verändern, das heißt, von überholten Geschlechterklischees lösen.

Die FES - Kiew unterstützt diesen Prozess durch Aufklärung und Dialog. Auf einer Tagung im ostukrainischen Charkiv wurde das Problemfeld „Sexismus in und durch Medien“ öffentlich diskutiert. Auch Gäste aus Belarus waren dazu eingeladen. Die FES Partnerorganisation KRONA präsentierte ihre Ausstellung „STOP SEXISM“, damit Sexismus in der Werbung und Gewalt im Geschlechterverhältnis nicht mehr toleriert werden.

 

Programm

Internationaler Dialog, Mittel- und Osteuropa, FES Kiew | Stefan Chrobot

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Berlin – Männliche Sozialisation und Gewalt – Geschlechtsbewusste Arbeit mit Jungen: Kita, Schule, Jugendhilfe, Familie, Sport
Tagung in Berlin, 29.-30. August 2006

Ansteigende Opfer- und Täterzahlen bei männlichen Jugendlichen machen deutlich, dass die Toleranzschwelle gegenüber Gewalt sinkt. Auf einer mit der Landeskommission Berlin gegen Gewalt durchgeführten Tagung ist das Thema „Männliche Gewalt und Sozialisation“ vertieft worden. Ziel war es, grundlegende Aspekte für eine geschlechtsbewusste Arbeit mit Jungen in den unterschiedlichen Sozialisationsinstanzen zu erörtern, die dazu beitragen können, dem Gewaltverhalten von Jungen und männlichen Jugendlichen vorzubeugen.

In Arbeitsgruppen haben Vertreter/innen aus Kitas, Schulen, Jugendhilfe, Familienarbeit und -beratung sowie Sportverbänden konzeptionelle Eckpunkte für eine geschlechtsbewusste Arbeit mit Jungen in den wichtigsten Sozialisationsbereichen entwickelt. Die Ergebnisse sind in ein Berliner Handlungskonzept für die Bereiche Kita, Schule, Jugendhilfe, Familie und Sport eingeflossen.

 

Einladung
Veranstaltungsbericht

Dialog Ostdeutschland/Forum Politik und Gesellschaft | Anne Seyfferth

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Thailand – Gender-sensible Konfliktbearbeitung
1. Women, Dialogue and Conflict Management Workshop: Songkhla province, 13-15 July 2007
2. Impact of Southern Violence on Women: Women’s Participation in Peace-building Seminar: Pattani province, 25-26 April 2007

Kruse Mosque, a key symbol of Malayu Muslim in southern Thailand Die Situation von Frauen in den Konfliktgegenden im südlichen Thailand – in der die Mehrheit der Bevölkerung muslimisch ist – ist der Situation in den Konfliktgebieten anderer Länder ähnlich: Frauen sind in unterschiedlichem Ausmaß von Gewalt betroffen und sie sind zugleich vom Entscheidungsprozess ausgeschlossen. Kurz gesagt: die meisten Policy-Empfehlungen und politischen Maßnahmen sind gender-blind.

Konflikt-Transformation ist eines der neuen Arbeitsfelder der FES in Thailand. Dabei sind seit dem Start des Programms 2004 das Potenzial und die Rechte von Frauen besonders betont worden. Eine von der FES in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass Frauen in den Konfliktgebieten schwer an familiären Bürden zu tragen haben – ökonomisch und sozial. Zugleich besitzen sie aber ein großes Potenzial um die psycho-sozialen Auswirkungen bei den Gewaltopfern zu mildern und das immer größer werdende Misstrauen zwischen den zwei unterschiedlichen Religionen – Muslimen und Buddhisten – zu überbrücken. Nichtsdestotrotz sind sie bisher von den politischen Entscheidungsträgern übersehen worden. Aus diesem Grund hat die FES Aktivitäten organisiert, durch die die Kapazitäten und das Networking-Potenzial der Frauen genutzt und ihre Sichtbarkeit und ihr Mitspracherecht gesteigert werden können.

 

Veranstaltungsbericht 1
Veranstaltungsbericht 2

Internationale Entwicklungszusammenarbeit, Asien, FES Bangkok | Ms. Preeda Srisawat

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Mazedonien – Rechtsberatung und politische Bildung für Frauen
Seminare, ganzjährig, Gemeinden im Westen Makedoniens

Im eher ländlichen Nord-Westen Mazedoniens herrschen häufig noch traditionelle, patriarchalische Gesellschafts- und Familienstrukturen. Häusliche Gewalt ist neben der allgemeinen Diskriminierung von Frauen ein Problem, dem sich die FES dort in Kooperation mit einer Partnerorganisation angenommen hat. Juristinnen und Sozialarbeiterinnen beraten die Frauen und moderieren einen Erfahrungsaustausch. Neben den beschriebenen Phänomenen gibt es aber auch Konflikte zwischen den Angehörigen verschiedener ethnischer Gruppen, die oft Dorf an Dorf leben oder wo die Trennungslinien mitten durch eine Gemeinde gehen.

