Seitentitel: FES international - Globale Politik und Entwicklung.
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Asiatische Näherin bei der Arbeit an einer Nähmaschine

Veranstaltungen zum Thema

Arbeits- und Menschenrechte als freiwillige Selbstverpflichtung?
Potentiale und Grenzen von Corporate Social Responsibility

Öffentl. Diskussionsveranstaltung
3. Februar 2011 in der TU Berlin

Aus Anlass der 2. Verleihung des Bürgerfilmpreises Sukuma Millennium Award wird am Beispiel der Textilindustrie deutlich gemacht, welche Potentiale - aber auch Grenzen - Corporate Social Responsibility birgt.

Programm öffnen

 

Öffentliche Podiumsdiskussionen in Kooperation mit der Clean Clothes Campaign fanden statt am

2. November 2010 in Bonn

3. November 2010 in Stuttgart

4. November 2010 in München

8. November 2010 in Leipzig

10. November 2010 in Berlin

11. November 2010 in Hamburg

 

Alle kommenden Veranstaltungen der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema Globalisierung finden Sie hier

Presseecho

Kontrolle ist besser
(Junge Welt vom 12.11.2010)

 

Marktcheck:
Lidls schmutzige Wäsche

(SWR vom 18.11.2010)

 

Mode: Textilien - über saubere Sachen und Sauereien
(detektor.fm vom 18.11.2010)

 

Ausgebeutet
(RTL vom 12.11.2010)

 

Der Kampf der Näherinnen aus Bangladesch
(Hamburger Abendbl. 13.11.2010)

 

Schuften für 35 Euro Monatslohn: Näherinnen aus Indien berichten
(Die Welt vom 12.11.2010)

 

Mode vom Discounter: Nähen für jeden Preis
(Stuttgarter Nachr. vom 12.11.2010)

 

Textilienangebot der Discounter - Geiz ist grausam
(Süddeutsche Zeitung vom 9.11.2010)

 

Faire Kleidung - Die Clean Clothes Campaign
(BR online vom 4.11.2010)

 

Made in Bangladesh: Billige Kleidung hat einen hohen Preis
(evangelisch.de vom 4.11.2010)

 

Lidl-Näherinnen: unterbezahlt und überarbeitet
(inFranken.de vom 4.11.2010)

Mehr zum Thema lesen

Proteste in Bangladesh und Debatte über soziale Standards nach Brandkatastrophe
(ver.di Publik vom Juli 2010)

 

Der Aufstand der Näherinnen
(Süddeutsche Zeitung vom 2.7.10)

 

Asiaten gehen gegen Hungerlöhne auf die Straße
(Financial Times Deutschland vom 7.7.10)

 

Am seidenen Faden
(Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10.7.2010)

Publikationen

In vielen der Länder, in denen die Friedrich-Ebert-Stiftung vertreten ist, insbesondere in Asien, arbeitet die FES zum Textilsektor und mit TextilgewerkschafterInnnen.

Alle FES-Publikationen zum Textilsektor finden Sie hier.

Kontakt

Cäcilie Schildberg

Tel. ++49 (0)30/269 35-7461
Mail Caecilie.Schildberg[at]fes.de

 

Hinweis:
Bitte ersetzen Sie bei allen e-mail Adressen [at] durch @ in Ihrem e-mail Programm.

Unwürdige Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie

Verletzungen von Arbeits- und Sozialstandards sind in vielen Ländern an der Tagesordnung. Davon berichtet der alljährliche Bericht des Internationalen Gewerkschaftsbunds. Insbesondere in der Textilindustrie Asiens sind Arbeitnehmer – die meisten davon junge Frauen – gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen und Armutslöhnen fast schutzlos ausgeliefert.

Auf diesen Zustand möchten die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Kampagne für saubere Kleidung (CCC) mit einer deutschlandweiten Veranstaltungsreihe aufmerksam machen. Am Beispiel Bangladeschs möchten wir Einblick in die meist menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen der globalisierten Textilindustrie geben und die Frage diskutieren, wie Unternehmen verbindlich dazu verpflichtet werden können, das internationale Arbeitsrecht einzuhalten.

Eine Vertreterin der Textilarbeitergewerkschaft Bangladeschs, eine Näherin eines Zulieferbetriebs eines deutschen Discounters und ein bengalischer NGO-Vertreter werden über die Zustände in den Fabriken und die massive Einschränkung der Gewerkschaftsbewegung in ihrem Heimatland berichten.

Auch die Notwendigkeit eines länderübergreifenden Grundlohns wird bei diesen Veranstaltungen angesprochen werden. Denn im innerasiatischen Wettkampf um Arbeitsplätze können Unternehmen immer damit drohen, bei stärkerer Regulierung und höheren Löhnen in einem Land, in das nächste, billigere Land abzuwandern. Auf der Strecke bleiben damit, die Rechte der Menschen, die ihren Lebensunterhalt in den Textilfabriken verdienen müssen, denn entweder sie arbeiten zu unwürdigen Bedingungen oder aber sie haben gar keine Arbeit.

