Publikationen
Peace and Conflict Impact Assessment - Methodical Guidelines
PCIA Methodical Guidelines
PCIA Annex
Methodischer Leitfaden Konfliktanalyse
Leitfaden Konfliktanalyse
Annex
Weiterführende Links
Gruppe Friedensentwicklung (FriEnt)

Die Friedrich-Ebert-Stiftung wird 2010 wieder Mitgliedsorganisation bei der Gruppe Friedensentwicklung (FriEnt) sein.
Berghof Forschungszentrum für konstruktive Konfliktbearbeitung
zivik-Projekt des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa)
Institut für Entwicklung und Frieden der Uni Duisburg (INEF)
Kontakt
Marius Müller-Hennig
Tel. ++49 (0)30/269 35-7476
Mail Marius.Mueller-Hennig[at]fes.de
Hinweis:
Bitte ersetzen Sie bei allen e-mail Adressen [at] durch @ in Ihrem e-mail Programm.
Hintergrund und Prämissen
Eine gezielte Einfußnahme auf schwelende und akute Konfliktentwicklungen durch Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit verlangt den Einsatz von spezifischen Instrumenten, deren Auswahl und Einsatz nur auf der Basis einer systematischen Analyse des Konfliktes möglich ist. Das heißt, der gezielte Einsatz bewährter Instrumente einer politischen Stiftung wie Dialogforen, politische Beratung, (weitergehende) Analyse, Qualifizierung. Die gesellschaftspolitische Arbeit einer politischen Stiftung wie der Friedrich-Ebert-Stiftung stellt besondere Anforderungen. Die bereits bestehenden Ansätze und Erfahrungen zur Analyse von Krisen- und Konfliktsituationen in anderen Bereichen der internationalen Zusammenarbeit decken diese Anforderungen nicht ab. Gefragt sind insbesondere Ansätze, die über die reine Konfliktanalyse hinausgehen, Optionen für eine konfliktsensitive Projektarbeit beinhalten und den politischen Charakter der Arbeit berücksichtigten. Um die Dynamik eines Konfliktes beobachten und daraus Rückschlüsse für die Projektentwicklung ziehen zu können, sollten Möglichkeiten zu verbesserter Steuerung oder Monitoring und sowie Evaluierung eröffnet werden: Die Frage, ob die angesetzten Ziele in der politischen Zusammenarbeit auch erreicht wurden, ist oft schwer zu beantworten. In der Regel ist Veränderung in den Köpfen von Menschen kaum mit "harten" Indikatoren messbar. Aus diesem Grund sollen in dem Arbeitsfeld Konfliktbearbeitung systematische Ansätze zur Projektplanung, zum Monitoring und zur Evaluierung (weiter)entwickelt werden. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat daher selbst einen Prozess zur Anpassung und Weiterentwicklung des Ansatzes „Peace and Conflict Impact Assessment“ (PCIA, dt.: "Einschätzung/Bewertung von Wirkung auf Frieden und Konflikt") initiiert.
Der Ansatz der FES im Überblick
Die Konfliktanalyse steht am Anfang des Prozesses. Ein unabhängiges Gutachterteam untersucht den Konflikt vor Ort und leitet daraus Empfehlungen für die Projektarbeit ab. Wesentliche Inhalte der Analyse sind Konflikt und Friedenspotenziale, Entwicklung von Szenarien zur zukünftigen Entwicklung der gesellschaftspolitischen Situation sowie Hypothesen über die Wirkung der vorgesehenen Projektarbeit. Auf der Basis der Konfliktanalyse wird die Projektplanung konfliktsensitiv angepasst. Die Empfehlungen der Analyse werden diskutiert und umgesetzt. Bei der Planung zukünftiger Projekte werden die potenziellen Auswirkungen auf den Konflikt antizipiert. Um auch nach der Konfliktanalyse stets auf dem aktuellen Stand zu sein, wird vor Ort ein Monitoring-Verfahren aufgebaut, das kontinuierlich die Konfliktdynamik beobachtet. So können beispielsweise die Ansätze einer Eskalation des Konfliktes erkannt werden. Auf der anderen Seite lässt sich überprüfen, ob sich Veränderungen in der Konfliktdynamik ergeben, die auf die Auswirkungen des Projekt zurückzuführen sind. Die Auswirkungen der FES-Projekte auf die Konfliktdynamik werden beobachtet. Ist die Wirkung eines Projekts nicht optimal oder entpuppt es sich womöglich sogar als kontraproduktiv kann dies schnell erkannt und das Projekt neu ausgerichtet werden. Dieser Teilansatz beinhaltet eine kontinuierliche Rückkopplung mit den Bereichen Konfliktmonitoring (Wie entwickelt sich der Konflikt?) und Projektanpassung (Haben die Projekte die beabsichtigten Wirkungen?) Ein kontinuierliches Monitoring und entsprechende Anpassungen des Projektes ersetzen keine Evaluation. Daher wird diese in größeren Abständen in der Regel von externen Gutachter/innen durchgeführt. Eine solche Evaluation stellt grundsätzliche Fragen sowohl an das Projekt als auch an die angewandten Verfahren mit denen das Projekt konfliktsensitiv) geplant und durchgeführt wurde. Die Grundlage für eine aussagekräftige Evaluation sind die ausreichend dokumentierten Schritte von der Konfliktanalyse bis zur Wirkungsbeobachtung.