Deshalb integrieren die Seminare bewusst Frauen mit unterschiedlichem ethnischen Hintergrund und zielen auf deren Erfahrungsaustausch und Vernetzung. Der abgeschirmte Rahmen der Seminare unter ausschließlich weiblicher Teilnahme führt zu sehr offenen Debatten über die Probleme und Rechte von Frauen. Es zeigte sich, dass sich diese Frauen sich der politischen Entwicklungen im Lande durchaus bewusst sind und großes Interesse an der Teilnahme und Teilhabe am demokratischen Prozess vorhanden ist. Ihre Fähigkeiten, sich selbst zu organisieren und aktiv zu werden, müssen freilich noch weiter gefördert werden.

 

Internationaler Dialog, Mittel- und Osteuropa, FES Mazedonien | Stefan Dehnert

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Berlin – SCHLAGwort Integration – Junge Zuwanderer und Gewalt in Berlin
Tagung, 27. August 2007

Foto zeigt Podiumsgäste der Veranstaltung (6 Personen sitzen vor der Stellwand zur Veranstaltung)Junge, männliche Personen mit Migrationshintergrund werden - nicht nur - in Berlin überproportional häufig von der Polizei im Bereich der Gewaltdelikte registriert. Sie stellen den größten Teil der bei der Berliner Staatsanwaltschaft registrierten Intensivtäter.

Die Tagung hat vormittags die wichtigsten Ergebnisse der von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt 2005 ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe „Gewalt von Jungen, männlichen Jugendlichen und jungen Männern mit Migrationshintergrund in Berlin“ vorgestellt. Nachmittags stand die Diskussion über die Konsequenzen, die die Politik und die Organisationen der Migrant/innen in Berlin aus den Empfehlungen der Arbeitsgruppe ziehen, im Vordergrund. Staatssekretäre/innen der Berliner Senatsverwaltungen und Vertreter/innen von Berliner Migrantenorganisationen waren eingeladen, Position zu beziehen und miteinander zu debattieren, wie Gewaltprävention in Berlin im Rahmen einer zukunftsorientierten Integrationspolitik zu gestalten ist und damit Vorbild auch für andere Städte sein kann.

 

Flyer
Bericht

Dialog Ostdeutschland/Forum Politik und Gesellschaft | Anne Seyfferth

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Erfurt – Was lasse ich mir gefallen? Konfliktmanagement im Umgang mit Mobbing – speziell für Frauen
Seminar, 17.-18. November 2007

Wer sieht Konflikte als Chance im Leben? Oft sind es Frauen, die sich zu viel gefallen lassen, ihre Aussagen abmildern oder in Konfliktsituationen schweigen. In diesem Seminar geht es darum, sich auf Konflikte einzulassen, den eigenen Umgang mit Kränkungen auch kritisch zu betrachten und Ansätze der Arbeit an sich selbst zu finden. Dabei wird in der Zuspitzung eines beruflichen Konflikts das Tabuthema Mobbing in vielen Facetten beleuchtet.

 

Flyer


Dialog Ostdeutschland – Landesbüro Thüringen | Michael Schultheiß

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Mexiko – Militär und Gewalt gegen Frauen
Round-Table-Gespräch, Mexiko-Stadt, 28.6.2007

Infolge der fortschreitenden Militarisierung mexikanischer Politik kam es in der Vergangenheit wiederholt zu sexuellen Übergriffen von Militärs. Eine Anklage und Verurteilung der Schuldigen erfolgte in einer Vielzahl der Fälle bisher jedoch nicht. Ursache dafür ist insbesondere der politische Einfluss, den das Militär im mexikanischen Staat ausübt. In den Medien werden derartige Vorfälle ebenfalls nicht bzw. nur ansatzweise thematisiert. Im Rahmen ihrer Arbeit über die Demokratisierung der Medien organisiert das FES-Büro in Mexiko bereits seit mehreren Jahren Round-Table-Gespräche zu Medien und Gender, um Medienvertreter für Genderfragen zu sensibilisieren.