Veranstaltungen mit unseren Gästen finden in Bonn, Stuttgart, München, Leipzig, Berlin und Hamburg statt. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Die Gäste

v.l.n.r.: Rita Tambunan (TURC, Indonesien), Khorshed Alam, Yessmin Begum, Arifa Akter (Bangladesch); Foto: Kampagne für saubere Kleidung (CCC)

v.l.n.r.: Rita Tambunan (TURC, Indonesien), Khorshed Alam, Yessmin und Arifa (Bangladesh)

weitere Fotos der Veranstaltungsreihe auf der Website der CCC

Arifa, die bei der bangladeschischen Textilgewerkschaft National Garment Workers Federation (NGWF) arbeitet. Sie hat selbst lange Jahre als Näherin in einer Fabrik gearbeitet und dort einen Betriebsrat gründet.

Jessmin, die bei einem Zulieferer von Lidl in Bangladesch gearbeitet hat. Sie ist eine erfahrene Näherin. Als ihre Fabrik von einem auf den anderen Tag vom Fabrikbesitzer geschlossen wurde, kämpfte sie mit Unterstützung der NGWF um ausstehende Löhne und Entschädigungen für die ArbeiterInnen. Ihre Ausbildung musste sie abbrechen, um ihre Familie finanziell zu unterstützen.

Khorshed Alam hat im Auftrag der Kampagne für Saubere Kleidung vier Lidl-Zulieferer untersucht und gravierende Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen festgestellt. Er ist Leiter des Instituts AMRF (Alternative Movement for Resources and Freedom Society) und engagiert sich für bessere Arbeitsbedingungen in seinem Heimatland.

Rita Olivia Tambunan engagiert sich in der Kampagne für einen ‚Asiatischen Grundlohn‘ (Asia Floor Wage – AFW). Als Anwältin für Arbeitsrecht arbeitet sie bei der gewerkschaftsnahen indonesischen Nichtregierungsorganisation.

Ulrike Schramm-de Robertis ist Vorsitzende des Betriebsrats einer Lidl-Filiale in Bamberg – einer der wenigen Betriebsräte in den über 3.000 Lidl-Filialen in Deutschland. Trotz massiver Einschüchterungen setzt sie sich für die Rechte ihrer MitarbeiterInnen ein und kämpft gegen unzumutbare Arbeitsbedingungen bei den Discountern hierzulande. Sie hat Jahre lang für KiK, Plus und Lidl gearbeitet.

 

Filmprojekt zur Textilindustrie in Kambodscha
Kambodscha gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Dennoch trägt etwa jedes zehnte T-Shirt weltweit das Siegel "Made in Cambodia". Die Textilindustrie ist Kambodschas größter Wirtschaftsmotor und sorgt für mehr als 80% aller kambodschanischen Exporte - und ist damit eine wichtige Einkommensquelle für Frauen. Die meisten der 300.000 weiblichen Beschäftigten in den Textilfabriken sind die Haupt-Brotverdiener für ihre Familien auf dem Land.
 
Die jüngste globale Wirtschaftskrise hat Kambodschas Textilindustrie hart getroffen. Allein 2009 haben etwa 60.000 ArbeiterInnen ihre Beschäftigung verloren. Andere arbeiteten weiter - zu schlechteren Bedingungen und für weniger Geld.
 
Junge kamboschanische Filmemacher und internationale Regisseure betrachten den derzeitigen wirtschaftlichen Abschwung durch das Prisma von Arbeitern, Gewerkschaftsvertretern, Unternehmern und Kleingewerbetreibenden an, die die Fabriken umgeben, sowie einer kambodschanischen Managerin. Die Dokumentarfilme erzählen von zwischenmenschlichen Begebenheiten und vermitteln dabei gezielt Wissen über den Textilsektor, indem sie das Bewußtsein für diesen Sektor schärfen und gleichzeitig Interesse an der Situation der ArbeiterInnen wecken. Sie geben ein eindrückliches und ungefiltertes Bild aus dem Inneren der Textilindustrie und ihrer Umgebung.
 
Das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Singapur, das Better Factories Cambodia-Program der International Arbeitsorganisation (ILO), das Meta House Cambodia und seine kambodschanische Filmhochschule M.E.T.A. (Media Education and Training Academy) haben gemeinsam diese Kurz-Dokumentarfilme produziert (in Khmer mit englischen Untertiteln).
 
Die Filme wurde beim 23rd Singapore International Film Festival im April 2010 uraufgeführt und anschließend in Kambodscha gezeigt. Künftig sollen sie bei weiteren Filmfestivals, Workshops, Seminaren und anderen Veranstaltungn in Kambodscha und weltweit gezeigt werden. 

net-edition:Monika SchneiderFES | 2011
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