Methodenleitfaden zur gesellschaftspolitischen Konfliktanalyse
In einer ersten Phase wurden von 2002 bis 2004 sieben Konfliktanalysen in mehreren Pilotländern durchgeführt. Die Auswahl der Länder deckt die unterschiedlichen Konfliktphasen von "akut" bis "post"- und "prä-Konflikt" ab. Von Expertenteams wurden die Strukturen, Akteure und die Dynamik der Konflikte analysiert sowie Szenarien für die zukünftige Entwicklung beschrieben. Weiterhin wurde die "response" internationaler Akteure, also ihre Berücksichtigung (oder Vernachlässigung) der Konfliktsituation in ihren Strategien und Programmen, analysiert. Daraus resultieren Empfehlungen an die Projekte der Friedrich-Ebert-Stiftung hinsichtlich konfliktspezifischer Strategien, Maßnahmen und Partnerauswahl, die in Länderstudien zusammengefasst sind. Auf der Grundlage der ausgewerteten Studien wurde ein Methodenleitfaden zur gesellschaftspolitischen Konfliktanalyse entwickelt (siehe Kasten rechts). Er dokumentiert die Vorgehensweise und gibt praktische Anleitung zur Durchführung von Konfliktstudien für gesellschaftspolitische Projekte.
Konfliktmonitoring und Wirkungsbeobachtung
In der zweiten Phase des Ansatzes "Peace and Conflict Impact Assessment" (PCIA) fließen die Empfehlungen der jeweiligen Konfliktanalysen in den Planungsprozess der FES-Projekte in den Pilotländern ein. Während der Implementierung dieser Arbeitslinien wird begleitend an der Entwicklung eines konfliktspezifischen Monitoring-Systems gearbeitet: Dabei sollen einerseits die Konfliktdynamik weiterhin beobachtet und Rückschlüsse für die Projektentwicklung abgeleitet werden. Andererseits sollen Indikatoren entwickelt werden, die helfen, die Wirkung der Projektarbeit auf die Dynamik der Konflikte einzuschätzen. Zum Abschluss wird dann eine Bewertung der Wirkung der konfliktspezifischen Arbeitslinien durchgeführt werden (Assessment). Im zweiten Teil des Leitfadens zur Konfliktanalyse und Wirkungsmonitoring wurden Erfahrungen zum Monitoring ausgewertet und Empfehlungen formuliert.
Kooperation mit anderen Organisationen
Am Design und der Umsetzung von "Peace and Conflict Impact Assessment (PCIA)" arbeitet seit Anfang 2002 eine interne abteilungsübergreifende Arbeitsgruppe der Friedrich-Ebert-Stiftung. Der von der Friedrich-Ebert-Stiftung initiierte Prozess sollte jedoch von Anbeginn nicht nur die eigenen Projektansätze in Konfliktsituationen systematisieren, sondern auch zur fachlichen Debatte um friedenspolitische Beiträge der EZ insgesamt und ihrer Überprüfbarkeit darstellen. Der Methodenleitfaden wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Sektorberatungsvorhaben Krisenprävention und Konfliktbearbeitung der GTZ erstellt sowie der Gruppe "Friedensentwicklung" (FriEnt), in der beide Organisationen Mitglied sind. Kooperationspartner bei konkreten Länderstudien waren die GTZ, der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) und die Friedrich-Naumann-Stiftung. Zusätzlich steht die FES im kontinuierlichen Austausch mit externen Experten und Expertinnen zur aktuellen Methoden-Diskussion. Zur Positionierung der Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung im Bereich Evaluierung und zur Diskussion vor internationalem Fachpublikum wurde der PCIA-Ansatz mehrfach vorgestellt, z.B. in einer Konferenz "Partners in Development Evaluation - Learning and Accountability" im März 2003 in Paris, die vom Development Assistance Committee (DAC) der OECD-Working Party on Aid Evaluation organisiert wurde. Der Beitrag der Friedrich-Ebert-Stiftung wurde neben einem Vortrag des BMZ als einziger deutscher unter ca. 300 internationalen Teilnehmern zur Präsentation ausgewählt.