Ende Juni 2007 veranstaltete das Büro in diesem Kontext eine Diskussionsrunde unter dem Titel „Militarisierung und Gerechtigkeit: Gewaltverbrechen von Angehörigen des Militärs gegen Frauen“. Hierbei wurde die Rolle erörtert, die das Militär heute im mexikanischen Staat spielt, sowie über die Menschenrechtsverletzungen von Militärangehörigen gegenüber Frauen informiert.

 

Internationale Entwicklungszusammenarbeit, Lateinamerika & Karibik, FES Mexiko | Svenja Blanke

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Erfurt, Nordhausen – Kompetenztrainings zur gewaltfreien Konfliktlösung unter Berücksichtigung von rollenspezifischem Verhalten
Als Lehrer allein gelassen? Umgang mit Gewalt und Konflikten an der Schule - Seminar in Erfurt, 8.-9. Oktober 2007
Konflikte selbst lösen! Eine Einführung in das Schüler-Schlichter-Modell - Seminar, 14. September 2007

Das Landesbüro Thüringen bietet Kompetenztrainings an, bei denen zielgruppenspezifische Ansätze in der Gewaltprävention verfolgt werden. Beim „Schüler-Schlichter-Modell“ geht es darum, Methoden der Mediation zwischen Schülerinnen und Schülern zu etablieren und so eine gewaltfreie Kommunikation zu ermöglichen. Schule gewinnt an Qualität für alle Beteiligten, wenn SchülerInnen in der Lage sind, Streitigkeiten gewaltfrei und eigenverantwortlich zu lösen. Es ist eine Entscheidung für die Zukunft: SchülerInnen erwerben wichtige soziale Kompetenzen und die Lern- und Lehrbedingungen verbessern sich allmählich.

„Als LehrerIn allein gelassen“ bietet den SeminarteilnehmerInnen konkrete Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Konflikten im schulischen Umfeld, z.B. zwischen LehrerInnen und SchülerInnen aber auch zwischen Eltern und der Schulleitung.

 

Flyer
Einladung

Dialog Ostdeutschland – Landesbüro Thüringen | Michael Schultheiß

| Severin Schmidt

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Engendering Peace – How the Peacebuilding Commission can live up to UN Security Council Resolution 1325
Publikation, FES Briefing Paper June 2006

In 2005, UN General Assembly and the UN Security Council adopted resolutions for the creation of a new Peacebuilding Commission. The new body will serve as a subsidiary organ of the General Assembly and will “marshal resources at the disposal of the international community to advise and propose integrated strategies for post-conflict recovery.”

Resolution 1325 highlights the importance of including women in peace building, peacemaking and peacekeeping. The nascency of the Peace Building Commission allows to integrate a gender perspective into the design and work of the commission right from the constituting phase. The author makes the case for linking the Commission to ongoing work addressing issues affecting women’s peace and security at local, regional and international levels.

The author of the Briefing Paper, Ms. Thelma Ekiyor, is Head of the Department for Conflict Intervention and Peacebuilding Support at the University of Capetown’s Centre for Conflict Resolution in South Africa and wrote the briefing paper for the FES project Dialogue on Globalization.


Briefing Paper

Internationale Entwicklungszusammenarbeit, Entwicklungspolitik, Dialogue on Globalization | Marc Saxer

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Eisenach – „Verraten, verkauft, belogen, verloren...“ Frauen und Mädchen in der rechtsextremen Szene
Seminar, 23.-24. April 2007

Frauen und Mädchen wirken nicht nur in der NPD, sondern auf verschiedenen Ebenen des rechtsextremen Spektrums und sie sind in den unterschiedlichen Strömungen der rechten Szene aktiv: vom rechtskonservativen Lager bis hin zur militanten Neonazi-Szene. Sie agieren ganz selbstverständlich auf der Straße, im Parlament, in Parteien und in subkulturellen Vorfeldorganisationen des rechten Milieus. In Thüringen sind junge Frauen im so genannten „Mädelring“ (MRT), der „Aktiven Frauen Fraktion“ (AFF) und dem „Jugend Mädel Bund“ aktiv. Es stellt sich die Frage, was an rechtsextremem Gedankengut für Frauen und Mädchen attraktiv ist.

Welche Hintergründe haben sie und welche Ziele verfolgen sie? Was suchen und finden sie in extremen Gruppierungen? Nach einem Einblick in die derzeitige Situation unterschiedlicher Gruppierungen und Parteien der rechten Szene und der Rolle von Frauen, wurde in dem Seminar diskutiert, wie rechtsextremen Tendenzen begegnet werden kann – insbesondere bezogen auf Mädchen und junge Frauen.

 

Programm
Dialog Ostdeutschland – Landesbüro Thüringen | Severin Schmidt

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